Bromelienlaubfrosch

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Bromelienlaubfrosch

Systematik
Klasse: Lurche (Amphibia)
Unterklasse: Nacktlurche (Lissamphibia)
Ordnung: Froschlurche (Anura)
Unterordnung: Moderne Froschlurche (Neobatrachia)
Überfamilie: Laubfrösche, Echte Kröten und Verwandte (Hyloidea)
Familie: Laubfrösche i.w.S. (Hylidae)
Unterfamilie: Hylinae
Gattung: Dendropsophus
Art: Bromelienlaubfrosch
Wissenschaftlicher Name
Dendropsophus ebraccatus
(Cope, 1874)

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Der Bromelienlaubfrosch (Dendropsophus ebraccatus), auch unter den Synonymen Hyla weyerae und Hyla ebraccata bekannt, zählt innerhalb der Familie der Laubfrösche i.w.S. (Hylidae) zur Gattung Dendropsophus. Im Englischen wird der Bromelienlaubfrosch hourglass treefrog oder pantless treefrog genannt. Die Art ist monotypisch, Unterarten sind demnach keine bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Taxonomie

Laut der Roten Liste der IUCN war die Art früher der Gattung Hyla zugeordnet und wurde vor kurzem in die Gattung Dendropsophus verschoben.

Beschreibung

Aussehen und Maße

Das Männchen erreicht eine Körperlänge von etwa 27,0 Millimeter, während das Weibchen eine Körperlänge von etwa 35,0 Millimeter erreichen kann. Das Gewicht beträgt etwa 1,0 bis 3,5 Gramm. Der Bromelienfrosch weist eine gelb-goldene Färbung mit braunen Flecken auf dem Rücken auf. Neben den braunen Flecken zeichnet sich ein deutliches Muster auf dem Rücken ab, das einer Sanduhr ähnelt. Jedoch variiert das Muster bei verschiedenen Populationen. Einige Beispiele für Farbmuster-Varianten sind eine Sanduhr-Form ohne Flecken, eine Sanduhr-Form mit Flecken oder nur Flecken und ein ganz schlichtes Muster. Das Männchen unterscheidet sich vom Weibchen, indem das Männchen eine Schallblase besitzt, während das Weibchen ein größeres Tympanum (Membran des Hörorgans) aufweist, so dass das Weibchen die Lockrufe des Männchens schon von Weitem hören kann.

Lebensweise

Bromelienlaubfrosch
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Bromelienlaubfrosch

Laut der Roten Liste der IUCN lebt die Art im tropischen Regenwald, einschließlich in primären und sekundären Wäldern sowie an Waldrändern. Aber sie kann auch in stark degradierten Gebieten, in denen die meisten Wälder abgeholzt wurden, leben. Die Art hält sich auf Ästen in hohen Bäumen oder in Baumkronen auf und kommt nur in der Nacht zum Wasser hinunter, um zu Laichen. Die Kaulquappen entwickeln sich im Wasser.

Verbreitung

Laut der Roten Liste der IUCN ist die Art an der Karibik- und der Golfküste im Süden Mexikos, südlich von Chiapas, nördlich von Guatemala und Belize anzutreffen. Ferner kommt die Art in Honduras, Nicaragua, Costa Rica, Panama sowie nordwestlich von Ecuador vor. In Kolumbien trifft man die Art im pazifischen Tiefland sowie an den westlichen und nördlichen Hängen der Kordilleren an. Die Art kann sich in Höhen bis zu 1.600 Meter über dem Meeresspiegel aufhalten.

Ernährung

Bromelienlaubfrosch
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Bromelienlaubfrosch

Der Bromelienlaubfrosch ist überwiegend ein Insektenfresser, der sich von Ameisen, Termiten, Käfern und Fliegen in passender Größe ernährt. Hier und da werden auch Spinnentiere und kleinere Gliederfüßer erbeutet. Er fängt die Beutetiere mit Hilfe seiner klebrigen Zunge. Die Larven und Jungfrösche ernähren sich zudem auch von Plankton und Kleinstlebewesen wie Insektenlarven.

Fortpflanzung

Sobald ein Weibchen ein Männchen gewählt hat, dreht das Weibchen den Körper seitlich und wartet bis das Männchen auf den Rücken klettert. Das Männchen klammert sich an das Weibchen in der Nähe der Basis der Arme fest. Diese Position wird als axillärer Amplexus bezeichnet. Das Weibchen sucht mit dem Männchen auf dem Rücken einen geeigneten Ort, um ihre Eier abzulegen. Dies ist normalerweise auf der Oberseite eines Blattes, das über einem Teich hängt. Die Anzahl der Eier variiert zwischen 15 und 296 Eier. Die Entwicklung der Eier erfolgt auf dem Blatt bis die kleinen Kaulquappen sich aus der Geleemasse befreit haben und ins Wasser fallen. Die weitere Entwicklung der Kaulquappen findet dann für weitere vier bis sechs Wochen im Teich statt. Nach Abschluss der Metamorphose verlassen sie den Teich und steigen dann bis hoch in die Baumkronen.

Gefährdung und Schutz

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Bromelienlaubfrosch

Laut der Roten Liste der IUCN gehört der Bromelienlaubfrosch heute noch nicht zu den bedrohten Arten. Er ist in weiten Teilen des Verbreitungsgebietes häufig anzutreffen. Nur in wenigen Regionen kommt der Bromelienlaubfrosch selten oder nur spärlich vor. In der Roten Liste der IUCN wird er als least concern (nicht gefährdet) geführt. Er ist sehr anpassungsfähig und in Costa Rica wird er häufig in offenen Landschaften gefunden. Jedoch geht die größte Bedrohung wahrscheinlich von der Abholzung der Wälder für die landwirtschaftliche Entwicklung sowie durch illegale Bepflanzungen, menschliche Besiedlungen und Verschmutzung infolge des Besprühens von illegalen Kulturen mit Pestiziden aus.

Anhang

Literatur und Quellen

  • Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Fische 2, Lurche. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co.KG, München Oktober 1993. ISBN 3-423-05970-2
  • Kurt Deckert: Urania-Tierreich - Fische, Lurche, Kriechtiere. Urania-Verlag Leipzig - Jena - Berlin 1991. ISBN 3-332-00376-3

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