Sardine

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Sardine

Taxonomie
Klasse: Strahlenflosser (Actinopterygii)
Unterklasse: Neuflosser (Neopterygii)
Teilklasse: Echte Knochenfische (Teleostei)
Überordnung: Heringsartige (Clupeomorpha)
Ordnung: Heringsartige (Clupeiformes)
Unterordnung: Clupeoidei
Familie: Heringe (Clupeidae)
Unterfamilie: Clupeinae
Gattung: Sardinen (Sardina)
Art: Sardine
Wissenschaftlicher Name
Sardina pilchardus
(Walbaum, 1792)

Die Sardine (Sardina pilchardus), auch unter den Synonymen Alosa pilchardus, Clupea pilchardus und Clupea harengus pilchardus sowie unter den Bezeichnungen Atlantische Sardine und Europäische Sardine bekannt, zählt innerhalb der Familie der Heringe (Clupeidae) zur Gattung der Sardinen (Sardina). Im Englischen wird die Sardine european pilchard genannt. Die Art ist monotypisch, Unterarten sind demnach keine bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Die Sardine erreicht eine Körperlänge von etwa 15,0 bis 20,0 Zentimeter. Die Sardine weist insgesamt 0 Rückenflossenstacheln, 13 bis 21 Rückenflossen-Weichstrahlen, 0 Afterflossenstacheln und 12 bis 23 Afterflossen-Weichstrahlen auf. Die letzten beiden Afterflossenstrahlen sind erweitert. Der Körper ist zylindrisch geformt und der Bauch ist abgerundet. Die Jugendlichen sind seitlich mehr abgeflacht. Der hintere Rand der Kiemenöffnung ist sanft gerundet, ohne fleischige Auswüchse. Des Weiteren zeigen sich drei bis fünf fast senkrecht verlaufende charakteristische Streifen. Die Schuppen der Sardine erscheinen etwas größer. Der Kopf ist ziemlich kurz geraten und die Rückenflosse steht mehr nach vorn, so dass die Entfernung der Schnauze von der Rückenflosse nicht die Schwanzflosse erreicht. Die Bauchflossen entspringen unter dem Ende der Rückenflosse. Zwei längere Schuppen stehen auf jeder Seite der Schwanzflosse. Die Sardine weist keine Zähne auf. Der Unterkiefer ist lang ausgeprägt und der Oberkiefer ist ohne Ausschnitt. Die Färbung ist silberglänzend, der Rücken sit grünlich-blau sowie die Rücken- und Schwanzflosse sind blau.

Lebensweise

Sardinen-Schwarm
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Sardinen-Schwarm

Die Sardine ist eine pelagische Art. Sie bildet Schulen und hält sich in der Regel in einer Tiefe von 25 bis 55 Metern oder sogar in einer Tiefe von 100 Metern auf. In der Nacht schwimmt die Sardine nahe der Wasseroberfläche bis in eine Tiefe von 10 bis 35 Meter. Sie ernährt sich hauptsächlich von Plankton, Krebstieren und von größeren Organismen. Im offenen Meer oder in der Nähe der Küste produziert die Sardine 50.000 bis 60.000 Eier mit einem mittleren Durchmesser von 1,5 Millimetern. Die Sardine wird frisch, tiefgefroren oder in Dosen vermarktet. Auch wird sie getrocknet oder gesalzen und geräuchert genutzt. Sie kann auch in der Pfanne gebraten, gegrillt oder in der Mikrowelle zubereitet werden.

Verbreitung

Im Allgemeinen führt die Sardine von Süd nach Nord umfangreiche Migrationen. Die Sardine ist im Nord-Ost-Atlantik entlang der Küste von Nord- und Westeuropa sowie in der Nordsee bis zu den Kanarischen Inseln, Goreé (Senegal), im Mittelmeer, im Marmarameer und im Schwarzen Meer verbreitet. Die Sardinen schwimmen in der Küstenzone in einer offenen Wassersäule.
Sardine
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Sardine
Im späten Frühjahr und im Sommer bilden sich große Sardinen-Schwärme und schwimmen in Richtung Norden zu den Ufern auf der Suche nach Nahrung.

Ernährung

Die Sardine ernährt sich hauptsächlich von Plankton, das sie durch die Kiemen, vor allem durch die ersten Kiemenbogen, filtert. Ferner zählen zum Nahrungsspektrum noch Krebstiere und größere Organismen.

Fortpflanzung

Die Sardine erreicht die Geschlechtsreife im Alter von etwa zwei Jahren bei einer Körperlänge von etwa 13,0 bis 14,0 Zentimeter. Sie kann ein Lebensalter von 8 bis 15 Jahren erreichen, wenn sie nicht vorher ein Opfer der vielen natürlichen Feinde wird. Die Laichzeit variiert in verschiedenen Verbreitungsgebieten, im Norden beginnt die Laichzeit ein Jahr später. Die Weibchen legen etwa 50.000 bis 60.000 Eier. Nach zwei bis vier Tagen schlüpfen die Jungfische. Nach dem Schlupf leben die Jungfische für eine längere Zeit planktonisch. Nach und nach verlassen sie das planktonische Leben und passieren die nektonischen bzw. pelagischen Gewohnheiten. Die Jungfische weisen eine Körperlänge von etwa 4,0 Millimeter auf. Im Gegensatz zu den Erwachsenen haben die Jungfische einen abgeflachten Körper.

Weitere Synonyme

Sardinen-Schwarm
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Sardinen-Schwarm
  • Alosa pilchardus - (Walbaum, 1792)
  • Arengus minor - Cornide, 1788
  • Clupanodon sardina - Risso, 1827
  • Clupea harengus pilchardus - Walbaum, 1792
  • Clupea laticosta - Lowe, 1843
  • Clupea pilchardus - Bloch, 1795
  • Clupea pilchardus - Walbaum, 1792
  • Clupea pilchardus sardinia - (Risso, 1827)
  • Clupea sardinia - Lowe, 1837
  • Sardina dobrogica - Antipa, 1904
  • Sardina pilchardus sardina - (Risso, 1827)

Anhang

Literatur und Quellen

  • Bent J. Muus: Süßwasserfische Europas. BLV Verlagsgesellschaft mbH. München Wien Zürich, 1990 ISBN 3-405-11867-0
  • Fritz Terofal: Süßwasserfische in europäischen Gewässern. Mosaik Verlag GmbH München, 1984 ISBN 01274-0
  • Alwyne Wheeler: Süßwasserfische. Delphin Verlag GmbH, München und Zürich, 1983 ISBN 3-7735-2418-8
  • Harald Gebhardt, Andreas Ness: Fische. Die heimischen Süßwasserfische sowie Arten der Nord- und Ostsee. BLV Verlagsgesellschaft mbH., München, Wien, Zürich, 1990 ISBN 3-405-13816-7
  • Peter S. Maitland, Keith Linsell: Süßwasserfische. Alle Arten Europas gezeichnet. Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co. Kg, Stuttgart, 2007 ISBN 978-3-440-10962-5
  • John R. Paxton, William N. Eschmeyer & David Kirshner: Enzyklopädie der Tierwelt: Fische. Bassermann, Auflage 1, 2003, ISBN 3572013771
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