Assam-Makak

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Assam-Makak
Männchen

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Lebendgebärende Säugetiere (Theria)
Teilklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Primaten (Primates)
Unterordnung: Trockennasenaffen (Haplorhini)
Familie: Meerkatzenverwandte (Cercopithecidae)
Gattung: Makaken (Macaca)
Art: Assam-Makak
Wissenschaftlicher Name
Macaca assamensis
(McClelland, 1840)

IUCN-Status
Near Threatened (NT)

Der Assam-Makak (Macaca assamensis) gehört zur Familie der Meerkatzenverwandte (Cercopithecidae) sowie zur Gattung der Makaken (Macaca). Im Englischen wird die Art Assam Macaque oder Assamese Macaque genannt. Ein weiteres deutsches Synonym ist Bergrhesus.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der Assam-Makak erreicht je nach Geschlecht und Unterart eine Körperlänge von 43 bis 73 Zentimeter, eine Schwanzlänge von 16 bis 36 Zentimeter, eine Schädellänge von 12 bis 14,3 Zentimeter sowie ein Gewicht von 8 bis 14 Kilogramm. Weibchen bleiben ein wenig kleiner und leichter als Männchen. Die Schwanzlänge ist bei der Nominatform M. a. assamensis kürzer als bei M. a. pelops (Fooden, 1971b). Das dichte Fell weist je nach Vorkommen und Unterart eine gelblichbraune bis dunkelbraune Färbung auf. Die nackte Gesichtshaut ist bei juvenilen Tieren fleischfarben, bei adulten Individuen leicht rötlich gefärbt. Die Schnauze tritt deutlich sichtbar aus dem Gesicht hervor.

Lebensweise

Assam-Makaken bewegen sich quadrupedal (Quadrupedie, lat. quadrus vier und pes Fuß) auf allen vier Extremitäten fort (Fleagle, 1988). Sie sind am Tage aktiv und halten sich sowohl am Boden als auch hoch oben in den Bäumen auf. Assam-Makaken leben in Gruppen, die eine durchschnittliche Stärke von 10 bis 50 Individuen aufweisen. Die Gruppen bestehen aus mehreren Männchen und Weibchen sowie subadulten und juvenilen Tieren. Mit Erreichen der Geschlechtsreife bzw. kurz vor Ende der Pubertät verlassen Männchen die Geburtsgruppe, Weibchen verbleiben ein Leben lang in ihrer Geburtsgruppe. Eine Gruppe wird matrilinear geführt (matrilinear von Matrilinearität = Mutterfolge).

Unterarten

Verbreitung

Assam-Makaken kommen nach Angaben der IUCN in Südostasien in Bangladesch, Bhutan, im südwestlichen China, in Tibat, nordöstlichen Indien, in Laos, Bhutan, Myanmar, Thailand und im nordwestlichen und nördlichen Vietnam vor. Die Unterart Macaca assamensis assamensis ist in Bhutan, in den üdwestlichen chinesischen Provinzen Guangxi, Guizhou, Tibet und Yunnan), in den nordöstlichen Indischen Bundesstaaten Arunachal Pradesh, Assam, Manipur, Meghalaya, Mizoram, Nagaland, Sikkim und Tripura sowieim nördlichen Laos, in Myanmar, Thailand und im nordwestlichen und nördlichen Vietnam vor (Groves, 2001). Die zweite Unterart, namentlich Macaca assamensis pelops, tritt in Bangladesch, Bhutan, in den nördlichen indischen Bundesstaaten Assam, Sikkim, Uttar Pradesh und Bengalen) und in Nepal in Erscheinung (Groves, 2001).

Assam-Makaken besiedeln hauptsächlich Höhenlagen zwischen 150 und 1.900 Meter über NN. Lokal treten einzelne Teilpopulationen bis in Höhen von 2.750 Meter über NN in Erscheinung. Lokal sind die Tiere auch bis in Höhen von 3.000 bis 4.000 Metern beobachtet worden (Choudhury, 2001). Besiedelt werden tropische und subtropische Hochlandregenwälder. Offene Fläche und Sekundärwälder werden nicht besiedelt (Srivistava & Mohnot, 2001). Unterhalb von 1.000 Metern über NN kommen Assam-Makaken nicht oder nur sehr selten vor.

