Buntfalke

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Buntfalke

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Unterklasse: Neukiefervögel (Neognathae)
Ordnung: Greifvögel (Falconiformes)
Familie: Falkenartige (Falconidae)
Unterfamilie: Eigentliche Falken (Falconinae)
Gattung: Falken (Falco)
Art: Buntfalke
Wissenschaftlicher Name
Falco sparverius
Linnaeus, 1758

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Der Buntfalke (Falco sparverius) zählt innerhalb der Familie der Falkenartigen (Falconidae) zur Gattung der Falken (Falco).

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Der Buntfalke erreicht eine Körperlänge von gut 21 Zentimeter, eine Flügelspannweite von 50 bis 60 Zentimeter sowie ein Gewicht von 100 bis 160 Gramm. Männchen bleiben etwas kleiner und leichter als Weibchen. Der Buntfalke gilt als eine der kleinsten Falkenarten. Die Geschlechter weisen einen deutlichen Geschlechtsdismorphismus auf. Die Flügel sind ausgesprochen lang und schmal. Beim Männchen sind sie blaugrau und beim Weibchen sind die Flügel überwiegend bräunlich gefärbt. Das restliche Gefieder ist bei beiden Geschlechtern bräunlich bis rotbraun gefärbt und weist schwarze Zeichnungen auf. Die Flügel weisen sowohl weißliche als auch schwarze Zeichnungen auf. Das Brut- und Bauchgefieder ist in jedem Fall deutlich heller und stellenweise mit dunklen Strichen versehen. Der Buntfalke lebt meist einzelgängerisch. Nur während der Paarungszeit finden sich die Geschlechter zusammen. Nach erfolgreicher Brut trennen sich die Geschlechter allerdings wieder und gehen eigene Wege.

Verbreitung

Der Buntfalke ist auf dem gesamten amerikanischen Doppelkontinent und in der Karibik beheimatet. Im Norden reicht das Verbreitungsgebiet in Alaska bis an die Baumgrenze heran. Je nach Verbreitungsgebiet unterscheiden sich die Habitate grundlegend. Er ist sowohl in tropischen Regenwäldern als auch in
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Galerie- und Sekundärwäldern zu Hause. In allen Verbreitungsgebieten gilt der Buntfalke als Standvogel. Sie leben in den Baumkronen hoher Bäume und richten hier auch ihre Nester ein. Dazu werden in der Regel Baumhöhlen oder verlassene Spechtbauten genutzt. Auf die Jagd geht der Buntfalke in offenen Bereich wie Waldränder sowie Baum- und Strauchsteppen. Er gilt als anpassungsfähigster aller Falkenarten.

Bedrohung, Schutz

Der Buntfalke untersteht dem Washingtoner Artenschutzabkommen. Hier wird er in Anhang II geführt. Ein Handel mit Tieren und Produkten daraus ist untersagt. Hauptgrund für die dramatischen Rückgänge der Populationen ist die weitflächige Vernichtung der natürlichen Lebensräume. Vor allem alter Baumbestand mit reichlich Baumhöhlen wird gerodet und nur gelegentlich durch Aufforstung ersetzt. Die Aufforstung nützt dem Buntfalken mittelfristig allerdings nichts, da junge Bäume keine Brutmöglichkeiten bieten.

Nahrung

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Buntfalken ernähren sich im Sommer hauptsächlich von Insekten. In der kalten Jahreszeit insbesondere von kleinen Säugetieren, Vögeln und Reptilien. Während der Brutzeit fressen sie hauptsächlich kleine Singvögel. Die Jagd erfolgt in der Regel über dem Meer, selten auch über Land. In der Regel erfolgt die Jagd in den frühen Morgen- und Abendstunden.

Fortpflanzung

Die Paarungszeit variiert je nach Verbreitungsgebiet stark. In nördlichen Verbreitungsgebieten wie den USA und Kanada beginnt die Paarungszeit im April oder im Mai. in Mittelamerika und Südamerika, insbesondere in den Tropen und Subtropen bereits ab Januar, stellenweise auch schon ab Oktober. Hat sich ein Pärchen gefunden, so wird ein Nistplatz ausgewählt und mit entsprechendem Nistmaterial ausgestattet. Der Buntfalke ist dabei ein typischer Baumhöhlenbrüter. In einigen Verbreitungsgebieten werden aber auch vom Menschen aufgehangene Nistkästen angenommen. Das Weibchen legt vier bis fünf, selten bis sieben Eier. Die weißlichen Eier werden im Zeitraum von drei bis vier Tagen abgelegt. Regional kann die Färbung der Eier abweichend sein. Erst nach Ablage des letzten Eies erfolgt der Beginn der Bebrütung. Die reine Brutdauer erstreckt sich über rund 30 Tagen. In der Regel brütet das Weibchen alleine, nur selten wird sie vom Männchen abgelöst. Männchen wachen während der Brutzeit meist über Gelege und Weibchen. Die Flugfähigkeit wird mir 30 bis 35 Tagen erreicht. Die Jungvögel bleiben aber noch einige Tage bis Wochen bei ihren Eltern.

Anhang

Literatur und Quellen

  • Prof. Dr. Dr. H. C. Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Band 7-9 Vögel. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG München (1993) ISBN 3-423-05970-2
  • Gottfried Mauersberger, Wilhelm Meise: Urania Tierreich, 7 Bde., Vögel.Urania, Stuttgart (1995) ISBN 3423032049
  • Einhard Bezzel, Roland Prinzinger: Ornithologie, Utb, 1990, ISBN 3800125978
  • Hans-Heiner Bergmann: Die Biologie des Vogels. Aula, 1987, ISBN 389104447X

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