Dingo

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Dingo
Dingo (Canis lupus dingo)

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Lebendgebärende Säugetiere (Theria)
Teilklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
Überfamilie: Hundeartige (Canoidea)
Familie: Hunde (Canidae)
Gattung: Wolfs- und Schakalartige (Canis)
Art: Wolf (Canis lupus)
Unterart: Dingo
Wissenschaftlicher Name
Canis lupus dingo
Blumenbach, 1780

IUCN-Status
Vulnerable (VU)

Der Dingo (Canis lupus dingo) ist eine Unterart des Wolfes und zählt zur Art (Canis lupus) und gehört innerhalb der Familie der Hunde (Canidae) zur Gattung Wolfs- und Schakalartige (Canis).

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen, Maße

Ein Dingo erreicht eine Körperlänge von 88 bis 92 Zentimeter, eine Schulterhöhe von 47 bis 65 Zentimeter sowie ein Gewicht von 12 bis 20 Kilogramm. Weibchen bleiben im allgemeinen kleiner und leichter als Männchen. Die australischen Populationen werden deutlich größer und schwerer als die südostasiatischen Tiere. Das Fell ist überwiegend hellbraun bis gelbbraun gefärbt. Je nach Verbreitungsgebiet kann das Fell dunklere oder hellere Flecken aufweisen. Der Schwanz kann eine Länge von gut 40 Zentimeter sowie eine weißliche Spitze aufweisen. Insgesamt ist der Schwanz recht buschig. Bauch-, Brust- und Kehlbereich ind meist weißlich bis cremefarben gefärbt. Die Schnauze ist hundeartig in die Länge gezogen, die großen Ohren weisen eine stehende Form auf.

Verhalten

Dingos sind in Rudeln lebende Tiere. Ein Rudel wird von einem Leitpaar angeführt, den sogenannten Alphatieren. Das Rudel kann durchaus aus fünf bis fünfzehn Einzelindividuen bestehen. Innerhalb des Rudels paaren sich nur die ranghöchsten Tiere. An der Jagd sind alle erwachsenen Tiere eines Rudels beteiligt. Bei ihrer Hatz auf Beute können sie Geschwindigkeiten von über 50 km/h erreichen. Dingos gelten als nur wenig sesshafte Tiere, die am Tage gut zehn bis zwanzig Kilometer zurüklegen können. Neben dem Meschen gelten insbesondere Krokodile, verwilderte Hunde und Schakale als ihre natürlichen Hauptfeinde. Für Jungtiere sind auch größere Raubvögel eine potentielle Gefahr. Auch bei Auseinandersetzungen zwischen rivalisierenden Dingo-Rudeln kann es durchaus zu Todesfällen kommen. Um vorhandene Beutetiere und Nahrung im allgemeinen konkurrieren Dingos insbesondere mit Füchsen, Katzen und verwilderten Hunden. Insgeamt sind Dingos, was ihren Lebensraum angeht, sehr anpassungsfähig.

Mensch und Dingo

Im letzten Jahrhundert wurde wegen dem Dingo der weltweit längste Zaun errichtet, um das Vieh vor diesem Räuber zu schützen. Jahrzehntelang wurden Abschußprämien für Dingos ausgesetzt. Dadurch wurden die Populationen weitestgehend dezimiert. Dabei gilt es als erwiesen, daß Dingos nicht primär auf Beutetiere wie Schafe aus sind, sondern eher Jagd auf kleinere Tiere wie Kaninchen machen. Forschungen haben ergeben, daß weniger als vier Prozent der Nahrung der Dingos auf Haustiere der Bauern entfallen. In weiten Bereichen Südostasiens werden Dingos wegen ihrer Aggressivität auch als Haus- und Wachhunde gehalten.

Schutz, Bedrohung

Insbesondere in einigen Teilen Australiens ist der Dingo heute selten geworden und ist mittlerweile in seiner Art bedroht. Daher wird er speziell in Australien in einigen Reservaten unter Schutz gestellt. Auf der anderen Seite kommt der Dingo streckenweise noch häufig vor und gilt als Plage, da er auch das Vieh von Bauern und Farmern reißt. Auch die Verpaarung mit wilden Haushunden stellt langfristig für die Art eine Gefahr dar. Diese Hybriden sind fruchtbar und könnnen sich mehrfach in einem Jahr fortpflanzen. Somit stellen sie eine große Gefahr für das Vieh von Bauern dar.

