Brillenbär

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Brillenbär
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Systematik
Klasse: Säugetiere (Mamalia)
Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
Familie: Großbären (Ursidae)
Unterfamilie: Kurzschnauzenbären (Tremarctinae)
Gattung: Tremarctos
Art: Brillenbär
Wissenschaftlicher Name
Tremarctos ornatus
F. Cuvier, 1825

Der Brillenbär (Tremarctos ornatus), der auch Andenbär genannt wird, zählt innerhalb der Familie der Großbären (Ursidae) zur Gattung der Tremarctos. Er ist in Südamerika das größte Raubtier und nach dem Tapir das zweitgrößte Landsäugetier. Der Brillenbär gilt als einzig noch lebende Art der Kurzschnauzenbären.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Der Brillenbär erreicht eine Länge von bis zu 200 cm, eine Schulterhöhe von bis zu 90 cm sowie ein Gewicht von 130 bis 170 kg. Weibchen bleiben erheblich kleiner und leichter (ca. 70 Kg) als Männchen. Das dichte Fell ist meist schwarz, jedoch kann es auch bräunliche Tiere geben. Auf der Brust befindet sich eine weißliche bis gelbliche Musterung. Von der Stirn bis zum Nasenrücken hat der Brillenbär einen weißen Strich, der dem Bären im Gesicht ein brillenähnliches Aussehen gibt. Diese Zeichnung war namensgebend. Der Kopf ist recht groß und breit, er endet in einer kurzen Schnauze. Die Ohren sind von kurzer und abgerundeter Form. Die kurzen Beine sind kräftig gebaut und enden in fünf Zehen mit mächtigen Krallen, die nicht einziehbar sind. Mit diesen Krallen kann er ausgezeichnet klettern.

Der Geruchssinn ist der wichtigste Sinn dieser ausgesprochen scheuen Bärenart. Mit ihm kann er auf große Entfernung seine Nahrung oder auch Gefahr wittern. Er ist hauptsächlich dämmerungs- und tagaktiv. Er lebt einzelgängerisch, die Geschlechter finden nur kurz während der Paarungszeit zueinander. In seinen natürlichen Verbreitungsgebieten ist der Brillenbär mittlerweile eine stark bedrohte Art. Die übermäßig starke Bejagung in früheren Zeiten und die schleichende Zerstörung seiner Habitate sind als Hauptgründe zu nennen.

Verbreitung

Der Brillenbär lebt im Hochgebirge in tropischen und subtropischen Regenwäldern. Sein Hauptverbreitungsgebiet erstreckt sich über Venezuela, Kolumbien, Ecuador, Peru und Bolivien. Kleinere Populationen leben auch im Norden Argentiniens. Er ist in Höhen von bis zu 2.000 Metern über NN. anzutreffen.

Nahrung

Auch wenn der Brillenbär zur Ordnung der Raubtiere gehört, so ernährt er sich doch hauptsächlich von pflanzlicher Kost. Dazu gehören Sämereien, Früchte, Kakteen und Nüsse. Hier und da bessert er seinen Speiseplan mit Insekten und kleinen Säugetieren auf.

Fortpflanzung

Weibchen erreichen die Geschlechtsreife mit etwa drei Jahren, Männchen erst wesentlich später rund mit sechs Jahren. Die Paarungszeit erstreckt sich über den Sommer. Vor dem eigentlichen Paarungsakt kommt es zwischen den Geschlechtern zu ritualisierten Scheinkämpfen. Nach einer Tragezeit von 250 bis 270 Tagen bringt das Weibchen an geschützter Stelle ein bis drei Jungtiere zur Welt. Die Jungen sind bei der Geburt noch nackt und blind. Das Geburtsgewicht beträgt rund 400 bis 500 Gramm. Sie wachsen sehr schnell und bereits nach einem Monat folgen die Jungen ihrer Mutter auf Streifzügen. Es ist zu beobachten, daß die Jungtiere bei Gefahr auf den Rücken der Mutter flüchten. Mit etwa acht bis zehn Monaten verlassen die Jungbären ihre Mutter. In Gefangenschaft kann ein Brillenbär bis zu 25 Jahre alt werden.

Anhang

Siehe auch

  • Hauptartikel: Bären (Ursidae)

Literatur und Quellen

  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999
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