Buschschwanz-Beutelratte

aus Tierdoku, der freien Wissensdatenbank

Buschschwanz-Beutelratte

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Beutelsäuger (Metatheria)
Ordnung: Beutelrattenartige (Didelphimorphia)
Familie: Beutelratten (Didelphidae)
Unterfamilie: Eigentliche Beutelratten (Didelphinae)
Gattung: Glironia
Art: Buschschwanz-Beutelratte
Wissenschaftlicher Name
Glironia venusta
Thomas, 1912

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Die Buschschwanz-Beutelratte (Glironia venusta), auch unter den Synonymen Glironia aequatorialis, Glironia criniger und Marmosa aceramarcae bekannt, zählt innerhalb der Familie der Beutelratten (Didelphidae) zur Gattung Glironia. Im Englischen wird die Buschschwanz-Beutelratte bushy-tailed opossum genannt. Die Art ist monotypisch, Unterarten sind demnach keine bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Die Buschschwanz-Beutelratte erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von etwa 16,0 bis 20,5 Zentimeter und eine Schwanzlänge von etwa 19,5 bis 22,5 Zentimeter, eine Hinterfußlänge von 2,7 bis 3,1 Zentimeter und eine Ohrlänge von 2,2 bis 2,5 Zentimeter. Das Gewicht eines subadulten Männchens beträgt etwa 104,0 Gramm. Das Fell variiert in der Färbung, dorsal mit einem leichten Zimtton und einer grau bis weiß und orange gefärbten Unterseite. Auf dem Kopf befinden sich zwei breite schwarze Streifen, die eine Maske ab der Nase, über den Augen und an der Oberseite des Kopfes bilden. Diese Streifen werden durch eine graue Binde unterbrochen, die sich von der Nase bis zu den Ohren erstreckt. Die Ohren sind nackt und weisen eine braun-schwarze Färbung auf. Die Geschlechter ähneln sich im Aussehen. Die Buschschwanz-Beutelratte unterscheidet sich von allen anderen südamerikanischen Opossums, indem die Oberseite und die Seiten des Schwanzes vollständig buschig sind. Der Schwanz ist ähnlich in der Färbung des Körpers und die meisten Exemplare haben eine weiße Schwanzspitze. Die Intensität der weißen Färbung variiert zwischen einem langen weißen Farbfeld und ein paar verstreuten weiß gefärbten Haaren. Die Buschschwanz-Beutelratte weist schwach entwickelte Eckzähne sowie schwach entwickelte Prämolaren und Molaren auf. Das Gebiss besteht aus 50 Zähnen, die zahnmedizinische Formel lautet i5/4, c1/1, p3/3, m4/4 (Marshall, 1978). Es wurden keine Studien über die Lebensdauer der Buschschwanz-Beutelratte veröffentlicht. Aber man geht davon aus, dass sie in Gefangenschaft ein Alter von etwa 5 Jahren und ein Alter in der Wildnis von etwa 41 Monaten erreichen kann.

Lebensweise

Über die Lebensweise ist ebenfalls wenig bekannt. Man vermutet jedoch, dass die Buschschwanz-Beutelratte arboreal und nachtaktiv ist. Ferner lebt sie einzelgängerisch, ist nicht territorial und nistet in Baumhöhlen und in Blattnestern (Emmons und Feer, 1990; Marshall, 1978a).

Verbreitung

Die geografische Reichweite der Buschschwanz-Beutelratte erstreckt sich über Südamerika, insbesondere kommt sie in Bolivien, Ecuador, Peru und im östlichen Brasilien vor. Der Holotypus wurde 1912 von Michael Rogers Oldfield Thomas identifiziert und das jüngste Exemplar wurde im Jahr 1989 aufgenommen (Tarifa und Anderson, 1997). Die Buschschwanz-Beutelratte hält sich im oberen oder im unteren Amazonas-Regenwald in einer Meereshöhe von 300 bis 1.000 Meter auf. Die Morphologie deutet darauf hin, dass die Buschschwanz-Beutelratte arboreal lebt (Emmons und Feer 1990; Langguth und Da Silva 1989; Marshall 1978; Tarifa und Anderson 1997). Zwei weitere Individuen wurden von Emmons im Parque Nacional Manu im Südosten Perus und im Nordwesten Boliviens im Valle de Marchariapo in einem trockenen Waldgebiet beobachtet.

Prädatoren

Zu den Hauptfeinden der Buschschwanz-Beutelratte zählen unter anderem nachtaktive Greifvögel (Falconiformes), Eulen (Strigiformes) und räuberisch lebende Säugetiere. Den Jungtieren können auch arboreale Schlangen und kleinere Greifvögel gefährlich werden. Gelegentlich entkommt die Buschschwanz-Beutelratte den natürlichen Feinden durch ihre kryptische Färbung.

Ernährung

Es wurden keine Studien über die Ernährungsgewohnheiten durchgeführt. Aber man geht davon aus, dass die Buschschwanz-Beutelratte ein Allesfresser ist, darunter zählen auch Früchte, Nektar und Insekten.

Fortpflanzung

Über die Fortpflanzung der Buschschwanz-Beutelratte gibt es kaum Informationen. Das Fortpflanzungsorgan ähnelt meist den Arten aus der Gattung der Wollbeutelratten (Caluromys), die zwei bulbo-urethrale Paare statt drei aufweisen (Marshall, 1978a; Nogueira et al., 1999). Ferner gibt es auch sehr wenig Informationen über die Reproduktion in engem Zusammenhang mit den Arten aus der Gattung der Wollbeutelratten (Caluromys). Man geht jedoch davon aus, dass die Buschschwanz-Beutelratte mehrmals pro Jahr reproduziert, abhängig von der Verfügbarkeit von Ressourcen und lokalen Bedingungen. Die Tragzeit ist kurz, etwa 24 Tage oder weniger und die Stillzeit beträgt etwa 120 Tage. Das Weibchen weist vier Zitzen auf und somit ist die Wurfgröße begrenzt.

Gefährdung und Schutz

Laut der Roten Liste der IUCN zählt die Buschschwanz-Beutelratte heute noch nicht zu den bedrohten Arten. Sie ist in weiten Teilen des Verbreitungsgebietes häufig anzutreffen. Nur in wenigen Regionen kommt die Buschschwanz-Beutelratte selten oder nur spärlich vor. In der Roten Liste der IUCN wird sie als least concern (nicht gefährdet) geführt.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Glironia venusta by Larry G. Marshall
  • Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World: v. 1 & 2. B&T, Auflage 6, 1999, (engl.) ISBN 0801857899
  • Don E. Wilson & DeeAnn M. Reeder: Mammal Species of the World, a Taxonomic & Geographic Reference. J. Hopkins Uni. Press, 3rd ed., 2005 ISBN 0801882214
  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999
  • Säugetiere. 700 Arten in ihren Lebensräumen. Dorling Kindersley, 2004. ISBN 383100580X

Qualifizierte Weblinks

'Persönliche Werkzeuge