Braunbär

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Braunbär

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Lebendgebärende Säugetiere (Theria)
Teilklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
Überfamilie: Hundeartige (Canoidea)
Familie: Großbären (Ursidae)
Gattung: Ursus
Art: Braunbär
Wissenschaftlicher Name
Ursus arctos
Linnaeus, 1758

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Der Braunbär (Ursus arctos) gehört innerhalb der Familie der Großbären (Ursidae) zur Gattung Ursus. Diese Gattung umfasst alle Großbären wie den Eisbär, amerikanische und asiatische Schwarzbären, Malaienbär und den Lippenbär.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Braunbären erreichen, je nach Unterart, eine Körperlänge von 150 bis 300 cm, eine Schulterhöhe von bis zu 150 cm sowie ein Gewicht von bis zu 750 Kg. Die mit Abstand größte Unterart der Braunbären ist der Kodiakbär, der nur auf den Kodiak-Inseln beheimatet ist. Auch die Fellfärbung unterscheidet sich stark. Je nach Unterart ist das Fell grau, gelblich, braun bis dunkelbraun oder fast schwarz. Braunbären verfügen über sehr feine Sinne. Vor allem der Geruchssinn ist sehr weit entwickelt. Über mehrere Kilometer können sie ihre Nahrung wittern. Auch das Sehvermögen und das Gehör sind außerordentlich gut entwickelt. Die Tiere leben, abgesehen vom Weibchen mit ihren Jungen, als Einzelgänger in ihren zum Teil riesigen Territorien. Ihre Reviere können bis zu 1.000 qkm groß sein. In den kalten Wintermonaten halten Braunbären eine Winterruhe. Für diese Ruhephase fressen sie sich im Sommer und Herbst eine dicke Speckschicht an.

In vielen Verbreitungsgebieten sind Braunbären vom Aussterben bedroht oder schon ausgestorben. Die größten Populationen gibt es heute noch in Nordamerika und Sibirien. In Europa sind sie nur noch in kleineren Populationen in Skandinavien, den Alpen und Osteuropa vertreten.

Unterarten

Validierte Unterarten nach Wilson & Reeder, 2005.

Verbreitung

Die Hauptverbreitungsgebiete sind Nordamerika, insbesondere Alaska, der Norden der USA und Kanada. In Nordskandinavien hat sich der Bärenbestand in den vergangenen Jahrzehnten stark erholt und weist einen deutlichen Aufwärtstrend auf. In Asien sind Braunbären vor allem in Rußland und Sibirien zu Hause. Sie bewohnen vorzugsweise baumarme Bergregionen und andere baumlose Landschaften.

Nahrung

Braunbären sind Allesfresser. Sie fressen neben Beeren, Pflanzen und deren Wurzeln auch Fleisch und Fisch. Beliebt sind vor allem Insektenlarven, Ameisen und ähnliches. Auch Aas verschmähen sie nicht, die Mägen der Braunbären sind gegen fauliges Fleisch immun. Sie haben auch eine Vorliebe für süsses und plündern gerne Bienenstöcke. Je nach Unterart frisst ein Braunbär zwischen 10 und 20 Kg am Tag. Besonders auf den Kodiakinseln haben Braunbären aufgrund der fettreichen Nahrung (Lachse) enorme Ausmaße angenommen.

Fortpflanzung

Braunbären erreichen die Geschlechtsreife mit rund 4 Jahren. Die Paarungszeit erstreckt sich über die Sommermonate. Das befruchtete Ei fängt allerdings nicht sofort an zu wachsen, sondern erst mit Beginn des Winters. Nach einer Tragezeit von 2 Monaten bringt das Weibchen während der Winterruhe zwischen 1 und 3 Jungtiere zur Welt. Die kleinen Bären haben ein Geburtsgewicht von 300 bis 400 Gramm sowie eine Länge von 30 cm. Sie sind anfangs noch nackt und blind. Das Weibchen wärmt die Jungen zwischen Bauch und Arme. Im Alter von etwa 30 Tagen öffnen die Jungbären ihre Augen. Aufgrund der fettreichen Milch wachsen die Tiere sehr schnell heran. Mit Verlassen der Höhle im Frühjahr sind die Jungtiere vollständig entwickelt und können der Mutter folgen. Sie werden insgesamt für 4 Monate gesäugt, bleiben aber noch 2 bis 3 Jahre bei der Mutter, die ihnen alles Wissenswerte beibringt. Das Muttertier verteidigt ihre Sprößlinge energisch - auch gegenüber männlichen Artgenossen. Braunbären erreichen in Freiheit ein Alter von etwa 30 Jahren.

Anhang

Siehe auch

  • Hauptartikel: Bären (Ursidae)

Literatur und Quellen

  • Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World: v. 1 & 2. B&T, Auflage 6, 1999, (engl.) ISBN 0801857899
  • Don E. Wilson & DeeAnn M. Reeder: Mammal Species of the World, a Taxonomic & Geographic Reference. J. Hopkins Uni. Press, 3rd ed., 2005 ISBN 0801882214
  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999
  • Säugetiere. 700 Arten in ihren Lebensräumen. Dorling Kindersley, 2004. ISBN 383100580X

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