Brasilianische Riesenvogelspinne

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Brasilianische Riesenvogelspinne
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Systematik
Klasse: Spinnentiere (Arachnida)
Ordnung: Webspinnen (Araneae)
Unterordnung: Vogelspinnenartige (Mygalomorphae)
Familie: Vogelspinnen (Theraphosidae)
Gattung: Lasiodora
Art: Brasilianische Riesenvogelspinne
Wissenschaftlicher Name
Lasiodora parahybana
de Mello Leitão, 1917

Die Brasilianische Riesenvogelspinne (Lasiodora parahybana) zählt innerhalb der Familie der Vogelspinnen (Theraphosidae) zur Gattung Lasiodora.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Die Brasilianische Riesenvogelspinne erreicht eine Körperlänge von gut 10 cm, wobei die Beinspannweite bis zu 30 cm betragen kann. Die Grundfärbung variiert zwischen dunkelbraun und schwarz. Ihr gesamter Körper sowie die Extremitäten sind mit Haaren übersät. Die längeren Haare sind gekräuselt. Männliche Tiere wirken insgesamt schlanker und zierlicher. Die Behaarung ist überwiegend hellbraun, die Abdominalbehaarung beim Männchen geht eher ins rotbraune bis rötliche.

Der Körper einer Vogelspinne teilt sich in Vorderkörper und Hinterkörper. Die vier Beinpaare, die Taster (Pedipalpen) sowie die Beißklauen (Cheliceren) befinden sich im vorderen Teil des Körpers.
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Oberhalb der Beißklauen befinden sich die acht Augen. Von der Anzahl der Augen kann man nicht auf die Sehfähigkeit schliessen, denn trotz der acht Augen kann die Vogelspinne verhältnismäßig schlecht sehen. Der Hinterleib ist durch das Fehlen eines Chitinskeletts ungeschützt und daher sehr empfindlich. Die zwei Paare Spinnwarzen befinden sich am Ende des Hinterleibes. Die Geschlechtsorgane liegen auf seiner Unterseite. Die Extremitäten sind in sieben Segmente unterteilt. Mit ihnen ist die Vogelspinne recht schnell unterwegs. Die Beißklauen am Vorderkörper dienen dem Beutefang. Mit ihnen injiziert die Vogelspinne ihrer Beute ein Gift, das lähmend wirkt. Für Menschen ist dieses Gift nicht gefährlich. Allenfalls Allergiker können Probleme bekommen.

Bei Gefahr ist die Brasilianische Riesenvogelspinne in der Lage, ihren Feinden sogenannte Brennhaare entgegenzuschleudern. Die Brennhaare besitzen Widerhaken und lösen starke Hautreizungen aus. In Augen und Schleimhäuten kann es zu schweren Entzündungen kommen. Selten sind allergische Reaktionen zu beobachten. Diese Vogelspinnenart ist bodenbewohnend und ist sehr aggressiv. Sie scheut bei Gefahr auch bei größeren Feinden nicht, in die Offensive zu gehen.

Verbreitung

Die Brasilianische Riesenvogelspinne lebt in einem kleinen Gebiet, dem Campina Grande, im Osten Brasiliens. Sie bewohnt vorzugsweise halbtrockene Buschsteppen und Trockenwälder. Sie hält sich außerhalb der Jagd für gewöhnlich in ihrer Wohnhöhle auf, die sie entweder selbst gegraben oder in Beschlag genommen hat.

Nahrung

Diese sehr große Vogelspinnenart frisst alles was sie überwältigen kann. Dazu gehören neben größeren Insekten auch kleine Säuger wie Mäuse. Vor Skorpionen, Reptilien und Jungvögel in passender Größe macht sie auch nicht halt.

Fortpflanzung

Häutung
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Häutung
Männchen erreichen die Geschlechtsreife etwa nach zwei Jahren, Weibchen brauchen ein Jahr länger. Das Männchen häutet sich nach der Reifehäutung nicht mehr, das Weibchen hingegen häutet sich auch weiterhin etwa einmal im Jahr. Die Geschlechtsorgane liegen auf der Unterseite des Opisthosomas. Nach einer erfolgreichen Paarung legt das Weibchen bis zu 1.000 Eier in einen Kokon. Die Entwicklung durchläuft insgesamt drei Stadien. Der erste Abschnitt ist die Entwicklung von Ei und Larve im Kokon. Die Entwicklung zur Nymphe stellt den zweiten Abschnitt dar. Die adulte Vogelspinne (Imago) ist der letzte Abschnitt. Eine Brasilianische Riesenvogelspinne kann ein Alter von 12 bis 15 Jahren erreichen. In Gefangenschaft kann dies deutlich übertroffen werden. Es sind Tiere mit einem Alter von 20 Jahren bekannt.
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