Deutsche Wespe

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Deutsche Wespe

Systematik
Klasse: Insekten (Insecta)
Unterklasse: Geflügelte Insekten (Pterygota)
Ordnung: Hautflügler (Hymenoptera)
Unterordnung: Taillenwespen (Apocrita)
Familie: Faltenwespen (Vespidae)
Unterfamilie: Echte Wespen (Vespinae)
Gattung: Kurzkopfwespen (Vespula)
Art: Deutsche Wespe
Wissenschaftlicher Name
Vespula germanica
Fabricius, 1793

Die Deutsche Wespe (Vespula germanica) zählt innerhalb der Familie der Faltenwespen (Polistes) und gehört zur Gattung der Kurzkopfwespen (Vespula).

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Die Königin der Deutschen Wespe kann eine Länge von bis zu 20 Millimeter aufweisen. Arbeiterinnen und Drohnen bleiben mit dreizehn bis sechzehn Millimeter deutlich kleiner als eine Königin. Markantes Abgrenzungsmerkmal zu anderen Species der Familie der Faltenwespen, wie zum Beispiel der Gemeinen Wespe, sind die gelblichen Markierungen auf der Stirnplatte, dem sogenannten Clypeus. Der Thorax weist im vorderen Bereich eine rein schwarze Färbung auf. Im hinteren Thoraxbereich sind gelbe Markierungen zu sehen. Das Abdomen verfügt über die für Bienen typische gelbschwarze Querbänderung. Der Körper und die oberen Extremitäten weisen eine leichte Behaarung auf, die gelblich gefärbt ist. Die Extremitäten sind überwiegend gelb gefärbt. Die mittellangen Fühler, die aus zwei Elementen bestehen, weisen eine dunkelgraue bis schwarze Färbung auf. Die Deutsche Wespe fliegt in einer Generation im Jahr. Die Flugzeit erstreckt sich dabei insbesondere in Mitteleuropa zwischen April und Oktober.

Verbreitung

Die Deutsche Wespe ist in weiten Teilen Mitteleuropas verbreitet. Man findet sie häufig auf Wiesen, an Wald- und Wegrändern sowie in Parks und Gärten. Die Deutsche Wespe gilt zudem als Kulturfolgerin und ist in der Regel in der Nähe des Menschen anzutreffen. Naturbelassene Gärten gelten als bevorzugte Siedlungshabitate. Bei massenhaftem Auftreten kann die Deutsche Wespe dem Menschen mitunter lästig werden.

Ernährung

Die Deutsche Wespe ernährt sich rein vegetarisch. Ihre wichtigste Nahrungsquelle sind Pflanzensäfte, insbesondere der Pollen und der Nektar von blütentragenden Pflanzen. Die Eiweißversorgung wird durch den Verzehr von Pollen sichergestellt. Auch die Larven werden auf diese Weise ernährt.

Fortpflanzung

Nachdem die Jungkönigin der Deutsche Wespe den Winter überstanden hat, beginnt sie zunächst mit der Nahrungsaufnahme, um wieder zu Kräften zu kommen. Dann macht sie sich auf die Suche nach einem geeigneten Nistplatz. Die Deutsche Wespe baut ihr Nest in unterirdisch vorhandenen Bauten. Das können sowohl Nager- als auch Maulwurfsbauten sein. Das Nest besteht aus sechseckigen Zellen, die aus zerkauter Zellulose bestehen. Im Nest legt sie Vorräte in sogenannten Tönnchen an. Die Tönnchen formt die Königin aus einer wachsartigen Substanz. Hier legt sie auch ihre ersten Eier ab. Nach wenigen Tagen schlüpfen dann die ersten Arbeiterinnen, die die Königin fortan beim Nestbau und der Nahrungssuche unterstützen. Bis zum Ende der Saison, die meist im Oktober endet, ist ein Wespenvolk auf einige tausend Individuen angewachsen. Staatengrößen von sechs- oder siebentauend Tieren sind dabei keine Seltenheit. Meist im September schlüfen aus den Eiern neue Königinnen und Drohnen. Die neuen Königinnen werden von den Drohnen begattet. Bis auf die neuen Königinnen, die in die Winterruhe gehen, stirbt das gesamte Wespenvolk.

Anhang

Literatur und Quellen

  • Kurt Günther, Hans-Joachim Hannemann, Fritz Hieke: Urania Tierreich, 6 Bde., Insekten . Deutsch Harri GmbH; Auflage: 5, 1990 ISBN 387144944X
  • Heiko Bellmann: Insekten erkennen und bestimmen. Ulmer 2002 ISBN 3576114769
  • Heiko Bellmann: Der neue Kosmos-Insektenführer. Franckh-Kosmos Verlag, 1999 ISBN 3440076822
  • Dr. Helgard Reichholf-Riem: Steinbachs Naturführer. Insekten. Mit Anhang Spinnentiere. München: Mosaik Verlag GmbH, München 1984. ISBN 3-570-01187-9
  • Ake Sandhall, übersetzt von Dr. Wolfgang Dierl: BLV Bestimmungsbuch 15. Insekten und Weichtiere. Niedere Tiere und ihre Lebensräume-Gliedertiere, Würmer, Nesseltiere, Weichtiere, Einzeller. BLV Verlagsgesellschaft mbH, München Wien Zürich 1984. ISBN 3-405-11390-3
  • Michael Chinery: Pareys Buch der Insekten: Ein Feldführer der europäischen Insekten. Übersetzt und bearbeitet von Dr. Irmgard Jung und Dieter Jung. Verlag Paul Parey 1987. Hamburg und Berlin. ISBN 3-490-14118-0
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