Asianellus festivus

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Asianellus festivus

Systematik
Klasse: Spinnentiere (Arachnida)
Ordnung: Webspinnen (Araneae)
Unterordnung: Echte Webspinnen (Araneomorphae)
Überfamilie: Salticoidea
Familie: Springspinnen (Salticidae)
Gattung: Asianellus
Art: Asianellus festivus
Wissenschaftlicher Name
Asianellus festivus
(C. L. Koch, 1834)

LSID-Kennung
LSID: [urn:lsid:amnh.org:spidersp:032366]

Die Spinnenart Asianellus festivus gehört innerhalb der Familie der Springspinnen (Salticidae) zur Gattung Asianellus. Im Englischen nennt man diese Art auch Yamaji Jumping Spider.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Asianellus festivus erreicht als Männchen eine Körperlänge von etwa 4 bis 5 Millimeter und als Weibchen eine Körperlänge von etwa 5 bis 6 Millimeter. Diese Art ist wie fast alle Arten aus der Familie der Springspinnen (Salticidae) durch die untersetzte, kurzbeinige Körpergestalt und durch die besonders leistungsfähigen Augen gut charakterisiert. Vorn an der Stirn liegen nebeneinander vier scheinwerferartig vergrößerte Augen, an jeder Seite des steil abfallenden Kopfteils hintereinander zwei weitere, deutlich kleinere Augen. Das auffallend vergrößerte, mittlere Frontalaugenpaar entspricht gewissermaßen zwei Teleobjektiven. Die beiden Netzhäute können vor- und zurückgeschoben werden und so ein scharfes Abbild des angepeilten Objekts entwerfen. Da die Netzhäute aber zusätzlich seitlich verschoben werden können, vermag die Spinne außerdem ihren Blickwinkel zu verändern, ohne sich selbst zu bewegen. <2>

Das Prosoma des Männchens weist dorsal eine rostbraune Färbung auf und ist mit zwei breiten behaarten weißgrauen Längsbanden besetzt, die von den hinteren Lateralaugen ausgehend bis an den hinteren Rand ziehen. Die Kopfplatte ist glänzend schwarz behaart und lateral mit wenigen grauen Härchen bedeckt. An den Seiten und am vorderen Bereich befinden sich lang abstehende schwarze Borsten. Die Flanken sind ebenfalls schwarz behaart, während der Rand des Prosoma eine dunkle Tönung mit weißer Behaarung aufweist. Der Clypeus ist von einer dunkelbraunen Beborstung. Median ist der Clypeus dünn weiß behaart, während er lateral lang und dicht braun behaart ist. GAB hellgrau und dorsal schwarz überlagert. Die Cheliceren sind rotbraun und weisen eine dichte schwarze Behaarung auf. Labium und Maxillen sind von einer orangebraunen Färbung und distal sind sie weiß getönt. Das Sternum ist dunkel sandfarben mit einem schwarzen Rand und einer dichten weißen Behaarung. Das Opisthosoma weist eine dorsale schwarzbraune Tönung mit einer hellen Punktierung auf. Im hinteren Drittel zeigt sich eine sandfarbene Winkelzeichnung. Anterior ist eine laterale weiße Behaarung zu erkennen und überall enganliegend graubraun behaart. Ventral zeigt sich eine hell beigefarbene Tönung mit einer verschwommenen dunklen Zeichnung. Die Spinndüsen sind dunkelbraun und beigefarben. Die Beine weisen eine hell orangebraune Färbung mit einer dunklen Fleckenzeichnung sowie einer dichten braunweißen Behaarung auf. Die Femoren und Patellae vom ersten und zweiten Beinpaar sind wesentlich heller gefärbt als die Femoren und Patellae vom dritten und vierten Beinpaar. Die Pedipalpen sind hell getönt und weisen eine dunkle Femur-Basis auf, dorsal sind sie dicht weiß behaart und von braunen Borsten durchsetzt. Die Cymbiumspitze weist eine graue Behaarung auf, während das Tegulum dunkelbraun erscheint. Die Tibia-Apophyse stellt sich zweispitzig dar. Eine Bestachelung ist an den Femoren, Patellae, Tibiae sowie Metatarsi vorhanden. <2>

Bei dem Weibchen weist das Prosoma wie bei dem Männchen dieselbe Färbung auf, zusätzlich ist das Weibchen dorsal und an den Flanken fleckig grauschwarz behaart. Das Gesicht ist vollständig hell weißgrau behaart, während der Clypeus orangebraun erscheint und eine abstehend weiße Behaarung aufweist. Das Labium und die Maxillen sind dunkelbraun und distal weiß gefärbt. Das Sternum weist eine hellgelbe mit einem leicht abgedunkelten Rand sowie mit einer dichten weißen abstehenden Behaarung auf. Die Grundfärbung des Opisthosoma ist dorsal hell orange dunkelbraun gefleckt und überall dicht graubraun behaart. Ventral ist das Opisthosoma hell beigefarben und etwas leicht hellbraun sowie transluzent behaart. Die Epigyne (Kopulationsorgan) weist sklerotisierte laterale Einführöffnungen mit einer medianen Wölbung auf. Die Beine des Weibchens zeigen dieselbe Färbung wie bei dem Männchen, jedoch sind die Beine bei dem Weibchen kräftiger gefleckt. Die Tarsi sind hell orangebraun, distal etwas dunkler und überall zeigen sich abstehend weiße Härchen und braune Borsten. Auch eine Bestachelung bei dem Weibchen ist an den Femoren, Patellae, Tarsi sowie Metatarsi vorhanden. <2>

