Annandaliella travancorica

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Annandaliella travancorica

Systematik
Klasse: Spinnentiere (Arachnida)
Ordnung: Webspinnen (Araneae)
Unterordnung: Vogelspinnenartige (Mygalomorphae)
Familie: Vogelspinnen (Theraphosidae)
Unterfamilie: Selenogyrinae
Gattung: Annandaliella
Art: Annandaliella travancorica
Wissenschaftlicher Name
Annandaliella travancorica
Hirst, 1909

LSID-Kennung
LSID: [urn:lsid:amnh.org:spidersp:001692]

Die Art Annandaliella travancorica zählt innerhalb der Familie der Vogelspinnen (Theraphosidae) zur Gattung Annandaliella. Im Englischen wird die Art travancore rock spider genannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Annandaliella travancorica erreicht eine Körperlänge von etwa 3,0 bis 3,5 Zentimeter mit einer Beinspannweite von etwa 7 bis 8 Zentimeter. Der gesamte Körper der Spinne weist eine taubenblaue oder blaugraue Färbung auf. Markantes Merkmal dieser Art sind die weißen Fussspitzen und die weiß behaarten Cheliceren, die sich besonders von der blaugrauen Körperfärbung abheben. Die Art weist kein Stridulationsorgan auf den Maxillen auf, wohl aber eins aus keulenförmigen Borsten prolateral an den Cheliceren, ähnlich wie bei den Gattungen Euphrictus und Selenogyrus. Die Tibia I bei dem Männchen weist keine Apophysen auf, höchstens erkennt man einen kleinen lappenartigen Fortsatz. An den Cheliceren zeigen sich schiefe Reihen aus wenigen Keulenborsten. Die Beine sind relativ kurz und dünn und die Tibien des ersten Beinpaares sind nur mit Apikalstacheln versehen. Die Skopula der Tarsen des zweiten Beinpaares ist durch eine Borstenreihe geteilt. Der gesamte Körper ist mit einer Behaarung bedeckt und überwiegend sind die Härchen mit Nervenzellen verbunden und dienen somit als Tasthaare, die auf Berührung und Vibrationen empfindlich reagieren. Hauptsächlich weisen die Beine eine starke Behaarung auf. Die übrigen Härchen werden in Brennhaare, Hörhaare, Geschmackshaare und Hafthaare unterschieden.

Lebensweise

Annandaliella travancorica ist eine bodenbewohnende Vogelspinne und lebt wie fast alle Vogelspinnen einzelgängerisch. Des Weiteren ist sie eine nachtaktive Spinne. Sie zählt zu den sogenannten Bombadierspinnen. Bei Gefahr kann sie ihre Brennhaare, die sich auf dem Opisthosoma (Hinterleib) befinden, einsetzen. Die Brennhaare können ein Jucken und Brennen der Haut und der Atemwege verursachen. Allerdings zieht die Spinne es vor zu flüchten, bevor sie ihre Brennhaare abstößt. Ansonsten ist sie eine zurückhaltende und friedliche Vogelspinne und beißt selten zu. Kommt es doch zu einem Biss, muss die Wunde sofort desinfiziert werden, da sich auf den Cheliceren häufig Bakterien befinden, die eine Infektion auslösen können. Der Giftbiss selbst ist nicht so gefährlich wie die Infektion durch Bakterien.

Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet von Annandaliella travancorica befindet sich in Indien und umfaßt die Gebiete Kulathupuzha in Travancore, Thrissur in Cochin und Cochin State Forest Tramway. Diese Art legt ihre Wohnhöhle meist unter Steinen oder unter Holz im Dschungel an und lebt friedlich neben Vogelspinnen-Arten aus den Gattungen Chilobrachys, Haploclastus sowie Plesiophrictus.

Ernährung

Annandaliella travancorica ernährt sich in ihrem natürlichen Lebensraum von Insekten (Insecta), von Eidechsen (Lacertidae), Mäusen (Mus) und von anderen kleinen Tieren. In Gefangenschaft kann die Ernährung vielfältig sein und besteht meist aus Grillen (Gryllidae), Heuschrecken wie Langfühlerschrecken (Ensifera) und Kurzfühlerschrecken (Caelifera) und aus Larven vom Mehlkäfer (Tenebrio molitor). Gelegentlich können ein- oder zweimal pro Monat auch Mäuse (Mus) verfüttert werden.

Fortpflanzung

Bis zur Geschlechtsreife durchläuft Annandaliella travancorica mehrere Häutungen. Bereits zu diesem Zeitpunkt webt das Männchen ein sogenanntes Spermanetz, in das es sein Sperma füllt. Dieses Sperma wird in die Bulben aufgenommen, indem das Männchen mit seinen Pedipalpen die Spermaflüssigkeit in die Bulben pumpt. Nun geht es auf die Suche nach einem Weibchen. Das Männchen ermittelt die Anwesenheit eines Weibchens, indem es die chemischen Substanzen (Pheromone) des Weibchens wahrnimmt. Hat das Männchen ein Weibchen ausgemacht, umwirbt das Männchen das Weibchen mit seinen Tastern durch kräftiges Trommeln und spasmodischen Bewegungen des dritten Beinpaares, teilweise trommelt das Männchen auch noch mit dem ersten und zweiten Beinpaar und prüft zugleich die Paarungsbereitschaft des Weibchens. Vermutlich wird die seismische Kommunikation über den Boden durch Stridulation einiger Organe produziert. Die durch das Trommeln ausgelösten Vibrationen (seismische, akustische Signale) werden über die Hörhaare wahrgenommen.

Nach ungefähr drei bis sechs Wochen nach der Kopulation versiegelt das Weibchen die Zugänge des Nestes und webt mit Seide innerhalb des Nestes einen Kokon. Ungefähr drei Monate nach der Kopulation legt sie ihre Eier im natürlichen Lebensraum in den Kokon ab. Im Innern des Kokons durchlaufen die Nymphen mehrere Entwicklungsstadien, in denen sie sich zweimal häuten. Die Nymphen schlüpfen noch im Innern des Kokons. Dies geschieht bereits nach drei Wochen. Nach insgesamt rund zehn Wochen schlüpfen die jungen Spiderlinge, wie sie nach dem Schlupf genannt werden. Die Spiderlinge sind schon beim Schlupf mit einem Zentimeter Spannweite recht stattlich. Sie häuten sich in der Folge alle zwei bis drei Wochen und leben in der ersten Zeit von Kleinstinsekten. Wenige Tage nach dem Schlupf verlassen sie das Nest. Die Spiderlinge sind während dieser Zeit sehr verletzbar.

Synonyme und Chresonyme nach Norman I. Platnick

Update 4. November 2008 <1>

  • Annandaliella travancorica - Hirst, 1909
  • Annandaliella travancorica - Hirst, 1909
  • Annandaliella travancorica - Gravely, 1915

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

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