Azurnaschvogel

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Azurnaschvogel
Männchen

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Unterklasse: Neukiefervögel (Neornithes)
Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)
Unterordnung: Singvögel (Passeri)
Überfamilie: Passeroidea
Familie: Finken (Fringillidae)
Unterfamilie: Ammern (Emberizinae)
Tribus: Thraupini
Gattung: Cyanerpes
Art: Azurnaschvogel
Wissenschaftlicher Name
Cyanerpes lucidus
Sclater & Salvin, 1859

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Der Azurnaschvogel (Cyanerpes lucidus), auch Gelbfüßiger Honigsauger genannt, gehört innerhalb der Familie der Finken (Fringillidae) zur Gattung der Cyanerpes. Die rechts stehende Klassifizierung erfolgt nach Sibley & Monroe.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Azurnaschvögel gehören zu den eher kleinen Singvögeln. Sie erreichen eine Körperlänge von kaum 10 Zentimeter und ein Gewicht von 10 bis 11 Gramm. Markantes Merkmal beider Geschlechter ist der schwarze, schmale und leicht gebogene Schnabel. Ebenso markant sind die leuchtend gelb gefärbten Beine und Füße mit den schwarzen Krallen. In der Gefiederfärbung unterscheiden sich die Geschlechter deutlich. Das Männchen weist hauptsächlich eine lilafarbene Färbung auf, die mitunter einen leicht bläulichen Einschlag zeigen kann. Die Flügel, der Halsbereich, der Schwanz und das Gesichtsfeld zwischen den Augen und dem Schnabelansatz sind schwarz gefärbt. Bei den Weibchen ist die Rückenseite grünlich gefärbt. Der Kopfbereich ist auch grünlich, jedoch mit einem bläulichen Schimmer. An den Halsseiten kann sich ein leicht hellbrauner Schimmer zeigen, ventral ist das Gefieder bläulich gefärbt. Juvenile Vögel ähneln im Wesentlichen den Weibchen, wobei die Jungvögel im Bereich des Kopfes und der Brust einen höheren Blauanteil aufweisen. Die adulte Ausfärbung des Gefieders setzt mit der Geschlechtsreife, also zu Beginn des zweiten Lebensjahres ein.

Unterarten

Verbreitung

Der Azurnaschvogel ist in weiten Teilen des tropischen und subtropischen Zentralamerika verbreitet. Das Hauptverbreitungsgebiet erstreckt sich über Belize, das nordwestliche Kolumbien, Costa Rica, Guatemala, Honduras, das südliche Mexiko, Nicaragua und Panama. Der natürliche Lebensraum beschränkt sich im Wesentlichen auf das feuchte Flachland. In lichten Wäldern und an deren Rändern sowie in Sumpfgebieten ist die Art besonders häufig anzutreffen. In der Nähe des Menschen ist der Azurnaschvogel auch auf landwirtschaftlichen Flächen wie Kakao- und Zitrusplantagen zu beobachten.

Ernährung

Azurnaschvögel ernähren sich hauptsächlich von Nektar, in geringeren Mengen auch von reifen Beeren sowie von kleinen Insekten (Insecta). Küken werden in der Aufzuchtphase nur mit Insekten gefüttert. Für die Aufnahme von Nektar ist der längliche, leicht gebogene Schnabel optimal ausgelegt, eine Konvergenzerscheinung mit den Kolibris läßt sich hier nicht leugnen. Anders als Kolibris nehmen die Türkisnaschvögel den Nektar nicht im Flug auf, sondern sitzen bei der Nahrungsaufnahme auf einem Ast. Die Nahrungssuche erfolgt überwiegend hoch oben in den Baumkronen.

Fortpflanzung

Weibchen
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Weibchen

Azurnaschvögel erreichen die Geschlechtsreife mit zu Beginn des zweiten Lebensjahres. Die Paarungszeit beginnt in seinen natürlichen Verbreitungsgebieten im Frühjahr und kann sich bis in den Frühsommer erstrecken. Das Weibchen baut in einem Baum in mittlerer Höhe ein napfartiges Nest. Es wird meist nur spärlich ausgepolstert. Das Gelege besteht aus 2 Eiern, die vom Weibchen über einen Zeitraum von 12 bis 13 Tagen gewärmt werden. Die Nestlingszeit beträgt rund 2 Wochen und in der dritten Lebenswoche fliegen die Jungvögel aus. Azurnaschvögel können ein Alter von gut 10 Jahren erreichen.

Ökologie, Gefährdung und Schutz

Der Azurnaschvogel gehört heute noch nicht zu den bedrohten Vogelarten. In der Roten Liste der IUCN wird die Art daher als nicht gefährdet (LC, Least Concern) geführt. Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich in Zentralamerika über etwa 240.000 km². In diesem relativ kleinen Verbreitungsgebiet ist der Azurnaschvogel meist häufig anzutreffen. Der Gesamtbestand ist jedoch nicht bekannt. Auch wenn offene Flächen in der Regel gemieden werden, so hält sich der Azurnaschvogel durchaus häufig auch an Waldrändern auf, er ist daher häufig zu beobachten.

Anhang

Siehe auch

  • Hauptartikel: die Klasse der Vögel (Aves)

Literatur und Quellen

  • Gottfried Mauersberger, Wilhelm Meise: Urania Tierreich, 7 Bde., Vögel.Urania, Stuttgart (1995) ISBN 3423032049
  • Prof. Dr. Dr. H. C. Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Band 7-9 Vögel. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG München (1993) ISBN 3-423-05970-2
  • Einhard Bezzel, Roland Prinzinger: Ornithologie, Utb, 1990, ISBN 3800125978
  • Hans-Heiner Bergmann: Die Biologie des Vogels. Aula, 1987, ISBN 389104447X

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