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Asianellus festivus

Lebensweise

Die Spinne ist sehr lebhaft und schnell, sie ist tagaktiv und sehr wärme- und sonneliebend. Zum Beutefang webt die Spinne kein Netz, sondern erkennt als ausgesprochenes Augentier das Opfer recht bald, verfolgt und beschleicht das Opfer, um es dann im geeigneten Moment anzuspringen und mit einem Biß zu lähmen. Vor dem Sprung befestigt die Spinne jedoch einen Sicherheitsfaden am Boden, zum einen, um nicht von einem größeren Beutetier mitgenommen zu werden, zum andern, um sich blitzschnell zurückziehen zu können. Zum Wohnen, Überwintern und als Schutz beim Häuten und bei der Eiablage webt sich die Spinne ein feines, sackartiges Wohngespinst.

Verbreitung

Asianellus festivus kommt in folgenden Verbreitungsgebieten vor: Afghanistan, Aserbaidschan, Bosnien-Herzegowina, China, Haute-Corse, Tschechien, Dänemark, Frankreich, Georgien, Deutschland, Griechenland, Ungarn, Italien, Japan, Kasachstan, Korea, Kroatien, Mazedonien, Mongolei, Polen, Rumänien, Serbien und Montenegro, Slowakai, Slowenien, Schweiz und Russland. Diese Art kommt an trockenen, meist stark besonnten Plätzen vor und bevorzugt oft steiniges Gelände. Gelegentlich findet man die Spinne auch im Moor. In China hält sich Asianellus festivus in Sekundärwäldern in einer Höhe von 1.300 bis 1.700 Metern und von 1.700 bis 2.300 Metern auf und in Griechenland trifft man sie im Kelempek-Gebirge in einer Höhe von 400 Metern an. <3>

Ernährung

Wie alle Arten aus der Familie der Springspinnen (Salticidae), so ernährt sich auch diese Spinnenart von Insekten (Insecta). Sie lauert an exponierten Stellen auf ihre Beute und springt sie meist aus dem Hinterhalt an. Dabei spielt der Sehsinn eine außerordentliche Rolle. Die Spinne kann die Beute von weitem schon anvisieren und springt gezielt mehrere Zentimeter weit, um sie zu fangen. Überwiegend werden dabei Fliegen (Brachycera) und Grillen (Gryllidae) sowie Langfühlerschrecken (Ensifera) und Kurzfühlerschrecken (Caelifera) erbeutet.

Fortpflanzung

Wie bei allen anderen Spinnen auch, werden die Männchen vor dem Weibchen geschlechtsreif und machen sich auf die Suche nach einer geeigneten Partnerin. Trifft ein Männchen auf ein vor der letzten Häutung stehendes Weibchen, so bleibt es bei ihm und paart sich mit ihm, sobald sich das Weibchen gehäutet hat. Vor der Paarung wird das Weibchen mit charakteristischen Tänzen umworben. Dieser Tanz geht folgendermaßen vor sich: Das Männchen richtet sich hoch auf, streckt seine Vorderbeine hoch, die bei dem geschlechtsreifen Männchen eine Signalfarbe tragen, und winkt mit diesem ersten Beinpaar, indem das Männchen sich vor dem Weibchen hin und her bewegt, bis beide Tiere sich Kopf an Kopf gegenüberstehen. Nimmt das Weibchen diese Werbung an, d. h., bleibt es still stehen, dann kommt es zur Paarung. Das Weibchen baut nach der Paarung eine übergroße Seidenzelle, in die es seine Eier legt und sie darin bewacht, bis die Jungspinnen schlüpfen, was meist bis zur zweiten Häutung dauert, da die Jungspinnen zuerst fast blind sind und erst nach der zweiten Häutung voll entwickelte Augen haben.

Synonyme und Chresonyme nach Norman I. Platnick

Update 31. Dezember 2008 <1>

  • Phlegra festiva - Hu, 2001
  • Asianellus festivus - Song, Zhu & Chen, 2001
  • Asianellus festivus - Namkung, 2002
  • Asianellus festivus - Cho & Kim, 2002
  • Asianellus festivus - Kim & Cho, 2002
  • Asianellus festivus - Namkung, 2003
  • Asianellus festivus - Trotta, 2005
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Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

'Persönliche Werkzeuge