Buschrohrsänger

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Buschrohrsänger

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Unterklasse: Neukiefervögel (Neognathae)
Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)
Unterordnung: Singvögel (Passeri)
Familie: Grasmückenartige (Sylviidae)
Unterfamilie: Acrocephalinae
Gattung: Rohrsänger (Acrocephalus)
Art: Buschrohrsänger
Wissenschaftlicher Name
Acrocephalus dumetorum
Blyth, 1849

IUCN-Status
Least Concern (LC) - IUCN

Der Buschrohrsänger (Acrocephalus dumetorum) zählt innerhalb der Familie der Grasmückenartigen (Sylviidae) zur Gattung der Rohrsänger (Acrocephalus).

Im Englischen heisst die Art Blyth's Reed Warbler. Die englische Bezeichnung verweist auf den britischen Zoologen und Ornithologen Edward Blyth.

Der Buschrohrsänger wird leicht mit dem Sumpfrohrsänger (Acrocephalus palustris) und dem Teichrohrsänger (Acrocephalus scirpaceus) verwechselt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Der Buschrohrsänger ist ein bescheiden einfarbiger, mittelgroßer, ziemlich dünner und rastloser sowie aktiver Vogel. Er hat keine auffällige Zeichnung, auch die Flügel und der Rücken sind einheitlich braun gefärbt. Die Brust und der Bauch sind hellgrau bis olivgrün gefärbt. Dagegen weisen die Jungvögel eine gelbliche Färbung auf. Die Körperlänge des Buschrohrsängers beträgt 13 bis 14 Zentimeter, die Flügelspannweite 17 bis 19 Zentimeter und das Gewicht beträgt 8 bis 12 Gramm. Das Männchen und das Weibchen ähneln sich in der Federfärbung. Es gibt´leichte Saisonschwankungen, und zwar im späten Juli und August. Die Färbung der Federn sind auf der Oberseite und Unterseite etwas klarer und kräftiger. Der Buschrohrsänger besitzt einen langen und spitzen Schnabel. Von der Schnabelspitze bis zum Auge zieht sich ein heller Streifen und ist weniger deutlich hinter dem Auge gezeichnet. Der Augenring ist elfenbeinfarbig. Der Kopf ist konkav geformt und die Stirn ist weniger flach gedrückt. Die Flügelspitzen sind kurz. Die Beine zeigen ein stumpfes dunkles Grau oder Braun, dagegen weist der Sumpfrohrsänger (Acrocephalus palustris) lange und helle Beine auf. Die Flügelspitzen sind einheitlich dunkel, während der Sumpfrohrsänger (Acrocephalus palustris) deutlich helle Federränder zeigt. Der Schnabel weist eine helle Basis auf und die Unterseite des Schnabels ist an der Spitze etwas dunkler, während bei dem Sumpfrohrsänger (Acrocephalus palustris) der Schnabel vollständig hell gefärbt ist. Der Alarmruf ist kurz und hart, während der Gesang leise melodisch und in langsamem Tempo in einzelnen Versen, eine Kombination von Tönen, mehrmals in einer Reihe wiederholt, mit Imitationen anderer Vogelstimmen vorgetragen wird. Der Buschrohrsänger singt am Tage und auch in der Nacht.

Verbreitung

Der Buschrohrsänger brütet im Süden Finnlands und in Westsibirien. Die Brutgebiete können sich vom Weißen Meer und von der Ostsee zum Osten hin bis nach Westsibirien in die Nordtaiga und bis zum Baikal erstrecken. In Westeuropa ist der Buschrohrsänger im Sommer und im Herbst ein seltener Gast. Im Winter migriert er in den Iran sowie nach Indien, Pakistan, Nepal und Sri Lanka sowie nach Burma. Des weiteren überwintert der Buschrohrsänger im Süden des Himalaja, entlang der Flußsenken und kommt sogar recht häufig in den Bergen vor.

Buschrohrsänger
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Buschrohrsänger

Die Lebensräume des Buschrohrsängers können sehr unterschiedlich sein. Zum einen bewohnt er mehr oder weniger dicht bewachsene Vegetationen. Das können Wiesen mit zahlreichen Büschen und Sträuchern in Verbindung mit stehendem Wasser sein. Zum anderen hält er sich auch an Seen, in Sümpfen, in Flutebenen von Flüsssen und Strömen auf, wo ebenfalls mehr oder weniger dichte Vegetation vorhanden ist. Des weiteren ist er in Steppengebieten zu finden, wo reichlich Dschungelgräser und kleine Sträucher vorhanden sind, die manchmal weit vom Wasser entfernt liegen, aber keinen trockenen Boden aufweisen. Ebenso ist der Buschrohrsänger auch in überwucherten Gärten, Parks, in Randgebieten von Städten und auf Friedhöfen anzutreffen.

Ernährung

Der Buschrohrsänger ernährt sich hauptsächlich von Insekten wie Käfer und deren Larven, Schmetterlinge sowie von Spinnen und Schnecken. Er spürt sie häufig auf dem Boden in Strauch- und Krautschichten auf. Auch im Flug erbeutet er mit dem Schnabel Insekten. Hin und wieder nimmt der Buschrohrsänger im Herbst auch kleine Beeren zu sich.

Fortpflanzung

Die Brutsaison findet in den Monaten zwischen Mai, Juni und Juli im Süden Finnlands und in Westsibirien statt. Das Nest wird in dichter Vegetation einschließlich Schilfe, Buschnesseln, Sträucher und Melden (Atriplex) in geringer Höhe bis zu einem Meter über den Boden vom Weibchen errichtet. Es ist mehr oder weniger ein napfförmiges Nest, das nach unten hin etwas konisch verläuft und außen mit grasartigen Blättern, Wurzelwerk und Pflanzenhalmen konstruiert ist. Innen ist das Nest mit weichem Pflanzenmaterial ausgepolstert. Das Weibchen legt drei bis sechs ovale glatte Eier. Es werden nie mehr als sechs Eier gelegt. Die Länge der Eier beträgt etwa 19 Millimeter. Dabei kann die Färbung der Eier sehr unterschiedlich sein. Die Farbe schwankt zwischen grün, sahnigfarben, grau oder pinkfarben und ist mit zahlreichen Punkten oder kleinen Flecken versehen, die wiederum olivgrün oder rötlichbraun gefärbt sind. Die Eier werden von beiden Geschlechtern abwechselnd gewärmt, hauptsächlich aber von dem Weibchen. Die Inkubation der Eier beträgt 12 bis 14 Tage. Die Jungvögel weisen eine gelbliche Färbung auf und verlassen etwa nach 11 bis 13 Tagen das Nest. Sie sind aber noch nicht imstande zu fliegen und halten sich überwiegend versteckt in Sträuchern oder unter Büschen auf.

Literatur und Quellen

  • Rob Hume: Vögel in Europa. Dorling Kindersley; Auflage: 1 (Januar 2003) ISBN 3831004307

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