Blaunackenhäher

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Blaunackenhäher

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Unterklasse: Neukiefervögel (Neognathae)
Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)
Unterordnung: Singvögel (Passeri)
Familie: Rabenvögel (Corvidae)
Tribus: Corvini
Gattung: Cyanolyca
Art: Blaunackenhäher
Wissenschaftlicher Name
Cyanolyca cucullata
(Ridgway, 1885)

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Der Blaunackenhäher (Cyanolyca cucullata) zählt innerhalb der Familie der Rabenvögel (Corvidae) zur Gattung Cyanolyca. Im Englischen wird der Blaunackenhäher azure-hooded jay genannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der Blaunackenhäher erreicht eine Körperlänge von etwa 28,0 bis 30,0 Zentimeter und ein Gewicht von etwa 1.000 Gramm. Das Gefieder der adulten Vögel weist eine dunkelblaue Färbung auf. Der Kopf und die Brust sind von einer schwarzen Tönung, während der hintere Teil der Krone und der Nacken hellblau gefärbt und mit einem weißen Rand gesäumt sind. Die Beine sowie der Schnabel sind schwarz geschönt und die Augen weisen eine dunkelrote Tönung auf. Beide Geschlechter ähneln sich in der Gefiederfärbung. Das Gefieder der Jugendlichen erscheint etwas matter als das Gefieder der Erwachsenen. Die Haube der Jugendlichen ist eine himmelblaue Tönung, jedoch ist diese nicht weiß umrandet. Der Ruf dieser Art erklingt ziemlich hell und laut und wird mit niedrigen, harten sowie nasalen Notizen untermalt.

Lebensweise

Blaunackenhäher leben meist in kleinen Familiengruppen oder paarweise. Einzelgängerisch sieht man die Vögel eher selten. Auch die Nahrungssuche erfolgt oftmals in kooperativer Weise. Während der Paarungszeit legen Blaunackenhäher eine territoriale Lebensweise an den Tag. Das eigene Revier wird dabei von allen Mitgliedern einer Gruppe verteidigt. Blaunackenhäher halten sich überwiegend in Bodennähe auf, die Jagd erfolgt jedoch von einer Ansitzwarte aus. Sie sind sesshafte Vögel und bleiben daher ganzjährig in ihren Brutgebieten.

Unterarten

Costa Rica - Monte verde
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Costa Rica - Monte verde

Verbreitung

Laut der Roten Liste der IUCN ist der Blaunackenhäher in folgenden Ländern verbreitet: Costa Rica, Guatemala, Honduras, Mexiko und Panama. Der Blaunackenhäher bewohnt subtropische und tropische feuchte Tieflandwälder sowie subtropische und tropische feuchte Montanwälder.

Ernährung

Blaunackenhäher gehören zu den opportunistischen Allesfressern. Auf ihrer Speisekarte stehen neben größeren Insekten (Insecta) auch kleine Säugetiere (Mammalia), Reptilien (Reptilia), kleine Vögel (Aves) und Nestlinge. Blaunackenhäher sind Ansitzjäger, die erst nach Erspähen eines Beutetieres einen Angriff starten. Beutetiere werden in der Regel am Boden erbeutet. Vogelnester werden jedoch auch in Bäumen und Sträuchern geplündert. Die Nahrungssuche erfolgt entweder einzelgängerisch oder kooperativ in kleinen Gruppen.

Fortpflanzung

Guatemala - Lago de Atitlán
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Guatemala - Lago de Atitlán

Blaunackenhäher erreichen die Geschlechtsreife mit gut einem Jahr und gehören zu den kooperativen Brütern. Sie legen sowohl eine polygame als auch monogame Lebensweise an den Tag. Üblich ist ein brütendes Pärchen, dem sich andere Familienmitglieder als Bruthelfer anschließen. Dabei handelt es sich meist um Nichtbrüter aus einem früheren Gelege. Es kann jedoch auch vorkommen, dass sich zwei Pärchen zusammenschließen oder ein Männchen einen Kleinstharem von zwei Weibchen für sich beansprucht. Im letzten Fall legen beide Weibchen ihre Eier in ein Nest. Egal wie sich eine Gruppe zusammensetzt, sie legen gegenüber Artgenossen und Eindringlingen ein aggressives Territorialverhalten an den Tag. Als Bruthabitat dienen meist lichte Wälder. Die Nester entstehen in mittlerer Höhe von vier bis fünf Meter über dem Boden in Astgabeln von Bäumen oder größeren Sträuchern. Das napfartige Nest besteht überwiegend aus Reisig, kleinen Ästen, Federn sowie Wurzelfasern. Der Nestbau erfolgt ausschließlich durch das Weibchen. Nach der Kopulation legt das Weibchen zwischen drei und vier Eier, die vom Weibchen alleine über einen Zeitraum von rund 21 Tagen ausgebrütet werden. Während dieser Zeit wird das Weibchen vom Männchen und den Bruthelfern mit Nahrung versorgt. Die Nestlingszeit der Küken erstreckt sich über 30 bis 32 Tage. Der Nachwuchs wird von der gesamten Gruppe mit Nahrung versorgt.

Gefährdung und Schutz

Laut der Roten Liste der IUCN gehört der Blaunackenhäher heute noch nicht zu den bedrohten Vogelarten. Er ist in weiten Teilen seines Verbreitungsgebietes häufig anzutreffen. Nur in wenigen Regionen kommt der Blaunackenhäher selten oder nur spärlich vor. In der Roten Liste der IUCN wird der Blaunackenhäher als least concern (nicht gefährdet) geführt.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Prof. Dr. Dr. H. C. Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Band 7-9 Vögel. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG München (1993) ISBN 3-423-05970-2
  • Gottfried Mauersberger, Wilhelm Meise: Urania Tierreich, 7 Bde., Vögel.Urania, Stuttgart (1995) ISBN 3423032049
  • Einhard Bezzel, Roland Prinzinger: Ornithologie, Utb, 1990, ISBN 3800125978
  • Hans-Heiner Bergmann: Die Biologie des Vogels. Aula, 1987, ISBN 389104447X

Links

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