Choeroniscus minor

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Choeroniscus minor

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Fledertiere (Chiroptera)
Unterordnung: Fledermäuse (Microchiroptera)
Familie: Blattnasen (Phyllostomidae)
Unterfamilie: Blütenfledermäuse (Glossophaginae)
Gattung: Choeroniscus
Art: Choeroniscus minor
Wissenschaftlicher Name
Choeroniscus minor
Peters, 1868.

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Choeroniscus minor zählt innerhalb der Familie der Blattnasen (Phyllostomidae) zur Gattung der Choeroniscus. Im Englischen wird die Art Lesser Long-tailed Bat genannt. Die Art ist monotypisch, Unterarten sind demnach keine bekannt. Weitere Synonyme sind Choeronycteris intermedia Allen & Chapman, 1893 und Choeronycteris inca Thomas, 1912 (Solmsen & Schliemann, 2007).

Inhaltsverzeichnis

Erkennung und Unterschiede

Choeroniscus minor ist anhand der Condylobasallänge zu erkennen und von Choeroniscus godmani zu unterscheiden. Diese ist bei Choeroniscus minor deutlich größer. Gleiches gilt für die Länge der Kiefer. Die Schnauze ist schlank und von mittlerer Länge innerhalb der Blütenfledermäuse (Glossophaginae) (Solmsen & Schliemann, 2007).

Beschreibung

Aussehen und Maße

Männchen erreichen eine Gesamtlänge von 61,0 bis 68,0 (63,8) mm, eine Ohrlänge von 12,0 bis 12,5 (12,3) mm, eine Unterarmlänge von 33,0 bis 35,0 (34,3) mm, eine Schwanzlänge von 7,0 bis 9,0 (8,0) mm, eine Hinterfußlänge von 8,5 bis 10,0 (9,1) mm, eine Schädellänge von 21,8 bis 22,4 (22,2) mm, eine Condylobasallänge von 21,2 bis 21,9 (21,8) mm, eine Hirnschädelbreite von 8,5 bis 8,9 (8,6) mm sowie ein Gewicht von 7,0 bis 8,8 (8,0) mm. Weibchen erreichen eine Gesamtlänge von 65,0 bis 70,0 (69,1) mm, eine Ohrlänge von 11,0 bis 13,0 (12,3) mm, eine Unterarmlänge von 33,0 bis 36,0 (34,3) mm, eine Schwanzlänge von 6,0 bis 9,0 (7,8) mm, eine Hinterfußlänge von 9,0 mm, eine Schädellänge von 22,6 bis 24,0 (23,4) mm, eine Condylobasallänge von 21,7 bis 23,6 (22,8) mm, eine Hirnschädelbreite von 8,4 bis 8,9 (8,6) mm sowie ein Gewicht von 8,0 bis 12,0 (9,8) mm. Männchen bleiben demnach kleiner und leichter als Weibchen. Auch einzelne Populationen können sich in Größe und Gewicht unterscheiden. Choeroniscus minor ist eine kleine bis mittelgroße Art der Fledermäuse. Die Schnauze ist länglich und weist ein dreieckiges Nasenblatt auf. Die mittelgroßen Ohren sind von rundlicher Form. Der Tragus ist kurz, leicht zugespitzt und an der Spitze engekerbt. Der Calcar (ein knorpeliger Sporn an den Hinterbeinen) weist eine Länge von etwa 6,0 mm auf. Das dichte Fell ist dunkelbraun bis schwarzbraun gefärbt, an den Extremitäten zeigt sich eine gelblichbraune Färbung. Der Schädel ist durch ein vergleichsweise langes Rostrum gekennzeichnet. Das Rostrum ist nur wenig kürzer als die Hirnschale, der Unterkiefer ist lang und schmal. Der Jochbogen ist vorhanden, er ist jedoch nur schwach ausgebildet. Die Spitze der Zunge ist mit zahlreichen Papillen besetzt, die die Aufnahme von Nektar erleichtern. Das Gebiss besteht aus 30 Zähnen, die zahnmedizinische Formel lautet i2/0, c1/1, p2/3, m3/3 (Solmsen & Schliemann, 2007).

Verbreitung und Lebensraum

Choeroniscus minor ist in Südamerika im nördlichen Teil des Kontinents östlich der Anden verbreitet. Die Art besiedelt Venezuela, Guayana, Suriname, das südöstliche Kolumbien, Ecuador, Peru, Brasilien die nördlichen Regionen von Bolivien. Im Osten reichen die Vorkommen bis zur Mündung des Amazonas. Eine kleine Population ist auch auf Trinidad und Tobago anzutreffen. Im Westen reicht das Verbreitungsgebiet bis ins zentrale Kolumbien und die Küsten von Ecuador. Fossile Funde der Art sind nicht bekannt. Choeroniscus minor besiedelt den tropischen Regenwald in der Ebene. Lokal ist die Art auch im Primärwald sowie entlang von Flüssen und Seen anzutreffen. Als Schlafplätze dienen meist größere Bäume. Hier hängen die Tiere im Geäst in kleinen Gruppen, einzelgängerisch oder paarweise (IUCN, 2014; Solmsen & Schliemann, 2007).

Ernährung

Choeroniscus minor ernährt sich hauptsächlich von Pollen und Nektar, in kleinen Mengen auch von kleinen Insekten (Insecta). Magenanalysen haben ergeben, dass es sich bei den Insekten meist um Käfer (Coleoptera) und Hautflügler (Hymenoptera) handelt. Die Nahrungssuche erfolgt wie bei allem Fledermäusen in der Nacht (Solmsen & Schliemann, 2007).

Fortpflanzung

Die Fortpflanzung ist nur unzureichend erforscht. Die Paarungszeit erstreckt sich wahrscheinlich über das ganze Jahr, da ein säugendes Weibchen im Dezember und ein Jungtier im August gesichtet wurde (Solmsen & Schliemann, 2007).

Ökologie, Gefährdung und Schutz

Laut der Roten Liste der IUCN gehört die Art heute noch nicht zu den bedrohten Arten. Sie ist in weiten Teilen des Verbreitungsgebietes häufig anzutreffen. Nur in wenigen Regionen kommt Choeroniscus minor selten oder nur spärlich vor. In der Roten Liste der IUCN wird sie als least concern (nicht gefährdet) geführt. Zu den Hauptbedrohungen in weiten Teilen des Verbreitungsgebietes die allgemeine Vernichtung der natürlichen Lebensräume (IUCN, 2014).

Anhang

Literatur und Quellen

  • Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World: v. 1 & 2. B&T, Auflage 6, 1999, (engl.) ISBN 0801857899
  • Don E. Wilson & DeeAnn M. Reeder: Mammal Species of the World, a Taxonomic & Geographic Reference. J. Hopkins Uni. Press, 3rd ed., 2005 ISBN 0801882214
  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999
  • Säugetiere. 700 Arten in ihren Lebensräumen. Dorling Kindersley, 2004. ISBN 383100580X

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