Baktrischer Rothirsch

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Baktrischer Rothirsch

Taxonomie
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Lebendgebärende Säugetiere (Theria)
Teilklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Paarhufer (Artiodactyla)
Unterordnung: Wiederkäuer (Ruminantia)
Familie: Hirsche (Cervidae)
Unterfamilie: Echte Hirsche (Cervinae)
Gattung: Edelhirsche (Cervus)
Art: Rothirsch (Cervus elaphus)
Unterart: Baktrischer Rothirsch
Wissenschaftlicher Name
Cervus elaphus bactrianus
Lydekker, 1900

Der Baktrische Rothirsch (Cervus elaphus bactrianus), der auch Bucharahirsch genannt wird, ist eine Unterart des Rothirsches (Cervus elaphus) und zählt innerhalb der Familie der Hirsche (Cervidae) zur Gattung der Edelhirsche (Cervus).

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Der Baktrische Rothirsch erreicht eine Körperlänge von rund 170 bis 190 Zentimeter, eine Schulterhöhe von gut 140 Zentimeter sowie ein Gewicht von 120 bis 170 Kilogramm. Weibchen bleiben etwa ein viertel kleiner und deutlich leichter als Männchen. Das Fell weist im Sommer eine rostbraune bis bräunliche Färbung auf, die im Winter in ein graubraun übergeht. Hirsche tragen im Winter eine stattliche Mähne an Hals und Nacken. Männliche Tiere verfügen zudem über ein Geweih, das jedes Jahr nach der Paarungszeit abgeworfen wird. Das Geweih besteht aus abgestorbenen Knochen und kann durchaus ein Gewicht von gut fünfzehn Kg erreichen. Das Geweih benötigt etwa 100 Tage bis es ausgewachsen ist. Erst dann kann es bei Revierkämpfen eingesetzt werden.

Die Weibchen und ihr Nachwuchs leben in zum Teil großen Rudeln. Die geschlechtsreifen Männchen leben in getrennten Junggesellengruppen. Eine Gruppe wird von jeweils einem dominanten Tier angeführt. Während der Brunftzeit stoßen die Hirsche zu den Kühen und sind damit bemüht, einen möglichst großen Harem um sich zu scharen. Auch Nebenbuhler werden energisch vertrieben. Das mächtige Geweih dient hierbei dem Imponiergehabe. Während der Brunft fressen Hirsche kaum, so daß sie nach der Brunft erst wieder zu Kräften kommen müssen. Der Baktrische Rothirsch gehört zu den gefährdeten Unterarten des Rothirsches. In weiten Teilen ihrer Verbreitungsgebiete werden sie regelmäßig gejagt.

Verbreitung

Baktrische Rothirsche sind insbesondere im westlichen Asien verbreitet. Die natürlichen Lebensräume erstrecken sich über Afghanistan, Kasachstan, Turkmenistan, Usbekistan und Tadschikistan. Die Tiere leben in Steppen, Laub- und Mischwäldern sowie Auwäldern großer Flußläufe. Aber auch Moore und Heiden sind beliebte, wenn auch seltene Habitate. In den Höhenlagen der Mittelgebirge kann man sie bis in Höhen von bis zu 2.000 Metern beobachten.

Nahrung

Baktrische Rothirsche begeben sich in den frühen Morgen- und Abendstunden auf die Nahrungssuche. Als Wiederkäuer sind sie Herbivoren, die sich rein pflanzlich ernähren. Sie fressen neben saftigem Gras auch Kräuter, junge Triebe, Moose und Flechten sowie Baumfrüchte wie Eicheln, Kastanien und ähnliches. In Mangelzeiten fressen sie auch Rinde von Bäumen. Das führt allerdings in manchen Verbreitungsgebieten zu hohen Schäden im Waldbestand.

Fortpflanzung

Weibliche Tiere erreichen die Geschlechtsreife mit 18 bis 24 Monaten. Männliche Tiere hingegen erst mit rund 3 Jahren. Zu einer Paarung kommen geschlechtsreife Hirsche allerdings meist erst mit fünf bis sieben Jahren, da sie vorher kaum ein Harem um sich sammeln können. Diese werden von den alten und starken Männchen beansprucht. Die zeitlichen Unterschiede zur physischen Geschlechtsreife nannt man gemeinhin soziale Geschlechtsreife. Die Brunftzeit beginnt in der Regel im Oktober. Nach einer Tragezeit von rund acht Monaten bringt das Weibchen im Mai oder Juni ein, selten zwei Jungtiere zur Welt. Die Kälber haben ein Geburtsgewicht von etwa zehn bis vierzehn Kg und weisen eine bräunliche Fellfärbung auf, die mit hellen Punkten durchsetzt ist. Bereits kurz nach der Geburt sind die Jungtiere in der Lage der Mutter zu folgen. Die Säugezeit beträgt knapp ein Jahr. Die Jungtiere verbleiben meistens bis zur Geschlechtsreife in der Gruppe der Mutter. Baktrische Rothirsche können ein Alter von 17 bis 20 Jahren erreichen.

Anhang

Siehe auch

  • Hauptartikel: der Rothirsch (Cervus elaphus)
  • Hauptartikel: die Familie der Hirsche (Cervidae)

Literatur und Quellen

  • Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World: v. 1 & 2. B&T, Auflage 6, 1999, (engl.) ISBN 0801857899
  • Don E. Wilson & DeeAnn M. Reeder: Mammal Species of the World, a Taxonomic & Geographic Reference. J. Hopkins Uni. Press, 3rd ed., 2005 ISBN 0801882214
  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999
  • Säugetiere. 700 Arten in ihren Lebensräumen. Dorling Kindersley, 2004. ISBN 383100580X
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