Argentinische Ruderente

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Argentinische Ruderente

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Unterklasse: Neukiefervögel (Neognathae)
Ordnung: Gänsevögel (Anseriformes)
Familie: Entenvögel (Anatidae)
Unterfamilie: Enten (Anatinae)
Tribus: Ruderenten (Oxyurini)
Gattung: Ruderenten (Oxyura)
Art: Argentinische Ruderente
Wissenschaftlicher Name
Oxyura vittata
Philippi, 1860

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Die Argentinische Ruderente (Oxyura vittata), die auch Argentinische Schwarzkopfruderente oder Bindenruderente genannt wird, zählt innerhalb der Familie der Entenvögel (Anatidae) zur Gattung der Ruderenten (Oxyura). Die Art ist monotypisch, demnach existieren keine Unterarten.

Die Argentinische Ruderente sieht der Australischen Ruderente (Oxyura australis) in Aussehen und Größe zum Verwechseln ähnlich. Die englische Bezeichnung der Argentinischen Ruderente lautet Lake Duck oder Argentine Ruddy Duck.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Die Argentinische Ruderente erreicht eine Körperlänge von gut 38 bis 40 Zentimeter, eine Flügelspannweite von 56 bis 62 Zentimeter sowie ein Gewicht von etwa 600 bis 700 Gramm. Die Geschlechter weisen wie bei vielen Entenarten einen deutlichen Geschlechtsdimorphismus auf. Der Kopf des Männchens ist durchweg schwarz, der Schnabel weist eine auffällige bläuliche Färbung auf. Das Körpergefieder ist rostbraun gefärbt, der Schwanz ist schwarz. Das Weibchen ist bräunlich gemustert gefärbt. Der Kopf sowie der Schwanz sind überwiegend schwarz. Der Schnabel weist eine dunkelgraue bis fast schwarze Färbung auf. Die Art gehört zu den noch nicht gefährdeten Arten. Der Vogel ist an Land extrem unbeholfen und verbringt hauptsächlich seine Zeit im Wasser.

Der Erpel verfügt, bezogen auf die Körperlänge, über den längsten Penis (Membrum virile) im Reich der Wirbeltiere. Er misst eine Länge von rund 30 Zentimeter. Der Penis ist wie ein Korkenzieher aufgerollt und weist im erigiertem Zustand sogar eine Länge von über 40 Zentimeter auf. Die Unterseite des Penis ist mit zahlreichen Dornen versehen, dennoch ist die Penisspitze weich wie eine Bürste. Vor der Ejakulation benutzt das Männchen vermutlich seinen Penis wie eine "Flaschenbürste", um die Samenzellen zu entfernen, die im Eileiter des Weibchens von einem vorhergehenden Männchen vorhanden sind. Wieviel Male das Männchen seinen Penis einsetzt, um die Eileiter des Weibchens zu befruchten,
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bleibt ungeklärt bzw. ist noch nicht ganz erforscht, da die Befruchtung der Eileiter beim Weibchen sich ungewöhnlich schwierig gestaltet. Über den Riesenpenis wurden schon sehr viele Spekulationen angestellt. Viele Biologen vermuten, dass der sehr lange Penis dazu dient, die Aufmerksamkeit der Weibchen zu erregen und je größer und gründlicher das Membrum virile (Penis) ist, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Erpel im Konkurrenzkampf als Sieger hervorgeht und er der Vater der Küken ist.

Verbreitung

Im Sommer lebt die Argentinische Ruderente hauptsächlich im südlichen Brasilien, in Uruguay, in Argentinien und in Chile. Im Winter trifft man sie bis ins zentrale Brasilien und in Paraguay an. Die Argentinische Ruderente hält sich in den Süßwasserseen und in den Süßwassersalzsümpfen auf, in denen Seen vorhanden sind. Manchmal kommt sie auch bis in Höhen von etwa 800 Metern vor.

Ernährung

Die Nahrung der Argentinischen Ruderente besteht aus pflanzlicher Kost wie Wasserpflanzen, Gräser und Sämereien sowie auch aus tierischen Anteilen wie im Wasser vorkommende Kleinstlebewesen. Küken ernähren sich in den ersten Wochen ausschließlich von tierischer Nahrung.

Fortpflanzung

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Die Geschlechtsreife erreicht die Argentinische Ruderente mit zehn bis zwölf Monaten. Die Brutgebiete liegen im südlichen Argentinien und reichen bis zu den Falklandinseln. Die Brutzeit erstreckt sich über das Frühjahr. Die napfartigen Nester werden an der Uferbewachsung, vorzugsweise auf kleinen Inselchen errichtet. Das Weibchen legt zwischen sechs und zehn Eier, die von ihr alleine ausgebrütet werden. Es besteht die Möglichkeit, dass mehrere Weibchen ihre Eier in dasselbe Nest legen. Der Erpel wacht in dieser Zeit über das Gelege. Nach dem Schlupf trennt er sich allerdings von der Familie und schließt sich den Junggesellengruppen an.

Die geschlüpften Küken weisen ein Gewicht von 60 bis 70 Gramm auf. Sie sind dunkel bedunt. Die Küken ernähren sich hauptsächlich von Kleinstinsekten. Sie nehmen erst sehr viel später auch pflanzliche Nahrung zu sich. Über einen Zeitraum von 57 bis 60 Tagen werden sie von der Mutter geführt. Danach sind sie selbständig und flügge. Die adulte Befiederung setzt nach einem Jahr mit der Geschlechtsreife ein. Argentinische Ruderenten können ein Alter von 15 bis 20 Jahren erreichen.

Gefährdung und Schutz

Laut der Roten Liste der IUCN gehört die Argentinische Ruderente heute noch nicht zu den bedrohten Arten. Sie ist in weiten Teilen des Verbreitungsgebietes häufig anzutreffen. Nur in wenigen Regionen kommt die Argentinische Ruderente selten oder nur spärlich vor. In der Roten Liste der IUCN wird sie als least concern (nicht gefährdet) geführt.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

Qualifizierte Weblinks

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