Mittlerer Weinschwärmer

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Mittlerer Weinschwärmer

Systematik
Klasse: Insekten (Insecta)
Unterklasse: Geflügelte Insekten (Pterygota)
Überordnung: Neuflügler (Neoptera)
Ordnung: Schmetterlinge (Lepidoptera)
Unterordnung: Glossata
Überfamilie: Spinnerartige (Bombycoidea)
Familie: Schwärmer (Sphingidae)
Gattung: Deilephila
Art: Mittlerer Weinschwärmer
Wissenschaftlicher Name
Deilephila elpenor
(Linnaeus, 1758)

Der Mittlere Weinschwärmer (Deilephila elpenor) zählt innerhalb der Familie der Schwärmer (Sphingidae) zur Gattung Deilephila. Im Englischen heißt dieser Schwärmer Elephant Hawk-moth, was so viel heißt wie "Elefanten Schwärmer". Das erste Mal wissenschaftlich beschrieben wurde der Mittlere Weinschwärmer von dem schwedischen Naturwissenschaftler Carl von Linné im Jahre 1758. Die Art ist monotypisch, demnach sind keine Unterarten bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Die Vorderflügel sind olivgrün und zieren rosarote Bänder, die am Vorderrand und auch in der Mitte der Flügel sitzen. Die Hinterflügel sind kräftig rosa und an der Flügelwurzel schwarz. Der Mittlere Weinschwärmer erreicht eine Flügelspannweite von bis zu 70 Millimeter und der Körper ist wie die Vorderflügel olivgrün und eine senkrechte rosa Linie verläuft in der Mitte des Körpers bis zur hinteren Spitze, die völlig rosa gefärbt ist.

Verbreitung

Dieser Schwärmer kommt jährlich in nur einer Generation an etwas feuchten Stellen, wie in Auwäldern, an Ufern von verschiedenen Gewässern und in Kiesgruben vor. Regelmäßig kann man sie auch in der Früh, in der Dämmerung und in der Nacht in Gärten und Parks herumschwirren sehen. Im Großen und Ganzen ist dieser schöne Schwärmer in ganz Mitteleuropa ziemlich häufig und kommt dort meist im Mai bis Juni vor, seltener auch noch im August und September.

Ernährung

Die Falter besuchen nachts gerne verschiedene Blüten, die besonders in der Nacht duften, dort kann man sie öfter im Schwirrflug vor der Blüte stehen sehen. Die sehr gefräßigen Raupen leben vorzugsweise an Indischem Springkraut (Impatiens glanulifera), einem Neophyten, aber auch am Schmallblättrigen Weidenröschen (Epilobium augustifolium). In Gärten häufig auf Fuchsien (Fuchsia sp.), seltener auch auf Blutweiderich (Lythrum salicaria) und Gemeiner Nachtkerze (Oenothera biennis). In den letzten Jahren wurde die Raupe auch immer öfter in Teichen auf Fieberklee (Menyanthes trifoliata) gefunden.

Fortpflanzung

Die Weibchen legen in der Nacht ihre Eier oft einzeln oder in kleinen Gruppen auf die Unterseite der Futterpflanze ab. Wenn die kleinen Räupchen schlüpfen, fressen sie hauptsächlich in der Nacht und verbergen sich am Tag, wenn sie größer werden kann man sie auch am Tag, meist bei trübem Wetter, beim Fressen beobachten. Durch das auffällige Aussehen der Raupen sind sie dann sehr leicht auf der Futterpflanze zu entdecken. Nach jeder Häutung werden die Raupen immer auffälliger, bis zum Schluss, bei dem sie dann eine bräunliche Farbe besitzen, ein relativ kurzen Stachel am letzten Segment und auf den vorderen zwei Segmenten jeweils zwei "Augen" haben, die sie bei Störung aufblähen um den Feind zu erschrecken. Kurz vor der Verpuppung trifft man die Raupen oft auf Straßen und Gehsteigen an, auf denen sie herumwandern um einen geeigneten Platz zum Verpuppen zu finden. Während dieser Zeit werden die meisten Raupen auch überfahren. Die Verpuppung erfolgt dann in einem lockeren Gespinst in der Erde. Die Puppen überwintern dann, nur selten entsteht eine zweite unvollständige Generation.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Heiko Bellmann: Der neue Kosmos-Schmetterlingsführer. Schmetterlinge, Raupen und Futterpflanzen. Kosmos, 2003 ISBN 3440093301
  • Dierl, Wolfgang: Schmetterlinge. BLV, München, Wien, Zürich 1998–2005. ISBN 3405151163
  • Bellmann Heiko: Der neue Kosmos-Insektenführer. Franckh-Kosmos Verlag, 1999. ISBN 3440076822
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