Dickschnabelkitta

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Dickschnabelkitta

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Unterklasse: Neukiefervögel (Neognathae)
Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)
Unterordnung: Singvögel (Passeri)
Familie: Rabenvögel (Corvidae)
Tribus: Corvini
Gattung: Kittas (Urocissa)
Art: Dickschnabelkitta
Wissenschaftlicher Name
Urocissa caerulea
Gould, 1863

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Der Dickschnabelkitta (Urocissa caerulea) zählt innerhalb der Familie der Rabenvögeln (Corvidae) zur Gattung der Kittas (Urocissa). Im Englischen wird der Dickschnabelkitta taiwan magpie, formosan magpie oder taiwan blue magpie genannt. Es gibt keine bekannten Unterarten, demnach ist die Art monotypisch.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der Dickschnabelkitta erreicht eine Körperlänge von etwa 64,0 bis 65,0 Zentimeter und eine Flügellänge von etwa 18,0 bis 21,0 Zentimeter sowie eine Schwanzlänge von etwa 40,0 Zentimeter. Die Geschlechter gleichen sich in der Gefiederfärbung. Der Kopf, der Hals und die Brust weisen eine schwarze Färbung auf. Die Iris der Augen ist von einer gelben Tönung. Der Schnabel und die Beine sind rot geschönt. Das übrige Gefieder weist eine dunkelblaue bis violette Färbung auf. Zusätzlich zeigen sich auf den Flügeln und am Schwanz weiße Markierungen.

Lebensweise

Der Dickschnabelkitta ist keineswegs eine seltene Vogelart. Er hält sich gene in den großen Kampferbäumen im Gebirge auf. Dort bilden die Vögel kleine Gruppen, die aus sechs oder mehr Individuen bestehen. Sie fliegen von Baum zu Baum, schwingen ihre langen Schwanzfedern und zeigen ihr helles kontrastierendes schwarz-azurblaues Gefieder geschmückt mit weißen Federspitzen. Sie sind scheue Vögel, wenn sich ein Eindringling nähert, schlagen sie sofort mit lauten schrillen Rufen Alarm. Dann gleiten sie nacheinander mit einem geraden Flug in einen angrenzenden Baum.
Dickschnabelkitta
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Dickschnabelkitta
Der Flug wird mit kurzen, schnellen Flügelschlägen ausgeführt, während der Körper und der Schwanz horizontal gehalten werden. Die Vögel ernähren sich von wilden Feigen, Sämereien, Beeren und von Insekten, vor allem Blatthornkäfer (Scarabaeidae). Des Weiteren gehören zum Nahrungsspektrum noch Vogeleier, junge Vögel, aber auch Mäuse, größere Insekten und deren Larven.

Verbreitung

Laut der Roten Liste der IUCN kommt der Dickschnabelkitta nur in Taiwan vor. Er lebt zumeist im tropischen Tieflandregenwald, tritt stellenweise aber auch in Höhenlagen und sogar in Mittelgebirgen auf.

Ernährung

Der Dickschnabelkitta ist ein Allesfresser. Zu seiner pflanzlichen Nahrung gehören unter anderem Sämereien und Früchte. An tierischer Nahrung nimmt er Vogeleier, junge Vögel, aber auch Mäuse, größere Insekten und deren Larven zu sich. Er sucht seine Nahrung sowohl in den Bäumen als auch auf dem Boden. Als tagaktiver Vogel geht er nur am Tage auf Nahrungssuche.

Fortpflanzung

Eltern mit Küken
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Eltern mit Küken

Die Geschlechtsreife wird etwa mit Beginn des zweiten Lebensjahres erreicht. Die Brutsaison des Dickschnabelkitta erstreckt sich meist über die Regenzeit in den Monaten von März bis April. Die Nester werden in hohen Bäumen errichtet und bestehen aus Wurzelwerk, Ästchen und Blättern. Ausgepolstert wird das Nest mit Moosen, Wolle und Haaren. Das Weibchen legt drei bis acht Eier. Die Eier weisen eine olivgrüne Färbung auf und sind mit dunkelbraunen Flecken besetzt. Die Brutzeit erstreckt sich dabei über rund 17 bis 19 Tage, wobei nur das Weibchen auf den Eier sitzt und sie wärmt. Die Nestlingszeit beträgt rund drei bis vier Wochen. Die Küken werden von beiden Elternteilen mit Nahrung versorgt. Der Dickschnabelkitta zeigt ein starkes Nest-Abwehrverhalten. Eindringlinge werden gnadenlos angegriffen bis sie sich zurückziehen. Insgesamt bleibt der Familienverband für rund drei Monate zusammen.

Gefährdung und Schutz

Laut der Roten Liste der IUCN gehört der Dickschnabelkitta heute noch nicht zu den bedrohten Vogelarten. Er ist in weiten Teilen seines Verbreitungsgebietes häufig anzutreffen. Nur in wenigen Regionen kommt der Dickschnabelkitta selten oder nur spärlich vor. In der Roten Liste der IUCN wird der Dickschnabelkitta als least concern (nicht gefährdet) geführt.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Prof. Dr. Dr. H. C. Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Band 7-9 Vögel. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG München (1993) ISBN 3-423-05970-2
  • Gottfried Mauersberger, Wilhelm Meise: Urania Tierreich, 7 Bde., Vögel.Urania, Stuttgart (1995) ISBN 3423032049
  • Einhard Bezzel, Roland Prinzinger: Ornithologie, Utb, 1990, ISBN 3800125978
  • Hans-Heiner Bergmann: Die Biologie des Vogels. Aula, 1987, ISBN 389104447X

Links

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