Ernährung

Assam-Makaken ernähren sich als Allesfresser (Omnivora) von jungen Trieben und Blättern, anderen grünen Pflanzenteilen, Früchten sowie von Insekten (Insecta), Insektenlarven, andere Gliederfüßer (Arthropoda) sowie kleinere Wirbeltiere (Vertebrata). Die Nahrungssuche erfolgt am Tage in kleinen Trupps. Sie erfolgt sowohl am Boden als auch in Bäumen und Sträuchern.

Fortpflanzung

Die Geschlechtsreife erreichen Assam-Makaken im Alter von rund 4 bis 5 Jahren, Männchen kommen meist erst im Alter von 7 bis 8 Jahren mit dem Erreichen der sozialen Geschlechtsreife zu ihrer ersten Paarung. Während der Paarungszeit zeigt sich bei den Weibchen eine rötliche Regelschwellung. Nach einer Tragezeit von 175 bis 180 Tagen bringt ein Weibchen ein Jungtier zur Welt. Zu den Geburten kommt es meist im Frühjahr. Jungtiere sind deutlich heller gefärbt als erwachsene Tiere, die adulte Fellfärbung stellt sich im Laufe der Pubertät ein. Die Säugezeit erstreckt sich über 10 bis 12 Monaten. Um die Versorgung des Nachwuchses kümmert sich ausschließlich die Mutter. Spätestens mit dem Erreichen der Geschlechtsreife verlassen subadulte Männchen die Geburtsgruppe, Weibchen verbleiben hingegen ein Leben lang in ihrer Geburtsgruppe. Die Lebenserwartung beträgt im Freiland 25 bis 30 Jahre. Das nachgewiesene Höchstalter beträgt 31,4 Jahre.

Ökologie, Gefährdung und Schutz

Beide Unterarten der Assam-Makaken gelten heute als nur gering gefährdet. In der Roten Liste der IUCN werden sie daher als solches (NT, Near Threatened) geführt. Zu den Hauptgefahren zählt lokal neben der Bejagung durch den Menschen vor allem die Vernichtung der natürlichen Lebensräume und die Fragmentierung der noch verbliebenen Lebensräume. Gefangen werden die Tiere wegen des Fleisches oder zu medizinischen Zwecken oder für den illegalen Haustierhandel. Gejagt werden die Tiere vor allem in den Himalaya-Regionen, insbesondere in den indischen Bundesstaaten Sikkim und Arunachal Pradesh (Srivistava & Mohnot, 2001). Dies ist insbesondere in Regionen der Fall, in denen die Assam-Makaken gelegentlich auf landwirtschaftliche Flächen einfallen. Die Schädel der getöteten Tiere werden als Gründen des Aberglauben über die Türen der Häuser gehängt. Besonders bedroht ist die Art im nepalesischen Verbreitungsgebiet. Hier sind Assam-Makaken nur in einer kleinen Region beheimatet, die kaum eine Fläche von 914 km² aufweist. Auch in Nepal findet eine Bejagung statt. In Thailand leidet der Lebensraum der Tiere unter der anhaltenden Urbanisierung, bejagt werden die Tiere in Thailand im Wesentlichen nicht. Anders sieht dies in Myanmar aus, wo man den Tieren wegen des Felles und des Fleisches nachstellt. Ähnlich sieht es in Laos und Vietnam aus. Die Knochen der Assam-Makaken werden hier für Arzneimittel, Balsam und Klebstoffen verwendet. In Tibet steht es zwar recht gut um den Lebensraum, jedoch werden hier die Tiere massiv bejagt.

Assam-Makaken werden im Washingtoner Artenschutzabkommen in Anhang II geführt. Lokal steht die Art in Indien, Bangladesch, Myanmar und Thailand unter Schutz. Ein Teil der Populationen lebt heute in geschützten Regionen, wobei es sich meist um Nationalparks handelt. Ein Großteil dieser Schutzgebiete liegt in Indien, einige auch in Nepalm Laos, Thailand und Vietnam.

Synonyme

Der Assam-Makak ist auch unter den heute ungültigen Synonymen Macaca coolidgei (Osgood, 1932), Macaca macclellandii (Gray, 1846), Macaca problematicus (Gray, 1870), Macaca rhesosimilis (Sclater, 1872) und Macaca sikimensis (Hodgson, 1867) bekannt.

Anhang

Literatur und Quellen

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