Avicularia caesia

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Avicularia caesia

Systematik
Klasse: Spinnentiere (Arachnida)
Ordnung: Webspinnen (Araneae)
Unterordnung: Vogelspinnenartige (Mygalomorphae)
Familie: Vogelspinnen (Theraphosidae)
Gattung: Avicularia
Art: Avicularia caesia
Wissenschaftlicher Name
Avicularia caesia
(C. L. Koch, 1842)

LSID-Kennung
LSID: [urn:lsid:amnh.org:spidersp:001798]

Die Art Avicularia caesia zählt innerhalb der Familie der Vogelspinnen (Theraphosidae) zur Gattung Avicularia. Im Englischen wird die Art puerto rican treespider oder puerto rico pinktoe genannt.

Inhaltsverzeichnis

Synonyme

Avicularia caesia <2> ist grundsätzlich eine eigenständige Art, die nur in Puerto Rico vorkommt, und nicht wie in einigen Foren behauptet wird, dass sie früher unter dem Synonym Avicularia laeta geführt wurde. Denn die Art Avicularia laeta ist ebenfalls eine eigenständige Art und kommt in Brasilien und in Puerto Rico vor. Carl Ludwig Koch beschrieb beide Arten im gleichen Jahr und in folge dessen führte dies zu einigen Verwirrungen.

Nach Norman I. Platnick sind folgende Synonyme und Chresonyme für Avicularia laeta hier aufgeführt:

Beschreibung

Aussehen und Maße

Avicularia caesia ist eine verhältnismäßig kleine Spinne, die eine Körperlänge von etwa 3 bis 4 Zentimeter erreicht. Beide Geschlechter ähneln sich in der Färbung. Das Prosoma, das Opisthosoma sowie die Beine weisen eine stahlblaue Färbung auf. Auf dem Opisthosoma zeigt sich abwechselnd eine hellblaue und eine dunkelblaue querverlaufende Musterung, während das Prosoma eine einheitlich dunklere blaue Tönung aufweist. Bei beiden Geschlechtern ist der gesamte Körper mit einer langen dichten hellblauen Behaarung bedeckt und überwiegend sind die Härchen mit Nervenzellen verbunden und dienen somit als Tasthaare, die auf Berührung und Vibrationen empfindlich reagieren. Hauptsächlich weisen die Beine eine starke Behaarung auf. Die übrigen Härchen werden in Brennhaare, Hörhaare, Geschmackshaare und Hafthaare unterschieden. Im Allgemeinen ist das Männchen kleiner als das Weibchen und ist meist an seinen langen Beinen und an seinem schlankeren Körper gut zu erkennen. Das Männchen bei dieser Art weist keine Tibialhaken auf. Die Lebenserwartung der weiblichen Avicularia caesia kann etwa 7 bis 14 Jahre betragen, während das Männchen nach der letzten Reifehäutung nur noch mehrere Wochen oder Monate lebt.

Lebensweise

Avicularia caesia ist eine baumbewohnende Vogelspinne und zählt wie fast alle Vogelspinnen zu den sogenannten Bombadierspinnen. Bei Gefahr kann sie ihre Brennhaare, die sich auf dem Opisthosoma (Hinterleib) befinden, einsetzen. Die Brennhaare können ein Jucken und Brennen der Haut und der Atemwege verursachen. Allerdings zieht die Spinne es vor zu flüchten, bevor sie ihre Brennhaare abstößt. Diese Art ist eine sehr flinke Spinne und gelegentlich kann sie auch aggressiv reagieren. Ansonsten ist sie aber eine ziemlich friedliche und ruhige Spinne. Kommt es doch zu einem Biss, muss die Wunde sofort desinfiziert werden, da sich auf den Cheliceren häufig Bakterien befinden, die eine Infektion auslösen können. Der Giftbiss selbst ist nicht so gefährlich wie die Infektion durch Bakterien.

Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet von Avicularia caesia liegt in Humacao. Humacao ist eine Stadt in Puerto Rico, die sich östlich an der Küste der Insel befindet. An dieser Stadt grenzen im Norden Yabucoa, im Süden Naguabo, im Osten Las Piedras und im Westen die Insel Vieques. In freier Wildbahn hält sich Avicularia caesia in Löchern von hohen Bäumen in tropischen Wäldern auf, wo sie Wohnröhren anlegt und mit dichter Seide bedeckt. Meist sind dies von Vögeln oder von anderen Baumbewohnern verlassene Baumlöcher, die Avicularia caesia dann bezieht.

Ernährung

Avicularia caesia ernährt sich in ihrem natürlichen Lebensraum von Eidechsen (Lacertidae), Grillen (Gryllidae), Heuschrecken wie Langfühlerschrecken (Ensifera) und Kurzfühlerschrecken (Caelifera), Zikaden (Auchenorrhyncha), Schmetterlinge (Lepidoptera) und deren Raupen sowie von Käfern (Coleoptera) und von anderen kleinen Tieren. In Gefangenschaft kann die Ernährung vielfältig sein und besteht meist aus Grillen (Gryllidae), Heuschrecken wie Langfühlerschrecken (Ensifera) und Kurzfühlerschrecken (Caelifera) und aus Larven vom Mehlkäfer (Tenebrio molitor).

Fortpflanzung

Bis zur Geschlechtsreife durchläuft Avicularia caesia mehrere Häutungen. Bereits zu diesem Zeitpunkt webt das Männchen ein sogenanntes Spermanetz, in das es sein Sperma füllt. Dieses Sperma wird in die Bulben aufgenommen, indem das Männchen mit seinen Pedipalpen die Spermaflüssigkeit in die Bulben pumpt. Nun geht es auf die Suche nach einem Weibchen. Das Männchen ermittelt die Anwesenheit eines Weibchens, indem es die chemischen Substanzen (Pheromone) des Weibchens wahrnimmt. Hat das Männchen ein Weibchen ausgemacht, umwirbt das Männchen das Weibchen mit seinen Tastern durch kräftiges Trommeln und spasmodischen Bewegungen des dritten Beinpaares, teilweise trommelt das Männchen auch noch mit dem ersten und zweiten Beinpaar und prüft zugleich die Paarungsbereitschaft des Weibchens. Vermutlich wird die seismische Kommunikation über den Boden durch Stridulation einiger Organe produziert. Die durch das Trommeln ausgelösten Vibrationen (seismische, akustische Signale) werden über die Hörhaare wahrgenommen.

Nach ungefähr drei bis sechs Wochen nach der Kopulation versiegelt das Weibchen die Zugänge des Nestes und webt mit Seide innerhalb des Nestes einen Kokon. Ungefähr drei Monate nach der Kopulation legt sie in der Regel etwa 50 bis 80 Eier, selten über 200 Eier, im natürlichen Lebensraum in den Kokon ab. Im Innern des Kokons durchlaufen die Nymphen mehrere Entwicklungsstadien, in denen sie sich zweimal häuten. Die Nymphen schlüpfen noch im Innern des Kokons. Dies geschieht bereits nach drei Wochen. Nach insgesamt rund zehn Wochen schlüpfen die jungen Spiderlinge, wie sie nach dem Schlupf genannt werden. Die Spiderlinge sind schon beim Schlupf mit einem Zentimeter Spannweite recht stattlich. Sie häuten sich in der Folge alle zwei bis drei Wochen und leben in der ersten Zeit von Kleinstinsekten. Wenige Tage nach dem Schlupf verlassen sie das Nest. Die Spiderlinge sind während dieser Zeit sehr verletzbar.

Synonyme und Chresonyme nach Norman I. Platnick

Update 4. November 2008 <1>

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

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