Argiope keyserlingi

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Argiope keyserlingi

Systematik
Klasse: Spinnentiere (Arachnida)
Ordnung: Webspinnen (Araneae)
Unterordnung: Echte Webspinnen (Araneomorphae)
Teilordnung: Entelegynae
Familie: Echte Radnetzspinnen (Araneidae)
Gattung: Argiope
Art: Argiope keyserlingi
Wissenschaftlicher Name
Argiope keyserlingi
Karsch, 1878

LSID-Kennung
LSID: [urn:lsid:amnh.org:spidersp:015377]

Diese Spinnenart Argiope keyserlingi gehört innerhalb der Familie der Echten Radnetzspinnen (Araneidae) zur Gattung Argiope. Im Englischen wird die Art Saint Andrew's Cross Spider genannt. Die Art trägt den Namen zu Ehren des Arachnologen Eugen von Keyserling.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Argiope keyserlingi erreicht als Männchen eine Körperlänge von etwa 3 bis 4 Millimeter und als Weibchen eine Körperlänge von etwa 10 bis 16 Millimeter. Das Weibchen weist einen deutlichen Sexual-Dimorphismus auf, indem sie viel größer erscheint als das Männchen. Des Weiteren zeigt das Weibchen auch eine Vorliebe für kleine Männchen. Denn sie erlaubt kleinen Männchen eine längere Kopulation, so dass mehr Nachkommen gezeugt werden. Der Vorderkörper ist mit einer dichten, silbrig weißen Behaarung überzogen. Diese silberglänzenden Haare überziehen außerdem weite Teile der Oberseite des Hinterleibes. Nur hinten und an den Seiten tritt die fahlgelbe Grundfärbung und eine dunkle Querstreifung stärker hervor. Die ganze Unterseite ist silber, gelb, gelbbraun, rot und schwarz gebändert sowie mit einer dunkleren Fleckenzeichnung versehen. Die Beine sind auffallend rot-weiß geringelt, teilweise sind sie an manchen Stellen mit kleinen schwarzen Flecken besetzt. Trotz der Größe ist die Radnetzspinne im Netz schwer zu erkennen, da sich die tarnfarbige Bauchseite kaum gegen den Boden abhebt. Auch durch ihre silbrige Behaarung ist die Radnetzspinne auch von unten gegen den Himmel sehr gut getarnt. Das Männchen weist eine braune bis cremefarbene Tönung auf. Die adulten Weibchen trifft man häufig während der Sommermonate und manchmal halten sich mehrere Männchen gleichzeitig im Netz eines Weibchens auf.

Lebensweise

Argiope keyserlingi baut ihr oft sehr großes Netz stets dicht über dem Erdboden. Das Netz kann einen Durchmesser von etwa einen Meter erreichen. Oft ist das Netz an einem sehr langen, zwischen zwei Sträuchern ausgespannten Brückenfaden befestigt. Die Fäden besitzen eine hell gelbliche Färbung. Die Netzebene ist meist deutlich geneigt. Die Radnetzspinne sitzt stets bauchoben an der Unterseite der Nabe und legt dabei die Extremitäten jeweils paarweise eng aneinander, so dass ihr Erscheinungsbild einem schrägstehenden Kreuz ähnelt. Mit ihrer gebänderten und gefleckten Bauchfärbung ist sie gegen den Untergrund gut getarnt und somit kaum zu erkennen. Zu den natürlichen Feinden der Spinne gehören vor allem Fangheuschrecken (Mantodea) und Vögel (Aves).

Argiope keyserlingi
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Argiope keyserlingi

Verbreitung

Argiope keyserlingi ist an der Ostküste von Australien, Neusüdwales im südlichen Queensland sowie auf der Lord-Howe-Insel (zu Australien gehörende Insel in der Tasmanischen See) verbreitet. Im Aussehen ähnelt Argiope keyserlingi sehr der im Norden von Queensland vorkommenden Art Argiope aetherea. Die Spinne hält sich in Parks sowie in Gärten von Vorstädten auf und man findet sie vor allem unter den Blättern von Lilienartigen (Liliales) wie zum Beispiel Lomadra longifolia. Ferner hält sich diese Art auch im Regenwald, in lichten Wäldern sowie in Heidelandschaften auf.

Ernährung

Argiope keyserlingi erbeutet in ihrem sehr reißfesten Netz zum Teil recht große und kräftige Beutetiere. Neben Heuschrecken wie Langfühlerschrecken (Ensifera) und Kurzfühlerschrecken (Caelifera) gehören auch große Schmetterlinge (Lepidoptera) zu ihren bevorzugten Beuteobjekten. Gelegentlich findet man in oder neben ihren Netzen die interessante Diebsspinne (Argyrodes gibbosus) aus der Familie der Haubennetzspinnen (Theridiidae). Diese lebt hier vor allem von kleinen, im Netz verfangenen Insekten (Insecta), um die sich die Netzbesitzerin nicht weiter kümmert. Des Weiteren zählen Fliegen (Brachycera), Motten und Bienen (Apoidea) zum Beutespektrum der Spinne. Bevor die Insekten (Insecta) von der Spinne in Seide eingewickelt werden, werden sie mit einem Biss getötet.

Forscher haben in Australien bei Argiope keyserlingi beobachtet, dass die Spinne ihre Beute durch ultraviolettes Licht anlockt. Durch das zickzackförmige Stabiliment wird UV-Licht reflektiert und die Spinne nutzt dieses Phänomen zu ihrem Vorteil, weil durch das reflektierende Licht des Netzes zahlreiche Insekten (Insecta), die auf Nahrungssuche sind, angelockt werden.

Fortpflanzung

Argiope keyserlingi
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Argiope keyserlingi

Das Männchen erreicht die Geschlechtsreife im Sommer und das Weibchen im Herbst. Die Paarung beginnt in der Regel im Spätsommer und findet in der Netzmitte statt. Das Männchen nähert sich mit vorsichtig tastenden Bewegungen dem Weibchen. Ist dieses paarungsbereit, hebt das Weibchen den Körper vom Netz ab, so dass sich das Männchen in den Zwischenraum drängen und die Paarung vollziehen kann. Das Weibchen verhält sich in der Regel bei der Paarung passiv und überläßt dem Männchen die Paarungsaktivität. Bei der Paarung stirbt das Männchen oft auch ohne Mitwirkung des Weibchens noch während der Begattung. In der Regel wird das Männchen noch während der Paarung von dem Weibchen eingesponnen, getötet und schließlich vom Weibchen verspeist. Nur selten gelingt es dem Männchen die Flucht - dann aber meist unter Verlust eines Beines. Ab September sind die auffallend birnenförmigen Eikokons zu finden. Noch im Herbst schlüpfen die Jungspinnen. Sie verlassen erst im Mai des folgenden Jahres ihre schützende Behausung und sind bereits nach zwei bis drei Monaten ausgewachsen. Trotz des ziemlich stabilen und gut verschlossenen Eikokons werden die Eier sowie die Jungspinnen von parasitären Wespen (Vespoidea) und Fliegen (Brachycera) befallen.

Synonyme und Chresonyme nach Norman I. Platnick

Update 31. Mai 2008 <1>

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

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