Streifenköpfige Bartagame

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Streifenköpfige Bartagame

Systematik
Klasse: Reptilien (Reptilia)
Ordnung: Schuppenkriechtiere (Squamata)
Unterordnung: Echsen (Lacertilia)
Familie: Agamen (Agamidae)
Gattung: Bartagamen (Pogona)
Art: Streifenköpfige Bartagame
Wissenschaftlicher Name
Pogona vitticeps
Ahl, 1926

Verbreitungsgebiet
Verbreitungsgebiet der Bartagame

Die Streifenköpfige Bartagame oder Bartagame (Pogona vitticeps), die früher der Gattung Amphibolurus zugeordnet wurde, zählt zur Familie der Agamen (Agamidae) und gehört zur Gattung der Bartagamen (Pogona), welche zusammen mit der Streifenköpfigen Bartagame und allen anderen Bartagamenarten im Jahre 1982 von Glen Milton Storr aufgestellt wurde. Pogona vitticeps wurde erstmals im Jahre 1926 von Ernst Ahl beschrieben. Die griechische Bezeichnung "Pogon" bedeutet Bart, was sich auf den Stachelbart bezieht.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Streifenköpfige Bartagamen erreichen eine Gesamtlänge von 40 bis 55 cm, wobei der Schwanz gut 2/3 der Gesamtlänge ausmacht. Sie sind in der Lage über eine Thermoregulation ihre Hautfarbe der Aussentemperatur anzupassen. Die Körperfärbung kann je nach Temperatur zwischen hellbraun bis dunkelbraun variieren. Der große dreieckige Kopf ist an den Seiten und an der Hinterseite mit einem Stachelkamm versehen, der bei Bedrohung aufgestellt werden kann. Die großen Augen liegen weit vorne am Kopf, die Ohrenöffnungen liegen im hinteren Bereich des länglichen Kopfes. Die Kehlbeschuppung fällt sehr klein aus und ist schwach gekielt.

Die Geschlechter lassen sich unter anderem aufgrund der Schwanzwurzel unterscheiden. Diese ist beim adulten Männchen deutlich dicker als beim Weibchen, da an der Schwanzwurzel des Männchens die Fermoral- und Präanalporen liegen. Der Schwanz ist bei beiden Geschlechtern oftmals insgesamt leicht gedrungen, er macht bis zu zwei Drittel der Gesamtlänge des Tieres aus. An den Flanken des stark abgeflachten Körpers sind deutlich je Seite eine Stachelreihe zu erkennen, die sich über die gesamte Körperlänge ziehen.
Adultes Männchen
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Adultes Männchen
Der Oberkörper ist mit warzenartigen Auswüchsen überzogen. Die recht langen Beine sind mit stark gekielten Schuppen überzogen und enden in langen Zehen, die mit kräftigen Krallen versehen sind. Bartagamen haben als Ansitzjäger ein ausgesprochen gutes Sehvermögen.

Streifenköpfige Bartagamen sind strikte Einzelgänger, die in ihrem Revier keine Artgenossen dulden. Unter Männchen kommt es regelmäßig zu erbitterten Revierkämpfen. Dabei versuchen sie in die Schwanzwurzel des Kontrahenten zu beissen. Kopfnicken, Armwinken und anheben des Schwanzes dienen offensichtlich der Kommunikation. Bei Gefahr reissen sie ihr Maul weit auf und spreizen ihren Kopfbart. Während der kalten Monate halten Bartagamen eine Winterruhe, die etwa drei Monate andauert.

Verbreitung

Beliebter (Terrarien-) Snack: Mehlwürmer, die Larven des Mehlkäfers
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Beliebter (Terrarien-) Snack: Mehlwürmer, die Larven des Mehlkäfers

Zentral- und Südostaustralien ist das natürliche Verbreitungsgebiet der Streifenköpfigen Bartagame. Sie lebt in ausgesprochen trockenen Savannen, Halbwüsten oder Strauch- und Buschsavannen, seltener in trockenen Wäldern oder feuchteren Gegenden. In Ihren Lebensräumen sind sie Temperaturen von durchaus deutlich über 40 Grad Celsius ausgesetzt. Diese Reptilien lassen sich häufig an exponierter Lage wie auf Steinen, Baumstämmen oder anderen Erhebungen beobachten.

