Bunter Stelzenläufer

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Bunter Stelzenläufer
Zooparadies Flade (Zoo-Flade) in 57518 Betzdorf

Systematik
Klasse: Kriechtiere (Reptilia)
Ordnung: Eigentliche Schuppenkriechtiere (Squamata)
Unterordnung: Leguanartige (Iguania)
Familie: Kielschwanzleguane (Tropiduridae)
Gattung: Plica
Art: Bunter Stelzenläufer
Wissenschaftlicher Name
Plica plica
(Linnaeus, 1758)

Der Bunte Stelzenläufer (Plica plica), auch unter der Bezeichnung Stelzenläuferleguan bekannt, zählt innerhalb der Familie der Kielschwanzleguane (Tropiduridae) zur Gattung Plica. Im Englischen wird der Bunte Stelzenläufer collard tree lizard, harlequin race-runner oder tree runner genannt. Die Art ist monotypisch, demnach sind keine Unterarten bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der Bunte Stelzenläufer erreicht eine Körperlänge von etwa 40,0 bis 46,0 Zentimeter. Der Kopf ist kurz und flach gedrückt. Die Stirn wirkt ziemlich breit und die Schnauze ist durch die stark vorspringenden Nasenlöcher etwas aufgetrieben. Sie erscheint gegen die plötzlich aufhörende Stirnkante wie abgeschnürt. Schnauze und Stirn sind mit Schildchen bedeckt. Zwei Reihen kleiner Schildchen bekleiden den Scheitel zwischen den oberen Augendecken, die etwas gewölbt mit vier bis fünf größeren, länglich vieleckigen Schildern, außen und besonders vorn mit vielen kleinen bedeckt sind. Den Nacken und Rücken bekleiden kleine abgerundete rhombische, leicht gekielte Schuppen, die in Querreihen stehen und nach den Seiten hin allmählich kleiner werden. Die Kehlhaut ist lax, quergefaltet und die Jugularfalte ist deutlich, mitten an der Vorderbrust angewachsen. Das Hinterhaupt ist mit einem pentagonen, fast halbkreisförmigen Schild bedeckt. Die Rückenschuppen sind klein, mehr oder weniger gekielt oder ganz glatt. Die Schuppen der Schwanzringel sind größer und mit Kielstacheln versehen. Auf der Mittellinie des Rückens und besonders deutlich auf der Mittellinie des Nackens bemerkt man eine Reihe größerer Schuppen, welche sich noch auf der Wurzel des Schwanzes deutlich gegen die übrigen Schuppen unterscheiden läßt. An den Seiten des Unterkiefers stehen größere längliche polygone Schuppen. Besonders groß, schildartig sind die fünf bis sechs ersten der innersten Reihe. Die Kehle ist mit länglichen polygonen Schuppen besetzt, welche gegen die Gurgel hin sehr klein werden.

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Bunter Stelzenläufer

Die unteren Schuppen der Gurgel, zunächst über der Jugularfalte gelgen, sind rhombisch, schindelartig, etwas größer als die Schuppen der Brust und des Bauches. Die Schuppen auf der Brust und auf dem Bauch sind glatt, rundlich, in Querreihen gestellt, doppelt so groß als die Schuppen der Seiten. Die Schläfen sind mit kleinen rundlichen Schuppen bedeckt. Vier bis fünf größere, stumpf spitzig-dreieckige stehen am Vorderrand des Ohres. Die äußeren Schuppen des Oberarmes sind rhombisch, stumpfkielig, die inneren sind klein, glatt und rundlich. Am Oberschenkel sind die hinteren Schuppen klein und chagrinartig. Die vorderen und inneren Schuppen sind fast doppelt so groß, vieleckig und glatt. Die äußeren Schuppen des Unterschenkels sind rhombisch, gekielt und die ineren Schuppen sind rundlich und glatt. Der Schwanz ist fast doppelt so lang als der Körper, allmählich verjüngend und auf der Unterseite etwas abgeflacht. Die Schuppen auf der Oberseite sind alle gekielt. Die Schuppen an der Wurzel sind rundlich und je näher dem Ende zu, um so mehr erscheinen die Schuppen länglich viereckig. Die Kiele laufen aber nicht in spitze Stacheln aus. Die Schuppenreihe der Mittellinie ist auf der Oberseite des Schwanzes durch größere breite und vorragendere Kiele ausgezeichnet und setzt die Mittellinie des Rückens bis auf die Mitte des Schwanzes fort. Die Kiele der seitlichen Schuppen steigen gegen jene schräg aufwärts. Die Farbe der Oberseite des Rumpfes und des Schwanzes ist licht grünlich-grau und mit zahlreichen weißlichen und schwarz-braunen, fast schwarzen Tüpfeln besetzt. Die Unterseite und die Innenseite der Gliedmaßen erscheinen ebenfalls grünlich-grau. Ferner ist die Oberseite der Gliedmaßen und der gesamte Schwanz mit gelblich-grauen Binden versehen. Der Kopf weist eher eine rotbraune Färbung auf und ist mit zahlreichen schwarz-grauen Zick-Zack-Linien besetzt, die sich bis zum Unterkiefer erstrecken. Dagegen ist die Kehle mit konvergierenden aschgrauen Streifen geziert.

