Asiatische Goldkatze

aus Tierdoku, der freien Wissensdatenbank

Asiatische Goldkatze

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Lebendgebärende Säugetiere (Theria)
Teilklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
Familie: Katzen (Felidae)
Gattung: Catopuma
Art: Asiatische Goldkatze
Wissenschaftlicher Name
Catopuma temminckii
Vigors & Horsfield, 1827

IUCN-Status
Near Threatened (NT)

Die Asiatische Goldkatze (Catopuma temminckii) gehört zur Familie der Katzen (Felidae) sowie zur Gattung der Catopuma.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Die Asiatische Goldkatze erreicht eine Körperlänge von 75 bis 105 cm, eine Schwanzlänge von 43 bis 56 cm sowie ein Gewicht von acht bis fünfzehn Kg. Männchen werden zum Teil erheblich größer als Weibchen. Die Tiere verfügen über ein grobes aber dichtes Fell, das eine graubraune bis goldbraune Färbung aufweist. Es kann auch zu melanistischen Farbschlägen kommen. In manchen Verbreitungsgebieten, insbesondere den nördlichen, kann das Fell mit einer uneinheitlichen Fleckung versehen sein. Das Gesicht ist mit einer Streifenzeichnung versehen, die aus weißlichen und schwarzbraunen Streifen besteht. Die Bauchseite ist weiß bis cremefarben. Die Ohren sind mittellang, länglich, von stehender Form und leicht abgerundet. Asiatische Goldkatzen sind überwiegend nachtaktiv und leben einzelgängerisch. Sie finden nur zur Paarungszeit zueinander. Sie können sehr gut klettern, leben aber meist auf dem Erdboden.

Gefährdung, Schutz

Durch die Vernichtung der Lebensräume und die starke Bejagung ist die Asiatische Goldkatze in weiten Teilen ihrer Verbreitungsgebiete vom Aussterben bedroht. In China wird sie beispielsweise bejagd und landet bei der Bevölkerung auf dem Mittagstisch. Die Knochen spielen in der traditionellen chinesichen Medizin eine große Rolle. Das Washingtoner Artenschutzabkommen stellt die Asiatische Goldkatze unter weltweitem Schutz. In der Roten Liste des IUCN wird sie seit 1986 als gefährdete (vulnerable) Art geführt. In Deutschland wird in einigen Zoos dieses schöne Tier gehalten. Im Zoo Wuppertal und im Zoo Heidelberg wurden Goldkatzen erfolgreich gezüchtet. Das Europäische Erhaltungszuchtprogramm (EEP) für die Goldkatzen wird in Heidelberg koordiniert.

Verbreitung

Die Asiatische Goldkatze ist im Himalayagebiet und in weiten Teilen von Südostasien verbreitet. Dazu gehören insbesondere Bangladesh, Bhutan, Kambodscha, China, Indien, Sumatra, Laos, Malaysia, Myanmar, Nepal, Thailand und Vietnam. Sie bewohnt neben tropischem Regenwald auch trockene Laubwälder und offene Lebensräume mit felsigen Bereichen.

Nahrung

Goldkatzen sind reine Fleischfresser, die alles fressen, was sie überwältigen können. Dazu gehören neben Nagetiere, Echsen und Vögel auch junge Hirsche, Schafe und Ziegen. Die Tiere gehen oft gemeinsam auf die Jagd. Sie gelten als Anschleich- und Lauerjäger.

Fortpflanzung

Weibchen erreichen die Geschlechtsreife mit 18 bis 24 Monaten, Männchen erst mit 24 Monaten. In den südlichen Verbreitungsgebieten ist die Paarungszeit an keine feste Jahreszeit gebunden, in den nördlichen Gebieten erstreckt sich die Paarungszeit über das Frühjahr. Die Bruthöhle wird meist in abgestorbenen Baumstämmen, unter Felsen oder in Erdhöhlen eingerichtet.

Nach einer Tragezeit von rund 95 Tagen bringt das Weibchen ein oder zwei Jungtiere zur Welt. Die Jungtiere weisen ein Gewicht von etwa 250 Gramm auf. Bereits nach drei Wochen haben sie ihr Gewicht verdoppelt, nach sechs Wochen verdreifacht. Männchen spielen bei der Aufzucht eine aktive Rolle. In Gefangenschaft können Asiatische Goldkatzen eine Alter von bis zu 18 Jahren erreichen. Die Lebenserwartung in Freiheit dürfte allerdings deutlich darunterliegen.

Anhang

Literatur und Quellen

  • Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World: v. 1 & 2. B&T, Auflage 6, 1999, (engl.) ISBN 0801857899
  • Don E. Wilson & DeeAnn M. Reeder: Mammal Species of the World, a Taxonomic & Geographic Reference. J. Hopkins Uni. Press, 3rd ed., 2005 ISBN 0801882214
  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999
  • Säugetiere. 700 Arten in ihren Lebensräumen. Dorling Kindersley, 2004. ISBN 383100580X

Qualifizierte Weblinks

'Persönliche Werkzeuge