Argentinische Ameise

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Argentinische Ameise

Systematik
Klasse: Insekten (Insecta)
Unterklasse: Geflügelte Insekten (Pterygota)
Überordnung: Neuflügler (Neoptera)
Ordnung: Hautflügler (Hymenoptera)
Überfamilie: Ameisen (Formicoidea)
Familie: Ameisen (Formicidae)
Unterfamilie: Drüsenameisen (Dolichoderinae)
Gattung: Linepithema
Art: Argentinische Ameise
Wissenschaftlicher Name
Linepithema humile
(Mayr, 1866)

Die Argentinische Ameise (Linepithema humile), auch unter dem Synonym Iridomyrmex humilis bekannt, zählt innerhalb der Familie der Ameisen (Formicidae) zur Gattung Linepithema. Im Englischen wird die Argentinische Ameise argentine ant genannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Die Arbeiterinnen erreichen eine Körperlänge von etwa 2,1 bis 3,0 Millimeter. Die Königinnen erreichen eine Körperlänge von etwa 4,5 bis 4,9 Millimeter und die Männchen erreichen eine Körperlänge von etwa 1,9 bis 2,1 Millimeter. Die Argentinische Ameise ist eine unscheinbare kleine Ameisenart. Die Augen sind mittel bis groß (mehr als 5 Facetten) und sind deutlich unterhalb der Mittellinie des Gesichts platziert. Sie weist eine hellbraune bis dunkelbraune Färbung auf. Ferner sind 12 segmentierte Antennen vorhanden. Am Unterkiefer fehlt deutlich der basale Winkel. Mesosomal zeigen sich auf dem Rücken zwei unterschiedliche Wölbungen. Am Rücken des Mesosoma fehlt eine tiefe und breite Einbuchtung. Des Weiteren fehlt die Borstenbehaarung. Das Promesonotum von Propodeum ist durch eine metanotale Nut getrennt. Mesopleura und metapleurale Bulla mit dichter Behaarung bedeckt. Der Blattstiel ist aufrechtstehend und erscheint nicht abgeflacht. Die Gaster ist mit einem ventalen Schlitz versehen.

Lebensweise

Die Argentinische Ameise gehört weltweit zu der bekanntesten, erfolgreichsten und gut untersuchten invasiven Ameisenart. Sie stammt aus dem Rio Paraná in Südamerika und das Verbreitungsgebiet erstreckt sich von Nord-Argentinien, Uruguay, Paraguay bis nach Südbrasilien. Die Argentinische Ameise gedeiht in mediterranem Klima und im vergangenen Jahrhundert hat sie sich auf der ganzen Welt durch den Menschen mittels Transport verbreitet. Sie kommt jetzt in Chile, im westlichen und im südlichen Nordamerika, auf Hawaii, in Neuseeland, auf den Osterinseln, in Australien, in Japan, in Afrika sowie in Südeuropa vor. Die Argentinische Ameise ist ein bedeutender Schädling und richtet erhebliche Schäden in anderen Ameisen-Kolonien an, die sogar zur totalen Vernichtung der Kolonien führen können. Des Weiteren ist die Argentinische Ameise auch in der Landwirtschaft ein Schädling sowie in den städtischen Siedlungen.

Unterarten

Argentinische Ameisen
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Argentinische Ameisen
  • Linepithema humile humile - (Mayr, 1868)
  • Linepithema humile angulatum - (Emery, 1894)
  • Linepithema humile arrogans - (Chopard, 1921)
  • Linepithema humile breviscapum - (Santschi, 1929)
  • Linepithema humile gallardoi - (Brethes, 1914)
  • Linepithema humile platense - (Forel, 1912)
  • Linepithema humile scotti - (Santschi, 1919)

Verbreitung

Die Argentinische Ameise ist in folgenden Ländern verbreitet: Chile, westlich und südlich von Nordamerika, Hawaii, Osterinseln, Australien, Japan, Afrika und Südeuropa. Die Argentinische Ameise stellt für andere Ameisenarten eine große Gefahr dar, da sie eine gesamte Kolonie vernichten kann und somit drastische Veränderungen im Ökosystem verursacht.

Ernährung

Argentinische Ameisen
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Argentinische Ameisen

Die Argentinische Ameise ernährt sich von lebenden oder toten Insekten (Insecta) sowie von Fleisch, Getreideprodukten oder von Früchten. Sie bevorzugt auch süße Lebensmittel.

Fortpflanzung

Eines der wichtigsten Merkmal ist die polygyne Lebensweise, d. h. innerhalb der Kolonie können mehrere Königinnen (manchmal Hunderte) leben. Die Königinnen legen unter idealen Bedingungen 20 bis 30 Eier pro Tag. Sobald die Paarung abgeschlossen ist, sterben die Männchen und die Weibchen legen für den Rest ihres Lebens Eier. Es wird angenommen, dass sie bis zu fünf Jahre leben. Die Königinnen haben keine Vorräge und müssen für eine sehr lange Zeit fasten. Daher ist es unmöglich das Nest zu verlassen, um eine neue Kolonie zu grünen. Die Argentinische Ameise gedeiht in warmen, feuchten Umgebungen, vorzugsweise mit kontinuierlichem Wasser, in städtischen Gebieten mit bewässerten Kulturen oder in der Nähe von Bächen und Flüssen. Die Nester befinden sich in der Regel in geringer Tiefe.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Heiko Bellmann: Insekten erkennen und bestimmen. Ulmer 2002 ISBN 3576114769
  • Heiko Bellmann: Der neue Kosmos-Insektenführer. Franckh-Kosmos Verlag, 1999 ISBN 3440076822
  • Ake Sandhall, übersetzt von Dr. Wolfgang Dierl: BLV Bestimmungsbuch 15. Insekten und Weichtiere. Niedere Tiere und ihre Lebensräume-Gliedertiere, Würmer, Nesseltiere, Weichtiere, Einzeller. BLV Verlagsgesellschaft mbH, München Wien Zürich 1984. ISBN 3-405-11390-3
  • Kurt Günther, Hans-Joachim Hannemann, Fritz Hieke: Urania Tierreich, 6 Bde., Insekten . Deutsch Harri GmbH; Auflage: 5, 1990 ISBN 387144944X
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