Attenborough-Langschnabeligel

aus Tierdoku, der freien Wissensdatenbank

Attenborough-Langschnabeligel
Foto/Zeichnung folgt.

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Ursäuger (Protheria)
Ordnung: Kloakentiere (Monotremata)
Familie: Ameisenigel (Tachyglossidae)
Gattung: Langschnabeligel (Zaglossus)
Art: Attenborough-Langschnabeligel
Wissenschaftlicher Name
Zaglossus attenboroughi
Flannery & Groves, 1998

IUCN-Status
Critically Endangered (CR)

Der Attenborough-Langschnabeligel (Zaglossus attenboroughi) zählt innerhalb der Familie der Ameisenigel (Tachyglossidae) zur Gattung der Langschnabeligel (Zaglossus). Im Englischen wird die Art Sir David's Long-beaked Echidna, Attenborough's Echidna oder Cyclops Long-beaked Echidna genannt. Benannt wurde die Art nach Sir David Frederick Attenborough, einem britischen Tierfilmer und Naturforscher.

Inhaltsverzeichnis

Allgemeines

Der Attenborough-Langschnabeligel ist die kleinste und zudem bedrohteste Art der 3 rezenten Arten der Langschnabeligel (Zaglossus). Die Art weist außerdem das offensichtlich kleinste Verbreitungsgebiet auf. Bislang wurde nur ein Exemplar im Jahre 1961 gesammelt. Ursprünglich glaubte man, dass der Attenborough-Langschnabeligel ausgestorben sei. Jedoch fand man im Verbreitungsgbiet deutliche Grabaktivitäten. Ameisenigel gehören zu einer alten Tiergruppe von eierlegenden Säugetieren, die ausschließlich in Australien und Neuguinea vorkommen. Die Ursprünge der eierlegenden Säugetiere reichen bis in das Erdzeitalter des Jura, also einer Zeit von vor rund 160 Millionen Jahren. Trotz der relativ primitiven Baupläne der Monotremata zeigen sich bei allen Arten ungewöhnlich große ökologische Anpassungen wie die Ernährungsweise und die aquatische Lebensweise. Auch die Gehirne sind erstaunlich groß und komplex.

Beschreibung

Aussehen, Maße

Der Attenborough-Langschnabeligel erreicht eine Körperlänge von etwa 450 mm. Die genauen Maße und das Gewicht der Tiere sind unbekannt. Der Körper ist dorsoventral leicht abgeflacht. Die ventrale Körperoberfläche ist flach oder leicht konkav. Markantes Merkmal ist zweifelsohne die für Langschnabeligel lange Schnauze. Das Maul weist keine Zähne auf, die Zunge ist mit spitzen Fortsätzen versehen. Die Pfoten der Hinter- und Vorderbeine weisen je 5 Klauen auf. Das kurze und dichte Fell ist dunkelbraun bis schwärzlich gefärbt. Ventral zeigt sich eine hellbraune Färbung (EDGE, 2007).

Verhalten

Über die Ökologie der Attenborough-Langschnabeligel ist praktisch nichts bekannt. Das Verhalten in freier Wildbahn konnte bislang noch nie beobachtet werden. Vergleiche mit den beiden anderen rezenten Arten lassen auf eine grabende und nachtaktive Lebensweise schließen. Die Tiere ernähren sich wahrscheinlich von Würmern und anderen weichen Tieren. Chitinöse Exoskeletts von Insekten können nicht verdaut werden und werden mit dem Kot ausgeschieden.

Verbreitung

Der einzige Fund stammt vom Berg Rara in den Zyklopenbergen aus der Provinz Papua, Indonesien. Die Fundstelle liegt in einer Höhe von etwa 1.600 m über NN. Wie weit das Verbreitungsgebiet reicht, ist nicht bekannt. In den angrenzenden Gebirgszügen konnte die Art nicht nachgewiesen werden. Forschungsergebnisse aus dem Jahre 2007 vom EDGE-Forschungsprogramm lassen den Schluss zu, dass Attenborough-Langschnabeligel auch in niedrigeren Höhen angesiedelt sein können (IUCN, 2011).

Ökologie, Gefährdung und Schutz

Der Attenborough-Langschnabeligel steht heute kurz vor der Ausrottung. In der Roten Liste der IUCN wird die Art in der Kategorie CR, Critically Endangered geführt. Das Washingtoner Artenschutzabkommen (CITES) listet die Art in Anhang II des Abkommens. Die Hauptgefahren liegen im Verlust der natürlichen Lebensräume und in der Bejagung durch den Menschen. Seit 1961 konnte kein lebendes Tier mehr lokalisiert werden. Eine Expedition im Jahre 2007 fand lediglich Grabaktivitäten der Art (IUCN, 2011).

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World: v. 1 & 2. B&T, Auflage 6, 1999, (engl.) ISBN 0801857899
  • Don E. Wilson & DeeAnn M. Reeder: Mammal Species of the World, a Taxonomic & Geographic Reference. J. Hopkins Uni. Press, 3rd ed., 2005 ISBN 0801882214
  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999
  • Säugetiere. 700 Arten in ihren Lebensräumen. Dorling Kindersley, 2004. ISBN 383100580X

Qualifizierte Weblinks

'Persönliche Werkzeuge