Arielschwalbe

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Arielschwalbe

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Unterklasse: Neukiefervögel (Neognathae)
Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)
Unterordnung: Singvögel (Passeri)
Familie: Schwalben (Hirundinidae)
Unterfamilie: Hirundininae
Gattung: Petrochelidon
Art: Arielschwalbe
Wissenschaftlicher Name
Petrochelidon ariel
(Gould, 1843)

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Die Arielschwalbe (Petrochelidon ariel) zählt innerhalb der Familie der Schwalben (Hirundinidae) zur Gattung Petrochelidon. Im Englischen wird die Art Fairy Martin genannt. Sibley & Monroe (1996) führten die Art auch unter dem wissenschaftlichem Namen Hirundo ariel. Es gibt keine bekannten Unterarten, demnach ist die Spezies monotypisch.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Die eher kleine aber kräftig gebaute Arielschwalbe erreicht eine Körperlänge von etwa 12 Zentimeter. Das Gewicht beträgt etwa 11 Gramm. Die Flügel sind lang und spitz zulaufend, der Schnabel ist ausgesprochen kurz. Der Schnabel und die Augen sind schwarz. Zwischen den Geschlechtern zeigt sich nur ein unwesentlicher Dimorphismus. Das Obergefieder der adulten Vögel weist ein schillerndes Blau auf. Die Flügel sowie der Schwanz sind braun getönt, während die Krone und der Nacken von einer rostbraunen Färbung sind. Der Bürzel weist eine weißliche Tönung auf. Die Unterseite ist matt weiß gefärbt. Das Gefieder der juvenilen Vögel ist etwas gefleckt und brauner gefärbt. Des Weiteren weist die Stirn eine hellere Färbung auf, ebenso ist das Gefieder des Rückens und der Flügel von einer helleren Tönung. Die Art läßt sich von den anderen australischen Schwalben durch seinen hellen Bürzel gut unterscheiden. Die meisten ähnlichen Arten wie zum Beispiel die Baumschwalbe (Petrochelidon nigricans) weist einen flacheren gegabelten Schwanz und einen blau-schwarz gefärbten Kopf und Nacken auf. Der Gesang der Arielschwalbe ist ein hohes Zwitschern, jedoch klingen die Töne der Baumschwalbe (Petrochelidon nigricans) etwas höher. Die Arielschwalbe vollführt einen eher langsamen, flatternden Flug.

Lebensweise

Die tagaktiven Arielschwalben leben während der Brutzeit und in den Winterquartieren in kleinen Kolonien. Dennoch gehen sie im Wesentlichen einer einzelgängerischen Lebensweise nach. Dies gilt auch für die Nahrungssuche. Außerhalb der Brutzeit kann die Art jedoch auch sehr gesellig sein und wird oft in Gesellschaft mit anderen Schwalben (Hirundinidae) angetroffen. Als Zugvögel ziehen die Tiere im Herbst in die Winterquartiere und kehren im nächsten Frühjahr in die Brutgebiete zurück. Je nach Region sind die Arielschwalben in den Winterquartieren von September oder Mitte Oktober bis in den April anzutreffen.

Arielschwalben
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Arielschwalben

Verbreitung

Zu den Verbreitungsgebieten der Arielschwalbe zählen unter anderem Asien: Südostasien: Indonesien, Indonesien (Asien) [selten/gelegentlich], Indonesia (Australasien), Kleine Sundainsel [selten/gelegentlich], Sumba, West-Timor, Provinz Nusa Tenggara Timur, Irian Jaya, Insel Timor, Timor-Leste, Ozeanien, Australasien, Insel Neu-Guinea [selten/gelegentlich], Papua-Neuguinea, Neu-Guinea [selten/gelegentlich], Torres Strait Inseln, Saibai, Australien [endemische Brutplätze], Australien (kontinental einschließlich Tasmanien) [endemische Brutplätze], Ashmore-Riff-und Cartier-Insel, Ashmore-Riff, Lord Howe Island [selten/gelegentlich], New South Wales [endemisch], Northern Territory [endemisch], Queensland [endemisch], Süd-Australien [endemisch], Kangaroo Island [endemisch], Tasmanien [endemisch], Victoria [endemisch], Kings Billabong Wildlife Reservat [endemisch], Murray Sunset National Park [endemisch], Hattah-Kullkyne National Park [endemisch], Wyperfeld National Park [endemisch], Lake Albacutya Park [endemisch], Little Desert National Park [endemisch], West-Australien [endemisch], West-Australien (Nord) [endemisch], West-Australien (Süd) [endemisch], Neuseeland [selten/gelegentlich], Neuseeland (Festland) [selten/gelegentlich] und Melanesien.

