Avicularia aurantiaca

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Avicularia aurantiaca
Weibchen

Systematik
Klasse: Spinnentiere (Arachnida)
Ordnung: Webspinnen (Araneae)
Unterordnung: Vogelspinnenartige (Mygalomorphae)
Familie: Vogelspinnen (Theraphosidae)
Gattung: Avicularia
Art: Avicularia aurantiaca
Wissenschaftlicher Name
Avicularia aurantiaca
Bauer, 1996

LSID-Kennung
LSID: [urn:lsid:amnh.org:spidersp:001790]

Die Art Avicularia aurantiaca zählt innerhalb der Familie der Vogelspinnen (Theraphosidae) zur Gattung Avicularia. Im Englischen wird die Art yellow-banded pinktoe tarantula genannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Avicularia aurantiaca erreicht als Weibchen eine Körperlänge von etwa 5 bis 6 Zentimeter und als Männchen eine Körperlänge von etwa 4 Zentimeter. Das Weibchen weist eine einheitliche dunkelbraune Grundfärbung auf. Das Prosoma erscheint etwas heller getönt und schimmert beigefarben bis goldfarben, während das Opisthosoma fast eine schwarze Färbung mit etwas rötlicher Behaarung und weißen Haarspitzen aufweist. Markantes Merkmal bei dieser Art sind die gelborangefarbenen beringelten Beine. Die längeren Beinhaare sind mit helleren Spitzen besetzt. Das Männchen ist im Gegensatz zum Weibchen einheitlich schwarz gefärbt und die Behaarung ist ebenfalls schwarz. Das Prosoma und das Opisthosoma weisen einen leicht schimmernden grünlichen Farbton auf. Die Spiderlinge sind anders gefärbt als die adulten Tiere. Sie weisen eine dunkelbraune Färbung mit hellrosa getönten Beinen sowie dunklen Tarsen auf. Auf dem Opisthosoma zeigt sich ein rotschwarzes Tannenbaum-Muster. Nach der fünften bis sechsten Häutung nehmen die Beine der Spiderlinge eine andere Färbung an, die dann dunkel getönt sind und helle Tarsen aufweisen. Typische Merkmale bei dieser Art und bei allen anderen Avicularia-Arten sind die Tarsen, die dicker als die Metatarsen sind. Die Haarpolster an den Tarsen der Beine sowie die Haarbüschel unter den Klauen sind besonders weich und zart. Des Weiteren springt auch diese Art sehr gerne und sehr weit. Die Haarpolster bilden beim Gleitflug eine Art Fallschirm und ermöglichen der Art auch das Laufen auf der Wasseroberfläche. Bei beiden Geschlechtern ist der gesamte Körper mit einer dichten samtartigen Behaarung bedeckt und überwiegend sind die Härchen mit Nervenzellen verbunden und dienen somit als Tasthaare, die auf Berührung und Vibrationen empfindlich reagieren. Hauptsächlich weisen die Beine eine starke Behaarung auf. Die übrigen Härchen werden in Brennhaare, Hörhaare, Geschmackshaare und Hafthaare unterschieden. Im Allgemeinen ist das Männchen kleiner als das Weibchen und ist meist an seinen langen Beinen und an seinem schlankeren Körper gut zu erkennen. Die Lebenserwartung des Weibchens kann etwa 10 bis 12 Jahre betragen, während das Männchen nach der letzten Reifehäutung nur noch mehrere Wochen oder Monate lebt.

Lebensweise

Avicularia aurantiaca ist eine baumbewohnende Vogelspinne und zählt wie fast alle Vogelspinnen zu den sogenannten Bombadierspinnen. Bei Gefahr kann sie ihre Brennhaare, die sich auf dem Opisthosoma (Hinterleib) befinden, einsetzen. Die Brennhaare können ein Jucken und Brennen der Haut und der Atemwege verursachen. Allerdings zieht die Spinne es vor zu flüchten, bevor sie ihre Brennhaare abstößt. Diese Art ist eine sehr flinke Spinne und gelegentlich kann sie auch aggressiv reagieren. Ansonsten ist sie aber eine ziemlich friedliche und ruhige Spinne. Kommt es doch zu einem Biss, muss die Wunde sofort desinfiziert werden, da sich auf den Cheliceren häufig Bakterien befinden, die eine Infektion auslösen können. Der Giftbiss selbst ist nicht so gefährlich wie die Infektion durch Bakterien.

Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet von Avicularia aurantiaca liegt in Peru. Ihre Lebensräume sind die Feuchtsavannen und der tropische Regenwald. In freier Wildbahn hält sich Avicularia caesia in Löchern von hohen Bäumen in tropischen Wäldern auf, wo sie Wohnröhren anlegt und mit dichter Seide bedeckt. Meist sind dies von Vögeln oder von anderen Baumbewohnern verlassene Baumlöcher, die Avicularia aurantiaca dann bezieht.

Ernährung

Zum Nahrungserwerb verläßt sich Avicularia aurantiaca auf ihren Tastsinn. Nachts sitzt sie, mit dem Wohngespinst immer in Kontakt, vor ihrer Höhle und wartet auf Beute. Ihrer baumbewohnenden Lebensweise entsprechend erbeutet Avicularia aurantiaca häufig Frösche (Rana), Geckos (Gekkonidae), kleine Vögel (Aves) wie zum Beispiel Kolibris (Trochilidae) und andere kletternde oder fliegende Wirbeltiere.

Nymphen auf Kokon
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Nymphen auf Kokon

Fortpflanzung

Bis zur Geschlechtsreife durchläuft Avicularia aurantiaca mehrere Häutungen. Bereits zu diesem Zeitpunkt webt das Männchen ein sogenanntes Spermanetz, in das es sein Sperma füllt. Dieses Sperma wird in die Bulben aufgenommen, indem das Männchen mit seinen Pedipalpen die Spermaflüssigkeit in die Bulben pumpt. Nun geht es auf die Suche nach einem Weibchen. Das Männchen ermittelt die Anwesenheit eines Weibchens, indem es die chemischen Substanzen (Pheromone) des Weibchens wahrnimmt. Hat das Männchen ein Weibchen ausgemacht, umwirbt das Männchen das Weibchen mit seinen Tastern durch kräftiges Trommeln und spasmodischen Bewegungen des dritten Beinpaares, teilweise trommelt das Männchen auch noch mit dem ersten und zweiten Beinpaar und prüft zugleich die Paarungsbereitschaft des Weibchens. Vermutlich wird die seismische Kommunikation über den Boden durch Stridulation einiger Organe produziert. Die durch das Trommeln ausgelösten Vibrationen (seismische, akustische Signale) werden über die Hörhaare wahrgenommen.

Nach ungefähr drei bis sechs Wochen nach der Kopulation versiegelt das Weibchen die Zugänge des Nestes und webt mit Seide innerhalb des Nestes einen Kokon. Ungefähr drei Monate nach der Kopulation legt sie in der Regel etwa 60 bis 90 Eier im natürlichen Lebensraum in den Kokon ab. Im Innern des Kokons durchlaufen die Nymphen mehrere Entwicklungsstadien, in denen sie sich zweimal häuten. Die Nymphen schlüpfen noch im Innern des Kokons. Dies geschieht bereits nach drei Wochen. Nach insgesamt rund zehn Wochen schlüpfen die jungen Spiderlinge, wie sie nach dem Schlupf genannt werden. Die Spiderlinge sind schon beim Schlupf mit einem Zentimeter Spannweite recht stattlich. Sie häuten sich in der Folge alle zwei bis drei Wochen und leben in der ersten Zeit von Kleinstinsekten. Wenige Tage nach dem Schlupf verlassen sie das Nest. Die Spiderlinge sind während dieser Zeit sehr verletzbar.

Synonyme und Chresonyme nach Norman I. Platnick

Update 4. November 2008 <1>

  • Avicularia aurantiaca - Bauer, 1996
  • Avicularia aurantiaca - Bauer, 1996
  • Avicularia aurantiaca - Peters, 2000a
  • Avicularia aurantiaca - Peters, 2003

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

Qualifizierte Weblinks

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