Braune Landschildkröte

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Braune Landschildkröte
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Systematik
Klasse: Reptilien (Reptilia)
Ordnung: Schildkröten (Testudinata)
Unterordnung: Halsberger-Schildkröten (Cryptodira)
Familie: Landschildkröten (Testudinidae)
Gattung: Asiatische Waldschildkröten (Manouria)
Art: Braune Landschildkröte
Wissenschaftlicher Name
Manouria emys
Schlegel & Müller, 1844

Die Braune Landschildkröte (Manouria emys) zählt zur Familie der Landschildkröten (Testudinidae) und gehört zur Gattung der Asiatischen Waldschildkröten (Manouria).

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Die Braune Landschildkröte erreicht eine Panzerlänge von bis zu 50 Zentimeter sowie ein Gewicht von gut 20 Kilogramm. Die Unterart Birma-Landschildkröte (Manouria emys phayrei) wird mit knapp 60 Zentimeter und einem Gewicht von gut 35 Kilogramm deutlich größer und schwerer. Sie ist damit die größte in Asien vorkommende Landschildkröte. Der Carapax ist weniger stark gewölbt als bei anderen Landschildkröten. Der supracaudale Schild, also der Schwanzschild ist geteilt. Die dorsalen Hornschilde sind eingefasst mit insgesamt 24 Marginalschilde - zwölf auf jeder Seite. Die hinteren Marginalschilde weise eine leichte Zackung auf. Die Färbung des Panzers variiert von bräunlich über grau bis fast schwarz. Der Schwanz ist beim Männchen etwas länger und an der Wurzel deutlich breiter. Der Plastron ist beim Männchen leicht konkav ("eingedellt"). Mit einem eingedellten Plastron kann ein Männchen leichter aufreiten.

Wie alle Schildkröten, so ist auch die Braune Landschildkröte sehr langsam in ihrer Bewegung. Daran ändert sich auch nichts, wenn sie durch Fressfeinde bedroht wird. Sie verläßt sich dabei mehr auf den Schutz durch ihren passiven Panzer, der von kaum einem Räuber geknackt werden kann. Jungschildkröten und Eier fallen meist Räubern wie Füchsen, Waranen oder Raubvögeln zum Opfer. Sie ist sowohl dämmerungs- als auch tagaktiv. Während der heissen Tageszeit sucht sie regelmäßig Schutz im Schatten oder gräbt sich im feuchten Boden ein. In ihrem Lebensraum hält sich die Braune Landschildkröte meist in der Nähe eines Gewässers auf. Das kann ein langsam fliessender FLuss oder ein anderes Gewässer sein. Auf Nahrungssuche geht sie vorzugsweise in den frühen Abendstunden, meist mit beginnender Dämmerung.

Unterarten

Schutz, Bedrohung

Die Braune Landschildkröte ist in ihrer Art stark gefährdet. Aufgrund dessen steht sie mittlerweile unter weltweitem Schutz (CITES, Anhang II). In der Roten Liste des IUCN wird sie als gefährdete Art geführt. Insbesondere in China wird die Braune Landschildkröte von der Bevölkerung gejagt. Ihr Fleisch wird gegessen oder findet Verwendung in der chinesischen Medizin. Auch der Wildfang für den illegalen Tierhandel hat zu dem starken Rückgang der Populationen beigetragen. Die Zerstörung der natürlichen Lebensräume verschärft die angespannte Situation zusätzlich.

Verbreitung

Die natürlichen Vorkommen der Braunen Landschildkröte erstrecken sich über Südostasien. Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich insbesondere über Bangladesh, Cambotscha, China, Ostindien, Sumatra und Borneo, Malaysia, Myanmar, Thailand und Vietnam. In Vietnam wurde sie offensihtlich eingeführt, da sie hier nicht ursprünglich verbreitet war. Die Schildkröte lebt überwiegend in mäßig feucht warmen Habitaten wie tropischen Regenwäldern. Meist ist sie in unmittelbarer Nähe eines Gewässers anzutreffen. Die Braune Landschildkröte lebt bevorzugt in der Ebene, selten auch in Höhenlagen von bis zu 1.000 Metern.

Nahrung

Die Braune Landschildkröte ernährt sich überwiegend herbivor. Sie frisst dabei sowohl Gräser und Kräuter als auch Früchte, Gemüse und Salate. Gelegentlich werden aber auch kleinere Wirbellose Tiere und Amphibien gefresen.

Fortpflanzung

Die Braune Landschildkröte erreicht die Geschlechtsreife mit 15 bis 20 Jahren. Die Paarungszeit erstreckt sich meist über das spätere Frühjahr oder den Frühsommer. Das Paarungs- und Werbeverhalten dieser Braunen Landschildkröte ist deutlich umfangreicher und komplizierter als bei anderen Schildkrötenarten. Offensichtlich erfolgt die Kommunikation der beiden Geschlechter durch eifriges Kopfnicken. Dabei kommt es sowohl zu horizontalen als auch zu vertikalen Kopfbewegungen, die offensichtlich eine unterschiedliche Bedeutung haben. Beim Werbeverhalten kommt es zudem zu langsamen Verfolgungsjagten. Dabei kommt es üblicherweise zu Bissen, die das Männchen bei der Verfolgung in die hinteren Extremitäten ansetzt. Es sind auch dunkle und sehr tiefe Töne zu vernehmen, wobei die Laute des Männchens tiefer sind und länger andauern. Schlußendlich kommt es dann irgendwann zur Kopulation, wo das Männchen üblicherweise aufreitet. Danach trennen sich die Geschlechter wieder und das Männchen zieht von dannen.

Kurz vor der Eiablage beginnt das Weibchen damit ein Grube auszuheben. Sie legt in diese Grube, abhängig von ihrem Alter, zwischen 20 und 50 Eier. Die Eier bedeckt sie dann mit Laub oder anderen pflanzlichen Materialien. Die Inkubationszeit beträgt je nach Umgebungstemperatur zwischen 65 und 85 Tage. Ist es relativ kalt, so kann sich diese Zeit auch auf deutlich über 100 Tage ausdehnen. Während der Inkubationszeit schützt das Weibchen ihr Gelege. Diese Art von Brutpflege ist in der Welt der Schildkröten einmalig. Eine Braune Landschildkröte kann ein hohes Alter von bis zu 150 Jahren erreichen.

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