Anubispavian

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Anubispavian

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Primaten (Primates)
Familie: Meerkatzenverwandte (Cercopithecidae)
Tribus: Pavianartige (Papionini)
Gattung: Paviane (Papio)
Art: Anubispavian
Wissenschaftlicher Name
Papio anubis
Leson, 1827

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Der Anubispavian (Papio anubis), der auch Grüner Pavian ganannt wird, zählt innerhalb der Familie der Meerkatzenverwandte (Cercopithecidae) zur Gattung der Paviane (Papio).

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Der Anubispavian erreicht eine Körperlänge von 60 bis 75 Zentimeter, eine Schwanzlänge von 48 bis 55 Zentimeter sowie ein Gewicht von 15 bis 25 Kilogramm. Männchen werden dabei deutlich größer und schwerer als Weibchen. Die Fellfärbung reicht von olivgrün bis olivbraun. Das haarlose Gesicht ist gräulich gefärbt. Im Gegensatz zu den Weibchen verfügen Männchen über eine ausgeprägte Nacken- und Schultermähne. Außerdem ist die Schnauze der Männchen hundeartig verlängert. Auch ihre Eckzähne sind deutlich länger als die der Weibchen. Insgesamt verfügen Anubispaviane über 32 Zähne. Neben der markanten Schnauze zeichnet sich noch ein weiteres Merkmal heraus; die Backenknochen treten deutlich sichtbar hervor.

Anubispaviane leben in sozialen Gruppen, die mehrere Männchen und Weibchen sowie deren Nachwuchs enthalten. Die Gruppenstärke liegt für gewöhnlich bei 40 bis 80 Individuen. Männliche Tiere verlassen mit Erreichen der Geschlechtsreife ihre Gruppe, Weibchen hingegen verbleiben ein Leben lang in ihrer Geburtsgruppe. Es werden Reviere in einer Größe von 500 bis 2.000 Hektar beansprucht, die gegenüber Artgenossen ernergisch verteidigt werden. Zu den natürlichen Feinden gehören Schimpansen, Löwen und Leoparden.

Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Anubispaviane erstreckt sich südlich der Sahara von Mali bis östlich nach Äthiopien. Im Süden reicht das Verbreitungsgebiet bis nach Tansania. Die Primaten leben je nach Verbreitungsgebiet in unterschiedlichen Lebensräumen. Das können neben tropischen Regenwäldern auch Savannen, Steppen und Sekundärwälder sein.

Nahrung

Als ausgesprochene Allesfresser (Omnivoren) gehen Anubispaviane vorzugsweise am frühen Morgen auf Nahrungssuche. Neben pflanzlicher Nahrung wie Blätter, junge Triebe und Wurzeln fressen sie auch Insekten und allerlei Kleingetier bis zu Hasengröße.

Fortpflanzung

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Der Anubispavian erreicht die Geschlechtsreife mit sechs bis acht Jahren, wobei Männchen ein wenig länger brauchen. Die Pubertät erstreckt sich über das fünfte bis sechste Lebensjahr. Während dieser Zeit wächst den Männchen die markante Mähne und es bildet sich die hundeartige Schnauze heraus. Innerhalb einer Gruppe hat nur das ranghöchste Männchen das Recht auf die Paarung mit den Weibchen. Dieses Recht und die Rangfolge werden in heftigen Kämpfen ausgefochten. Weibchen bringen je nach Nahrungsangebot alle ein bis drei Jahre Nachwuchs zur Welt. Der Menstruationszyklus beträgt 31 bis 35 Tage. Die eigentliche Paarungsbereitschaft erkennen die Männchen am Geruch, der vom Hinterteil des Weibchens ausgeht.

Nach einer Tragezeit von rund 178 Tagen bringt das Weibchen ein Jungtier zur Welt, das ein Geburtsgewicht von 1.000 bis 1.100 Gramm aufweist. Das Neugeborene hat ein schwarzes Fell. Die Färbung ändert sich nach etwa sechs Monaten in ein olivgrün. Die ersten Monate ist das Jungtier völlig von der Mutter abhängig und wird von ihr am Bauch getragen. Während der 14-monatigen Stillzeit geht die elterliche Fürsorge fast ausschließlich von der Mutter aus. Mit Erreichen der Geschlechtsreife verlassen Männliche Tiere ihre Gruppe und suchen sich eine eigene. Die Lebenserwartung der Anubispaviane liegt in Freiheit bei rund 30 bis 35 Jahren, in Gefangenschaft können sie durchaus ein Alter von bis zu 45 Jahren erreichen.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999

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