Schuppensturmtaucher

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Schuppensturmtaucher

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Unterklasse: Neukiefervögel (Neognathae)
Ordnung: Röhrennasen (Procellariiformes)
Familie: Sturmvögel (Procellariidae)
Gattung: Sturmtaucher (Puffinus)
Art: Schuppensturmtaucher
Wissenschaftlicher Name
Puffinus lherminieri
Lesson, 1839

IUCN-Status
Least Concern (LC) - IUCN

Der Schuppensturmtaucher (Puffinus lherminieri), der auch Audubon-Sturmtaucher genannt wird, zählt innerhalb der Familie der Sturmvögel (Procellariidae) zur Gattung der Sturmtaucher (Puffinus). Im englischen wird der Schuppensturmtaucher Audubon's Shearwater oder Dusky Shearwater genannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der relativ kleine aber stämmig gebaute Schuppensturmtaucher erreicht eine Körperlänge von 28 bis 30 Zentimeter, eine Flügelspannweite von 70 Zentimeter sowie ein Gewicht von 160 bis 170 Gramm. Die Geschlechter weisen sowohl in der Größe als auch in der Gefiederfärbung keinen nennenswerten Dimorphismus auf. Der Oberkopf, der Nacken, der Rücken sowie der Schwanz und die Oberseite der Flügel sind bräunlich gefärbt. Der Kehlbereich, die Bauchseite und die Unterseite der Flügel weisen eine weißliche Färbung auf. Der Schnabel ist bis auf die deutlich gekrümmte Spitze gerade geformt und weist eine dunkelgraue bis schwärzliche Färbung auf. Die Augen sind von einem weißlichen Augenring umgeben, die Pupille ist dunkelbraun gefärbt. Der Schwanz dient im Flug und kann fächerartig aufgestellt werden. Die Extremitäten weisen eine leicht rosafarbene Färbung auf.

Lebensweise

Schuppensturmtaucher sind ausgezeichnete Flieger, die meist in geringer Höhe über das Wasser gleiten. Bei ausbleibendem Wind können sie sich jedoch auch mit kräftigen Flügelschlägen in der Luft halten. Schuppensturmtaucher sind sowohl einzelgängerisch als auch in kleineren Trupps anzutreffen. Außerhalb der Paarungszeit leben sie ausschließlich auf hoher See, an Land kommen Schuppensturmtaucher nur während der Aufzuchtzeit des Nachwuchses.

Unterarten

Verbreitung

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Schuppensturmtaucher sind weltweit in allen subtropischen und tropischen Ozeanen verbreitet. Man trifft auf Schuppensturmtaucher vor allem in der Karibik sowie in der Inselwelt des Indischen und Pazifischen Ozeans an. Außerhalb der Paarungszeit halten sie sich ausschließlich auf hoher See auf. Während der Paarungszeit begeben sich die Schuppensturmtaucher an die Küsten des Festlandes und der Inseln. Die Populationen auf den Galapagos-Inseln gelten als endemische Unterart. Steile und felsige Klippen dienen den Vögeln als Bruthabitat.

Ernährung

Der Schuppensturmtaucher gehört zu den opportunistischen Fleischfressern. Er ernährt sich überwiegend von Krebstieren (Crustacea), von den Larven der Fische (Osteichthyes) und von Fischen in passender Größe sowie von Kalmaren (Teuthida) und von anderen Weichtieren (Mollusca). Die Nahrungssuche erfolgt am Tage. Schuppensturmtaucher sind dabei einzelgängerisch oder in kleinen Gruppen, nicht selten auch in Vergesellschaftung mit anderen Seevögeln zu beobachten. Die Nahrungsaufnahme erfolgt an der Wasseroberfläche oder im Oberflächenwasser. Nicht selten stürzen sich Schuppensturmtaucher bei Sichtung eines Beutetieres kopfüber ins Wasser. Dabei werden Tauchtiefen von ein bis zwei Metern erreicht.

Fortpflanzung

Schuppensturmtaucher erreichen die Geschlechtsreife mit gut vier Jahren. Dies trifft im übrigen auf alle Sturmtaucher (Puffinus) zu. Die Geschlechter führen eine monogame Einehe, die für gewöhnlich über mehrere Jahre oder gar ein Leben lang hält. Die Fortpflanzungszeit ist an keine feste Jahreszeit gebunden, beginnt jedoch in den meisten Regionen im Frühjahr. Schuppensturmtaucher sind reine Kolonienbrüter. Die Kolonien liegen in der Regel auf abgelegenen Inseln in subtropischen bis tropischen Regionen. Sandige Flächen werden als Nistplatz bevorzugt. In der Regel reicht den Schuppensturmtauchern mitunter eine einfache Nistmulde. Ist der Sand weich genug, so graben sie mit den Füßen deutlich tiefere Mulden oder kleine Röhren in flach aufsteigende Hänge. Die Nistmulde wird nicht ausgepolstert. In rein felsigen Regionen reicht den Schuppensturmtauchern eine einfache Felsspalte. Das Weibchen legt in das fertige Nest ein weißes Ei. Es wird von beiden Elternteilen über einen Zeitraum von 50 bis 52 Tagen ausgebrütet. Das geschlüpfte Küken verfügt bereits über ein gräuliches Dunenkleid. Beide Elternteile kümmern sich um die Versorgung des Nachwuchses. In der ersten Zeit, meist in der ersten Woche bleibt immer ein Elternteil bei dem Jungvogel. Später bleibt er auch zeitweise alleine, wenn beide Elternteile gleichzeitig auf Nahrungssuche gehen. Gefüttert wird der Jungvogel mit vorverdauter, hochgewürgter Nahrung. Die Nestlingszeit ist relativ lang und erstreckt sich über 75 bis 80 Tage. Mit Erreichen der Flugfähigkeit trennt sich der Familienverband.

Anhang

Literatur und Quellen

  • Prof. Dr. Dr. hc Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Band 7-9 Vögel. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG München (1993) ISBN 3-423-05970-2
  • Gottfried Mauersberger, Wilhelm Meise: Urania Tierreich, 7 Bde., Vögel.Urania, Stuttgart (1995) ISBN 3423032049
  • Einhard Bezzel, Roland Prinzinger: Ornithologie, Utb, 1990, ISBN 3800125978
  • Hans-Heiner Bergmann: Die Biologie des Vogels. Aula, 1987, ISBN 389104447X

Links

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