Avicularia bicegoi

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Avicularia bicegoi

Systematik
Klasse: Spinnentiere (Arachnida)
Ordnung: Webspinnen (Araneae)
Unterordnung: Vogelspinnenartige (Mygalomorphae)
Familie: Vogelspinnen (Theraphosidae)
Gattung: Avicularia
Art: Avicularia bicegoi
Wissenschaftlicher Name
Avicularia bicegoi
Mello-Leitão, 1923

LSID-Kennung
LSID: [urn:lsid:amnh.org:spidersp:001795]

Die Art Avicularia bicegoi zählt innerhalb der Familie der Vogelspinnen (Theraphosidae) zur Gattung Avicularia. Im Englischen wird die Art brick red pink toe oder redrump pinktoe bird eater genannt. Acivularia bicegoi weist große Ähnlichkeit mit Avicularia huriana auf und wird oft mit dieser verwechselt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Avicularia bicegoi erreicht eine Körperlänge von etwa 5 bis 6 Zentimeter. Die Grundfärbung dieser Art ist ein Braun mit einem leichten lilafarbenen oder grünlichen Schimmer. Der Carapax ist schwarz und grau und weist einen leichten Glanz auf. Die Beine sind sehr stark behaart und orange gebändert und die Füße sind rosafarben. Das Opisthosoma weist eine schwarzrote Färbung auf und ist oft mit Streifen versehen. Der gesamte Körper ist mit langen cremefarbenen Haaren und weißgrauen Spitzen besetzt. Die Jungspinnen sind im Gegensatz zu den adulten Tieren bunter gefärbt. Nach der ersten bis vierten Häutung ist der Carapax schwarz und die Beine weisen eine rosafarbene Tönung auf, während die Füße schwärzlich erscheinen. Nach der fünften Häutung verändert sich die Färbung der Jungspinnen und der Carapax sowie die Beine sind dann beigefarben. Das Opisthosoma weist eine rötliche Färbung auf. Das Männchen besitzt keine Tibialhaken für die Paarung. Im Allgemeinen ist das Männchen kleiner als das Weibchen und ist meist an seinen langen Beinen und an seinem schlankeren Körper gut zu erkennen. Die Lebenserwartung des Weibchens beträgt etwa 9 Jahre, während das Männchen nach der letzten Reifehäutung nur noch ein paar Wochen oder Monate lebt.

Lebensweise

Avicularia bicegoi ist eine baumbewohnende Vogelspinne. Sie baut ihr Wohngespisnt inmitten der Zweige von Bäumen oder Sträuchern. Sie ist weitgehend eine nachtaktive Spinne. Typische Merkmale bei dieser Art und bei allen anderen Avicularia-Arten sind die Tarsen, die dicker als die Metatarsen sind. Die Haarpolster an den Tarsen der Beine sowie die Haarbüschel unter den Klauen sind besonders weich und zart. Des Weiteren springt diese Art sehr gerne und sehr weit und bewegt sich auch sehr schnell. Die Haarpolster bilden beim Gleitflug eine Art Fallschirm und ermöglichen der Art auch das Laufen auf der Wasseroberfläche. Bei beiden Geschlechtern ist der gesamte Körper mit einer dichten samtartigen Behaarung bedeckt und überwiegend sind die Härchen mit Nervenzellen verbunden und dienen somit als Tasthaare, die auf Berührung und Vibrationen empfindlich reagieren. Hauptsächlich weisen die Beine eine starke Behaarung auf. Die übrigen Härchen werden in Brennhaare, Hörhaare, Geschmackshaare und Hafthaare unterschieden. Bei drohender Gefahr bombardiert diese Art den Gegner mit Kot und nicht mit Reizhaaren, wobei der Kot per Strahl abgesandt wird.

Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet von Avicularia bicegoi befindet sich in Brasilien im Gebiet von Manaos. Die Lebensräume dieser Art sind die Feuchtsavannen und die tropischen Regenwälder. In freier Wildbahn hält sich Avicularia bicegoi in Löchern von hohen Bäumen in tropischen Wäldern auf, wo sie Wohnröhren anlegt und mit dichter Seide bedeckt. Meist sind dies von Vögeln oder von anderen Baumbewohnern verlassene Baumlöcher, die Avicularia bicegoi dann bezieht.

Ernährung

Zum Nahrungserwerb verläßt sich Avicularia bicegoi auf ihren Tastsinn. Nachts sitzt sie, mit dem Wohngespinst immer in Kontakt, vor ihrer Höhle und wartet auf Beute. Ihrer baumbewohnenden Lebensweise entsprechend erbeutet Avicularia bicegoi häufig Frösche (Rana), Geckos (Gekkonidae), Eidechsen (Lacertidae), kleine Vögel (Aves) wie zum Beispiel Kolibris (Trochilidae) und andere kletternde oder fliegende Wirbeltiere.

Fortpflanzung

Bis zur Geschlechtsreife durchläuft Avicularia bicegoi mehrere Häutungen. Bereits zu diesem Zeitpunkt webt das Männchen ein sogenanntes Spermanetz, in das es sein Sperma füllt. Dieses Sperma wird in die Bulben aufgenommen, indem das Männchen mit seinen Pedipalpen die Spermaflüssigkeit in die Bulben pumpt. Nun geht es auf die Suche nach einem Weibchen. Das Männchen ermittelt die Anwesenheit eines Weibchens, indem es die chemischen Substanzen (Pheromone) des Weibchens wahrnimmt. Hat das Männchen ein Weibchen ausgemacht, umwirbt das Männchen das Weibchen mit seinen Tastern durch kräftiges Trommeln und spasmodischen Bewegungen des dritten Beinpaares, teilweise trommelt das Männchen auch noch mit dem ersten und zweiten Beinpaar und prüft zugleich die Paarungsbereitschaft des Weibchens. Vermutlich wird die seismische Kommunikation über den Boden durch Stridulation einiger Organe produziert. Die durch das Trommeln ausgelösten Vibrationen (seismische, akustische Signale) werden über die Hörhaare wahrgenommen.

Nach ungefähr drei bis sechs Wochen nach der Kopulation versiegelt das Weibchen die Zugänge des Nestes und webt mit Seide innerhalb des Nestes einen Kokon. Ungefähr drei Monate nach der Kopulation legt sie in der Regel etwa 40 bis 80 Eier im natürlichen Lebensraum in den Kokon ab. Im Innern des Kokons durchlaufen die Nymphen mehrere Entwicklungsstadien, in denen sie sich zweimal häuten. Die Nymphen schlüpfen noch im Innern des Kokons. Dies geschieht bereits nach drei Wochen. Nach insgesamt rund zehn Wochen schlüpfen die jungen Spiderlinge, wie sie nach dem Schlupf genannt werden. Die Spiderlinge sind schon beim Schlupf mit einem Zentimeter Spannweite recht stattlich. Sie häuten sich in der Folge alle zwei bis drei Wochen und leben in der ersten Zeit von Kleinstinsekten. Wenige Tage nach dem Schlupf verlassen sie das Nest. Die Spiderlinge sind während dieser Zeit sehr verletzbar.

Synonyme und Chresonyme nach Norman I. Platnick

Update 4. November 2008 <1>

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

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