Carl Alexander Clerck

aus Tierdoku, der freien Wissensdatenbank

Carl Alexander Clerck (* 1709; † 22. Juli 1765) war ein schwedischer Arachnologe und Entomologe sowie ein Steuerbeamter in der Stadtverwaltung Stockholms.

Lebenslauf

Clerck entstammte einer Adelsfamilie, womit es damals problemlos möglich war, sich 1726 an die Universität von Uppsala (Uppsala Universitet; Uppsala University) einzutragen. Über seine Studien ist leider nicht viel bekannt, außer dass er mit Prof. Dr. Carl von Linné (1707–1778) zusammen an der Universität war. Ob sie zu der Zeit Kontakt zueinander hatten, ist allerdings auch nicht bekannt. Wegen begrenzter Mittel verließ Clerck die Universität schon früh und trat in den Staatsdienst und später als Steuerbeamter in die Stadtverwaltung Stockholms ein.

Seine naturgeschichtlichen Interessen entdeckte Clerck erst später, als er 1737 Vorlesungen von Linnés beiwohnte. In den darauf folgenden Jahren sammelte und klassifizierte er eine große Anzahl von Spinnen, was er zusammen mit allgemeinen Beobachtungsberichten über deren Verhalten im Jahre 1757 herausbrachte. Dieses Werk wurde sein wichtigstes überhaupt, das Svenska Spindlar, auf lateinisch wurde es Aranei Suecici betitelt. Er begann auch mit dem Werk Icones insectorum rariorum, ein sehr detailliertes, aber unkommentiertes Bilderband über die verschiedensten Schmetterlingsarten, das jedoch nach dem dritten Kapitel (1766 herausgebracht) wegen seines Todes unbeendet blieb.

Der Internationale Codex für Zoologische Nomenklatur (ICZN) wurde 1758 mit der zehnten Ausgabe der Systema Naturae von Linnés etabliert. Da Clerck jedoch kurz zuvor schon sein Werk Svenska Spindlar gemäß dieses Codex herausgebracht hat, wurde dessen Binominale Nomenklatur von der Kommission als gültig erklärt. Somit kann man dieses Werk als erstes betrachten, das gültige wissenschaftliche Namen beinhaltet.

Es wird allgemein angenommen, dass Clerck ein Freund und Korrespondent von Linnés wurde, der seine Arbeit hoch schätzte und durch dessen Sponsoring er 1756 zum Mitglied der Königlichen Gesellschaft der Wissenschaften in Uppsala (Kungliga Vetenskaps-Societeten i Uppsala; Royal Society of Sciences in Uppsala) und 1764 der Königlich Schwedischen Akademie der Wissenschaften (Kungliga Vetenskapsakademien; Royal Swedish Academy of Sciences) in Stockholm wurde. Von Linné benannte die Obstbaumminiermotte (Lyonetia clerkella) nach ihm.

Clercks Insekten- und Spinnensammlungen galten über 200 Jahre lang als verschollen, bis man sie in den 1970er Jahren im Botanischen Garten Bergius (Botanical Institute of Bergianska Trägården) in Stockholm in sehr gutem Zustand wiederfand. Heute kann man sie im Swedish Museum of Natural History (Naturhistoriska Riksmuseet) in Stockholm begutachten. Seine Sammlung der Kleinschmetterlinge (Microlepidoptera) wurde von Ebbe Schmidt Nielsen (1950–2001) in der Gyllenhaal-Sammlung in Uppsala wiederaufgefunden.

Werke

  • Tal, innehållende några anmårkningar om insecterne. Stockholm 1764.
  • Icones insectarum rariorum. Stockholm 1759–64.
  • Nomenclator extemporaneus rerum naturalium. Grefing, Stockholm 1759.
  • Svenska Spindlar. = Aranei Suecici. Salvius, Stockholm 1757.

Literatur

  • Bonnet, Pierre: Pétition adressée à la Commission de nomenclature zoologique en faveur de la priorité des noms d'araignées de Clerck. Douladoure, Toulouse 1947.
  • Bonnet, Pierre: Reconnaissance officielle de la priorité des Aranei Suecici de Clerck. Douladoure, Toulouse 1950.
'Persönliche Werkzeuge