Breitschnabelkolibri

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Breitschnabelkolibri

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Unterklasse: Neukiefervögel (Neognathae)
Ordnung: Seglervögel (Apodiformes)
Familie: Kolibris (Trochilidae)
Unterfamilie: Eigentliche Kolibris (Trochilinae)
Gattung: Cynanthus
Art: Breitschnabelkolibri
Wissenschaftlicher Name
Cynanthus latirostris
Swainson, 1827

IUCN-Status
Least Concern (LC) - IUCN

Der Breitschnabelkolibri (Cynanthus latirostris) zählt innerhalb der Familie der Kolibris (Trochilidae) zur Gattung Cynanthus.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der Breitschnabelkolibri erreicht eine Körperlänge von gut 8 bis 10 Zentimeter, eine Flügelspannweite von rund 13 Zentimeter sowie ein Gewicht von etwa 35 bis 40 Milligramm. Markantes Merkmal ist der graue, sehr lange Schnabel, der leicht nach unten gebogen ist und am Schnabelansatz eine rötliche Färbung aufweist. Die Geschlechter weisen in der Gefiederfärbung einen deutlichen Geschlechtsdimorphismus auf. Männchen weisen im Kehlbereich einen großen bläulichen, metallisch schimmernden Fleck auf. Auch das übrige Gefieder schimmert zum Teil metallisch. Rücken und Schwanzoberseite schimmern leicht grünlich. Der Oberkopf weist eine völlig grüne Färbung auf. Weibchen sind deutlich weniger bunt gefärbt und glänzen eher durch ihr graubraunes Tarngefieder. Juvenile Vögel ähneln in der Gefiederfärbung den Weibchen. Die Flugmuskulatur ist sehr stark ausgeprägt und macht alleine ein Drittel des Gesamtgewichtes aus. Damit können sie ihre Flügel mehr als 70 mal pro Sekunde bewegen und in der Luft förmlich schweben.

Verhalten

Breitschnabelkolibris sind sehr aktive Vögel, die den Großteil des Tages auf Nahrungssuche sind. Unabläßlich sind sie mit surrenden Flügeln unterwegs oder stehen scheinbar schwebend vor Blüten, um Nektar aufzunehmen. Breitschnabelkolibris leben im wesentlichen einzelgängerisch, die Geschlechter treffen nur zur Paarungszeit aufeinander. Vor allem während der Paarungszeit legen die Männchen ein territoriales Verhalten an den Tag. Während der Nacht suchen Breitschnabelkolibris Schlafbäume auf und halten hier ihre Nachtruhe. Während der Nacht verfallen sie in eine Art Starre, bei der ihr Stoffwechsel deutlich herunterfährt, um Energie zu sparen.

Unterarten

Verbreitung

Die Brutgebiete der Breitschnabelkolibris liegen im Südwesten der USA und in einigen Landesteilen von Mexiko. Die Populationen, die in den USA (New-Mexico, Arizona und Texas) brüten, ziehen im Herbst meist ins zentrale Mexiko. Die südlichsten Winterquartiere liegen auf Höhe des südlichen Mexikos. Breitschnabelkolibris leben bevorzugt in blumenreichen Heidelandschaften, in der offenen Prärie mit entsprechender Vegetation sowie an Waldrändern. In der Nähe des Menschen werden auch Gärten und Parks besiedelt.

Ernährung

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Breitschnabelkolibris ernähren sich im wesentlichen vom Nektar, Blütenpollen sowie von Kleinstinsekten und deren Larven. Sie nehmen dabei eine Vielzahl von blütentragenden Pflanzen an. Nektar wird im Flug aus den Blüten aufgenommen. Insekten werden grundsätzlich nur im Flug gefangen. Bedingt durch den hohen Stoffwechsel muss ein Breitschwanzkolibri im Laufe eines Tages fast das eigene Körpergewicht an Nahrung zu sich nehmen.

Fortpflanzung

Geschlechtsreif ist ein Breitschnabelkolibri mit gut einem Jahr. Die Paarungszeit der Breitschnabelkolibris beginnt in den nördlichen Verbreitungsgebieten im März oder April, in den südlichen Regionen bereits im Februar. Die Vögel leben in einer polygamen Beziehung, ein Männchen begattet zumeist mehrere Weibchen und hat mit der Aufzucht des Nachwuchses nur wenig zu tun. Das napfartige Nest wird vom Weibchen alleine errichtet und entsteht an geschützter Stelle im Geäst von Sträuchern und Bäumen. Sie legt ein bis zwei weißliche Eier, die sie über einen Zeitraum von 14 bis 16 Tagen ausbrütet. Der Nachwuchs wird überwiegend mit einem Nahrungsbrei aus leicht vorverdauter Nahrung gefüttert und erreicht bereits mit drei Wochen die Flugfähigkeit. Die Lebenserwartung liegt unter günstigen Umständen bei sechs bis acht Jahren, jedoch erreichen die meisten Jungvögel meist nur ein Alter von zwei bis drei Jahren.

Anhang

Literatur und Quellen

  • Dieter Poley, Kolibris. Trochilidae, Westarp Wissenschaften; Auflage: 3., erw. Aufl. (Januar 1994) - ISBN 3894324090
  • Prof. Dr. Dr. H. C. Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Band 7-9 Vögel. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG München (1993) ISBN 3-423-05970-2
  • Gottfried Mauersberger, Wilhelm Meise: Urania Tierreich, 7 Bde., Vögel.Urania, Stuttgart (1995) ISBN 3423032049
  • Einhard Bezzel, Roland Prinzinger: Ornithologie, Utb, 1990, ISBN 3800125978
  • Hans-Heiner Bergmann: Die Biologie des Vogels. Aula, 1987, ISBN 389104447X

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