Blaubussard

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Blaubussard

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Unterklasse: Neukiefervögel (Neognathae)
Ordnung: Greifvögel (Falconiformes)
Familie: Habichtartige (Accipitridae)
Unterfamilie: Bussardartige (Buteoninae)
Gattung: Blaubussarde (Geranoaetus)
Art: Blaubussard
Wissenschaftlicher Name
Geranoaetus melanoleucus
Vieillot, 1819

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Der Blaubussard (Geranoaetus melanoleucus), der auch Aguja, Blauadler oder Kordillerenadler genannt wird, ist ein mittelgroßer Greifvogel, der auch Harris-Bussard genannt wird, und zählt innerhalb der Familie der Habichtartigen (Accipitridae) zur Gattung der Blaubussarde (Geranoaetus).

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Der Blaubussard erreicht eine Körperlänge von 60 bis 70 Zentimeter, eine Flügelspannweite von 170 bis 200 Zentimeter sowie ein Gewicht von meist zwei bis drei Kilogramm. Ein Weibchen ist deutlich größer als ein Männchen. Die Befiederung beider Geschlechter ist identisch. Der Körper ist sehr kräftig gebaut. Der Kopf und das Obergefieder sind blaugrau bis graubraun. Dunkle Querbänder zieren dabei das Obergefieder. Charakteristisch ist der weiße Kehlbereich. Die Brust ist bräunlich. Das Bauch- und Beingefieder ist hellgrau gefärbt. Die Blaugrauen Flügel weisen eine dunkle Bänderung auf. Zu den Flügelspitzen hin wird die Befiederung deutlich dunkler. Der Schwanz ist bräunlich und weist ein weißes Querband auf. Die Iris der Augen ist braun. Die Extremitäten sind gelblich gefärbt, der Schnabel ist grau bis dunkelgrau. Der Blaubussard ist ein guter Flieger, der vor allem Aufwinde zum Gleiten nutzt. Die Vögel leben meist einzelgängerisch oder paarweise.

Unterarten

Verbreitung

Blaubussarde sind in Südamerika weit verbreitet. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich dabei von Venezuela bis in den Süden nach Argentinien. Sie bewohnen neben lichten Wäldern, alpinen Regionen auch ausgedehntes Grasland und Steppengebiete mit spärlicher Vegetation. Im Hochgebirge der Anden sind sie bis in Höhen von gut 4.500 Metern anzutreffen.

Nahrung

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Blaubussarde sind reine Fleischfresser. Sie erjagen aus dem Fluge heraus kleinere Säuger wie Kaninchen, Mäuse und Ratten. Auch größere Insekten, andere Wirbellose Tiere und gelegentlich auch Reptilien wie Schlangen oder Echsen stehen auf ihrem Speiseplan. Aas verschmähen sie bei Gelegenheit auch nicht. Ihre Beute verzehren sie meist am Boden, eher seltener in den Bäumen. Ein Beutetier wird für gewöhnlich durch die kräftigen Klauen getötet.

Fortpflanzung

Die Geschlechtsreife erreicht der Blaubussard mit rund drei Jahren. Die Paarungszeit erstreckt sich über das Früjahr. Ihr Nest bauen die Blaubussarde in hohen Bäumen oder in Ermangelung dessen auch in Felsnischen. Ein Horst besteht aus Ästen und Reisig. Sie werden mit Tierhaaren und Federn ausgepolstert. Ein Nest kann von einem Paar durchaus über mehrere Jahre genutzt werden. Ein Gelege kann aus einem bis drei Eier bestehen. Die durchschnittliche Gelegegröße beträgt meist zwei Eier. Sie sind weißlich gefärbt und mit dunkelbraunen Flecken versehen. Die Eier werden über einen Zeitraum von 33 bis 35 Tagen ausgebrütet. Die Jungvögel werden anfangs mit kleinen Häppchen gefüttert. Ab der dritten Woche fressen sie aktiv an größeren Beutetiere. Die Jungvögel können etwa mit 50 Tagen fliegen. Sie werden aber meist noch bis zu vier Wochen von den Eltern mit Nahrung versorgt. Die adulte Befiederung stellt sich mit drei oder vier Jahren ein.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Prof. Dr. Dr. hc Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Band 7-9 Vögel. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG München (1993) ISBN 3-423-05970-2
  • Gottfried Mauersberger, Wilhelm Meise: Urania Tierreich, 7 Bde., Vögel.Urania, Stuttgart (1995) ISBN 3423032049
  • Einhard Bezzel, Roland Prinzinger: Ornithologie, Utb, 1990, ISBN 3800125978
  • Hans-Heiner Bergmann: Die Biologie des Vogels. Aula, 1987, ISBN 389104447X

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