Beringmöwe

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Beringmöwe

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Unterklasse: Neukiefervögel (Neognathae)
Ordnung: Regenpfeiferartige (Charadriiformes)
Unterordnung: Lari
Familie: Möwen (Laridae)
Gattung: Larus
Art: Beringmöwe
Wissenschaftlicher Name
Larus glaucescens
Naumann, 1840

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Die Beringmöwe (Larus glaucescens) zählt innerhalb der Familie der Möwen (Laridae) zur Gattung Larus. Im Englischen wird die Beringmöwe glaucous-winged gull genannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Die Beringmöwe erreicht eine Körperlänge von 61 bis 66 Zentimeter sowie eine Flügelspannweite von 135 bis 140 Zentimeter. Weibchen bleiben ein wenig kleiner als Männchen. Der Rücken und die Flügel weisen eine gräuliche Färbung auf. Stellenweise sind die Federn der Flügel weißlich gesäumt. Das restliche Gefieder ist weiß gefärbt. Der mächtige Schnabel ist bis auf eine rote Stelle am vorderen Unterschnabel gelb. Die Spitze des Oberschnabels ist wie bei allen Möwen deutlich gekrümmt. Im Bereich der Augen ist ein leicht rötlicher Augenring zu erkennen. Die Extremitäten und die Füße weisen eine fleischfarbene bis leicht rosafarbene Färbung auf. Der Schnabel der Jungvögel ist noch bräunlich gefärbt und ihr Gefieder ist gräulich gesprenkelt.

Lebensweise

Die Beringmöwe ist eine gesellige Möwenart. Aber an den Brutplätzen kommt es unter den Vögeln regelmäßig zu Rangeleien. Vor allem die Männchen verteidigen einen kleinen Bereich um das eigene Nest energisch.

Verbreitung

Die Beringmöwe lebt während der Paarungszeit an felsigen Küsten rund um den nördlichen Pazifik. Das Verbreitungsgebiet reicht von den nordwestlichen Bundesstaaten über Alaska und den Aleuten bis ins nördliche Russland. Im Winter ziehen Beringmöwen an der US-Küste entlang bis nach Kalifornien und überwintern dort. Die Beringmöwe kommt im Binnenland so gut wie gar nicht vor. Sie bevorzugt die Küstenbereiche, wo sie auch auf Nahrungssuche geht oder brütet. Auch die dem Festland vorgelagerten Inseln werden gerne besiedelt.

Ernährung

Beringmöwen sind räuberisch lebende Allesfresser. Sie ernähren sich im Grunde von allem, was sich als Nahrung verwerten lässt. So gehören neben Fischen, Krebstieren, wirbellosen Tieren und Algen auch Aas zu ihrer bevorzugten Beute. Sie haben es in ihren Lebensräumen auch auf andere Vögel, deren Brut und Eier abgesehen. Vögel werden sowohl in der Luft als auch am Boden gejagt. Sie töten ihre Beute mit einem kräftigen Biss in den Nacken. Insekten, Schnecken, Kleinsäuger wie Mäuse werden ebenso nicht verschmäht. Als häufige Gäste folgen sie zumeist Fischkuttern, um den einen oder anderen Bissen zu ergattern. In der Nähe menschlicher Siedlungen sind Beringmöwen oft auf Mülldeponien zu beobachten, wo sie nach Verwertbarem oder Aas suchen. Die Nahrungssuche erfolgt an Land oder aber über küstennahen Gewässern.

Fortpflanzung

Die Beringmöwe erreicht die Geschlechtsreife mit durchschnittlich drei bis vier Jahren. Beringmöwen nisten in größeren Kolonien in Steilklippen oder ähnlich strukturierten Küstenlandschaften. Gelegentlich nisten sie auch in geschützten Dünenbereichen. Ein Nest wird in der Regel auf einem Felsvorsprung oder auf dem Erdboden in flachen Mulden errichtet. Die Brutgebiete liegen in der Regel in Alaska, den Aleuten oder dem nordöstlichen Russland. Die Paarungszeit beginnt je nach Vorkommen meist gegen Ende April oder spätestens im Mai. Das Nest wird von beiden Elternteilen aus Pflanzenteilen, Abfallen und ähnlichem errichtet. Das Weibchen legt zumeist zwei bis drei olivbraune bis olivgrüne Eier, die in gemeinschaftlicher Arbeitsteilung in 27 bis 28 Tagen ausgebrütet werden. Das erste Dunengefieder der Jungen ist überwiegend graubraun gefärbt. Gefüttert werden sie von beiden Elternteilen mit hochgewürgter, vorverdauter Nahrung. Mit rund 40 bis 50 Tagen sind die Jungvögel flügge. Unter günstigen Umständen kann eine Beringmöwe ein Alter von 20 Jahren erreichen.

Gefährdung und Schutz

Laut der Roten Liste der IUCN gehört die Beringmöwe heute noch nicht zu den bedrohten Vogelarten. Die Beringmöwe ist in weiten Teilen des Verbreitungsgebietes häufig anzutreffen. Nur in wenigen Regionen kommt die Beringmöwe selten oder nur spärlich vor. In der Roten Liste der IUCN wird die Beringmöwe als least concern (nicht gefährdet) geführt.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Prof. Dr. Dr. H. C. Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Band 7-9 Vögel. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG München (1993) ISBN 3-423-05970-2
  • Gottfried Mauersberger, Wilhelm Meise: Urania Tierreich, 7 Bde., Vögel.Urania, Stuttgart (1995) ISBN 3423032049
  • Einhard Bezzel, Roland Prinzinger: Ornithologie, Utb, 1990, ISBN 3800125978
  • Hans-Heiner Bergmann: Die Biologie des Vogels. Aula, 1987, ISBN 389104447X

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