Verbreitung

Verbreitungsgebiet
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Verbreitungsgebiet

Der Dingo ist in weiten Teilen Australiens verbreitet. Darüber hinaus kommt er in kleineren Population in Teilen von Südostasien vor. Dazu gehören insbesondere Neu-Guinea, die Philippinen, Indonesien, Tailand, Kambotscha, Indien, Myanmar, Vietnam und Malaysia. Er lebt meist in lichten Wäldern, an dessen Rändern oder auch in Baum- und Strauchsavannen. Selbst trockene Wüsten werden im Zentralen Australien bewohnt. Dingos sind überwiegend tagaktiv und verbringen die Nacht in von anderen Tieren übernommenen Bauten oder an ähnlichen Plätzen. Nicht selten suchen sie auch die Nähe des Menschen, da bei ihnen immer was Fressbares abfällt.

Nahrung

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Die Hauptnahrung eines Dingo erstreckt sich über Kleinsäuger wie Kaninchen, Opossums und Ratten. Darüber hinaus erbeuten sie aber auch Reptilien und Vögel. Ist die Gelegenheit gegeben, so machen sie durchaus auch Jagd auf größere Beutetiere wie Schafe, Kängurus und Wallabies. In der Nähe menschlicher Siedlungen kann man sie aber durchaus auch im Abfall nach Fressbarem suchen sehen. Dazu gehören dann meschliche Essensreste und auch Aas. Unter dem Strich ist ein Dingo ein opportunistischer Fleischfresser, der auf alles Jagd macht, was überwältigt werden kann. Die Jagd erfolgt entweder paarweise oder im kleinen Rudel. Ein Dingo benötigt je nach Alter ein bis drei Kilogramm an Fleisch am Tag.

Fortpflanzung

Dingos erreichen die Geschlechtsreife im dritten Lebensjahr. Wie bei den Wölfen, so lebt auch der Dingo in einer festen Paarbindung. Zu einem Rudel gehören neben dem Alphapärchen auch weitere Weibchen und der Nachwuchs des dominierenden Weibchens. Die rangniedrigeren Weibchen helfen bei der Aufzucht der Welpen. Sollte eines dieser Weibchen selbst Nachwuchs bekommen, so werden die Jungtiere vom Alphaweibchen getötet. In den meisten Verbreitungsgebieten ist die Paarungszeit an keine feste Jahreszeit gebunden. Die Paarungszeit schwankt stark je nach klimatischen Bedingungen und Lebensbedingungen. In Australien kommt es in den Monaten März bis Mai und in den asiatischen Verbreitungsgebieten zwischen August und Oktober zu vermehrten Paarungen. Pro Jahr kommt es nur zu einem Wurf.

Nach einer Tragezeit von 63 bis 65 Tagen bringt ein Weibchen zwischen zwei und zehn Jungtiere zur Welt. Der Durchschnitt dürfte bei fünf oder sechs Jungtieren je Wurf liegen. Jungtiere sind bei der Geburt noch nackt und blind. Die Geburt findet in einer Wohnhöhle statt. Nach rund drei Wochen verlassen die Welpen erstmals ihren Bau. Mit bereits zwei Monaten werden sie von der Muttermilch entwöhnt. Ab diesem Zeitpunkt beginnen sie, den Eltern auf ihren Streifzügen zu begleiten. Mit gut vier Monaten sind die Jungtiere selbständig. In Freiheit kann ein Dingo ein Alter von bis zu zehn Jahren erreichen, in Gefangenschaft bis zu dreizehn Jahren.

Anhang

Siehe auch

  • Hauptartikel: der Wolf (Canis lupus)
  • Hauptartikel: die Familie der Hunde (Canidae)

Literatur und Quellen

  • Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World: v. 1 & 2. B&T, Auflage 6, 1999, (engl.) ISBN 0801857899
  • Don E. Wilson & DeeAnn M. Reeder: Mammal Species of the World, a Taxonomic & Geographic Reference. J. Hopkins Uni. Press, 3rd ed., 2005 ISBN 0801882214
  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999
  • Säugetiere. 700 Arten in ihren Lebensräumen. Dorling Kindersley, 2004. ISBN 383100580X

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