Nahrung

Die Streifenköpfige Bartagame ernährt sich als Ansitzjäger von Insekten, kleinen Echsen und Wirbeltieren in passender Größe. Während der Blütezeit ernähren sie sich hauptsächlich von verschiedenen Pflanzen und deren Blüten sowie von Früchten.

Fortpflanzung

Jungtiere
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Jungtiere
frisch geschlüpftes Jungtier
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frisch geschlüpftes Jungtier

Streifenköpfige Bartagamen erreichen die Geschlechtsreife mit einem bis zwei Jahren. Die Paarungszeit beginnt mit Beendigung der Winterruhe. Die Balz ist beim Männchen gekennzeichnet durch heftiges Kopfnicken und Stampfen mit Beinen und Imponiergehabe. Ist ein Weibchen paarungsbereit verbeisst sich das Männchen in den Nacken des Weibchen und führt seine Schwanzwurzel an die des Weibchen. Dabei drückt er seine Kloake an die des Weibchen. Der Paarungsakt kann durchaus mehrere Minuten dauern.

Nach einer Tragezeit von fünf bis sechs Wochen legt das Weibchen zwischen 20 und 30 Eier in eine selbstgegrabene Höhle oder Grube, die sich an geschützter Stelle befindet. Je nach Umgebungstemperatur schlüpfen die Jungtiere nach 60 bis 80 Tagen. Je kühler die Temperatur desto länger die Inkubationszeit. Die durchschnittliche Inkubationstemperatur liegt bei rund 29 Grad. Mittels ihres Eizahnes befreien sich die Jungechsen aus den Eiern. Der Eizahn fällt noch während des Schlupfvorganges ab. Jungtiere weisen eine Schlupflänge von etwa fünf bis acht cm auf. Die Jungechsen ernähren sich von Kleinstinsekten. Die Streifenköpfige Bartagame kann in Gefangenschaft ein Alter von bis zu fünfzehn, selten sogar bis knapp zwanzig Jahren erreichen. Die Lebeserwartung in Freiheit dürfte deutlich darunter liegen.

Terrarienhaltung

  • Beckengröße: Die Terrariengröße sollte für ein einzelnes Tier mindestens 150 x 80 x 80 cm betragen. Für jedes weitere Tier muss die Grundfläche um ca. 15 % erweitert werden.
  • Einrichtung: Sand- Lehmgemisch als Bodengrund, mehrere Verstecke, Steine und Stubben, UV-Beleuchtung (mindestens 5% UVB-Strahlung) notwendig.
  • Terrarienklima: Luftfeuchtigkeit tagsüber 30 bis 40%, nachts bis 60%; Temperatur nachts 18 bis 22°C, allgemeine Lufttemperatur tagsüber etwa 30°C. An Sonnenplätzen (unter den lokalen Spots) sollte die Temperatur bei etwa 45 bis 50°C (fördert die Verdauung der Tiere) liegen, um Verbrennungen zu vermeiden sollte eine Temperatur von 55 °C nicht überschritten werden. Wichtig ist es, auf Rückzugsmöglichkeiten und leicht feuchte Verstecke mit Temperaturen von deutlich unter 30°C zu achten.
  • Futter: Ein bis zwei mal in der Woche Insekten, sonst nur Grünfutter wie Löwenzahn und Salat. Jungtiere mehr und öfter Insekten.
  • Vergesellschaftung: Einzelhaltung, aber auch zu zweit oder zu dritt möglich, maximal ein Männchen je Terrarium! Hin und wieder kommt es vor, dass sich ein Individuum nicht mit anderen Artgenossen verträgt, diese müssen alleine gehalten werden, um Verletzungen durch Bisse oder schlimmeres zu vermeiden.
  • Zusätzliche Information: In Zoo-Fachhandlungen kommt es häufiger vor, dass in großen Terrarien mehrere Männchen gehalten werden, dabei handelt es sich jedoch um rein männliche Gruppen. Diese können sich dann auch vertragen, solange sie sich aus dem Weg gehen können und kein Weibchen im Terrarium ist. Das kann aber auch schief gehen, weshalb man eine Haltung nur von Männchen im eigenen Heimterrarium niemals anraten sollte!

Anhang

Links

Literatur und Quellen

  • Uwe Dost: Das KosmosBuch der Terraristik, Franckh Kosmos Verlag, ISBN 3-440-10129-0
  • Karsten Grießhammer, Gunther Köhler, Norbert Schuster: Bartagamen: Biologie, Pflege, Zucht, Erkrankungen
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