Lebensweise

Bunter Stelzenläufer
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Bunter Stelzenläufer

Der Bunte Stelzenläufer ist auch bekannt als das südamerikanische Chamäleon. Sein Verbreitungsgebeit erstreckt sich östlich der Anden im nördlichen Südamerika, über Trinidad bis nach Grenada in der Karibik. Dieser arboreale Bunte Stelzenläufer lebt hauptsächlich in tropischen Regenwäldern und kann aber auch trockene Bereiche bewohnen. Die Lebensdauer dieser Art kann mehr als zehn Jahre betragen.

Verbreitung

Der Bunte Stelzenläufer ist in folgenden Ländern verbreitet: Kolumbien, Venezuela (Miranda), Guyana, Surinam, Französisch-Guyana, Trinidad, Brasilien (Amapá, Pará, Roroima, Amazonas, Acre, Rondonia, Mato Grosso), Bolivien (Pando), Nord-Peru und Ecuador.

Ernährung

Der Bunte Stelzenläufer ernährt sich hauptsächlich von Insekten (Insecta) und von kleinen Spinnentieren (Arachnida), wobei er nicht sehr wählerisch ist und alles frißt, was er überwältigen kann. Der Bunte Stelzenläufer lauert unbeweglich auf seine Beute, bevor er sie, nachdem er sie erspäht hat, nach einem kurzen Sprint durch gezieltes Zupacken erlegt und wie alle Kielschwanzleguane (Tropiduridae) bei passender Größe, ganz hinunterschlingt.

Fortpflanzung

Während der Paarungszeit beginnen die Männchen zu balzen, indem sie mit dem Kopf nicken und mit der Schwanzspitze schlängeln. Die Tiere bewegen sich meist nur mit ruckartigen Bewegungen. Die paarungsbereiten Weibchen erwidern die Bewegung der Männchen und signalisieren so ihre Paarungsbereitschaft. Weibchen, die nicht zu Paarung bereit sind, entziehen sich dem Blickfeld des Männchens oder flüchten bei Paarungsversuchen. Kommt es zur Paarung hält das Männchen das Weibchen mit einem Nackenbiss fest. Nach Paarung legt das Weibchen die Eier in einer vorher gegrabenen Erdmulde ab und verschließt diese danach wieder. Nach etwa zwei bis drei Tagen fressen die Jungtiere zum ersten Mal kleine Insekten (Insecta).

Weitere Synonyme

Solimões River, Amazonas State, Brazil
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Solimões River, Amazonas State, Brazil
Solimões River, Amazonas State, Brazil
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Solimões River, Amazonas State, Brazil
Solimões River, Amazonas State, Brazil
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Solimões River, Amazonas State, Brazil
  • Lacerta plica - Linnaeus, 1758
  • Iguana chalcidica - Laurenti, 1768
  • Sellio plica - Latreille, 1801
  • Agama plica - Daudin, 1802
  • Lophyrus panthera - Spix, 1825
  • Ophryessa panthera - Boie, 1825
  • Ecphymotes plica - Fitzinger, 1826
  • Uraniscodon (Pneustes) plica - Kaup, 1827
  • Lophyrus (Ophreyesa) agamoides - Gray, 1827
  • Hypsibatus plica - Wagler, 1830
  • Ophyessa [sic] (Plica) plica - Gray, 1831
  • Hypselophus plica - Wiegmann, 1835
  • Hypsibatus agamoides - Duméril & Bibron, 1837
  • Hypsibatus punctatus - Duméril & Bibron, 1837
  • Hypselopus [sic] plica - Gravenhorst, 1837
  • Ptychosaurus (Ptychosaurus) punctatus - Fitzinger, 1843
  • Ptychosaurus (Ptychopleura) plica - Fitzinger, 1843
  • Plica punctata - Gray, 1845
  • Hypsibatus agamoides - Duméril, Bibron & Duméril, 1854
  • Hypsibatus punctatus - Duméril, Bibron & Duméril, 1854
  • Uraniscodon plica - Boulenger, 1885
  • Plica plica - Burt & Burt, 1931
  • Plica plica - Peters et al., 1970
  • Tropidurus plica - Frost, 1992
  • Tropidurus plica - Dirksen & De La Riva, 1999
  • Plica plica - Gorzula & Señaris, 1999
  • Tropidurus plica - Harvey & Gutberlet, 2000
  • Plica plica - Frost, et al., 2001
  • Tropidurus plica - Lehr, 2002
  • Tropidurus plica - Whithworth & Beirne, 2011

Anhang

Literatur und Quellen

'Persönliche Werkzeuge