Arielschwalben
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Arielschwalben

Laut der Roten Liste der IUCN lebt die Arielschwalbe in gemäßigten Wäldern, in regenarmen Savannen, in gemäßigtem Grasland sowie in subtropischem und in tropischem regenarmen Grasland. Des Weiteren hält sich die Arielschwalbe in Feuchtgebieten auf, wie Flüsse, Bäche, schmale Buchten mit Wasserfällen sowie in der Nähe von Süßwasserseen über 8 Hektar.

Ernährung

Arielschwalben ernähren sich fast ausschließlich von Insekten (Insecta). In der Regel handelt es sich dabei um Geflügelte Insekten (Pterygota) wie Käfer (Coleoptera), Ameisen (Formicoidea), Wespen (Vespoidea), Heuschrecken (Orthoptera), Mücken (Nematocera) und Fliegen (Brachycera). Die Nahrungssuche erfolgt in der Nähe der Kolonie, meist nicht weiter entfernt von gut 0,5 Kilometer. Gelegentlich kann man die Arielschwalben bei der Jagd von Insektenschwärmen beobachten, dabei fliegen sie sehr niedrig über dem Wasser und schnappen nach den Insekten (Insecta). Aber auch verletzte Motten (Tineidae) auf einem neu geschnittenen Rasen werden von den Arielschwalben erbeutet.

Fortpflanzung

Fütterung der jungen Arielschwalben
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Fütterung der jungen Arielschwalben

Arielschwalben erreichen die Geschlechtsreife gegen Ende des ersten Lebensjahres. Die Paarungs- und Brutzeit finden in den Monaten von August bis Januar statt. In einer Saison kann es oft zu zwei bis drei Bruten kommen. Die Nester werden an senkrechten Strukturen aus Schlamm gebaut. Beide Geschlechter beteiligen sich am Nestbau. Es handelt sich dabei um geschlossene Nester mit einem seitlichen Eingang. Dieses schalenförmige Nest ist etwa 15 Zentimeter im Durchmesser und der Tunneleingang ist etwa 5 bis 30 Zentimeter lang. Gebrütet wird in der Regel in größeren Kolonien, bekannt sind Kolonien von mehr als 1.000 Brutpaaren. Die durchschnittliche Größe einer Kolonie liegt bei 200 bis 300 Brutpaare. In das fertige Nest legt das Weibchen in der Regel vier Eier, manchmal können es auch 5 Eier sein. Die Eier weisen eine weiße Färbung auf und sind mit rötlich-braunen Sprenkelungen besetzt. Die Eier werden über einen Zeitraum von 14 bis 16 Tagen bebrütet. Um die Inkubation kümmern sich beide Geschlechter. Die geschlüpften Küken sind nackt, blind und ausgesprochen hilflos. Auch um die Versorgung des Nachwuchses kümmern sich beide Geschlechter gleichermaßen. Die Flugfähigkeit wird im Alter von 21 bis 24 Tagen erreicht. Wenige Tage nach dem Erreichen der Flugfähigkeit, spätestens jedoch zur Migration fliegen die Jungvögel aus und sind selbständig.

Ökologie, Gefährdung und Schutz

Laut der Roten Liste der IUCN gehört die Arielschwalbe heute noch nicht zu den bedrohten Vogelarten. Das globale Verbreitungsgebiet der Populationen erstreckt sich annähernd von über 1.000.000 bis 10.000.000 Quadratkilometern. Die Arielschwalbe ist in weiten Teilen dieses großen Areals meist häufig anzutreffen. Nur in wenigen Regionen kommt die Arielschwalbe selten oder nur spärlich vor (Morcombe, 2000). In der Roten Liste der IUCN wird die Arielschwalbe als least concern (nicht gefährdet) geführt.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Prof. Dr. Dr. H. C. Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Band 7-9 Vögel. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG München (1993) ISBN 3-423-05970-2
  • Gottfried Mauersberger, Wilhelm Meise: Urania Tierreich, 7 Bde., Vögel.Urania, Stuttgart (1995) ISBN 3423032049
  • Einhard Bezzel, Roland Prinzinger: Ornithologie, Utb, 1990, ISBN 3800125978
  • Hans-Heiner Bergmann: Die Biologie des Vogels. Aula, 1987, ISBN 389104447X

Links

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