Angola-Giraffe

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Angola-Giraffe
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Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Ordnung: Paarhufer (Artiodactyla)
Unterordnung: Wiederkäuer (Ruminantia)
Familie: Giraffenartige (Giraffidae)
Gattung: Giraffen (Giraffa)
Art: Giraffe (Giraffa camelopardalis)
Unterart: Angola-Giraffe
Wissenschaftlicher Name
Giraffa camelopardalis angolensis
Lydekker, 1903

Die Angola-Giraffe (Giraffa camelopardalis angolensis) ist eine Unterart der Giraffe und zählt innerhalb der Familie der Giraffenartigen (Giraffidae) zur Gattung Giraffen (Giraffa).

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Angola-Giraffen können eine Höhe von bis zu 490 bis 500 Zentimetern, eine Schulterhöhe von bis zu 330 Zentimeter sowie ein Gewicht von bis zu 700 Kilogramm erreichen. Weibchen bleiben ein wenig kleiner und leichter als Männchen. Der Schwanz weist eine Länge von gut 100 Zentimeter auf und endet in einer schwarzen Quaste. Das Fell ist hellbraun bis ockerfarben und weist unregelmäßige dunkelbraune Fleckenmuster auf. Die Bauchseite ist dabei deutlich heller und undeutlicher befleckt. Der Nacken und Teile der Rückenlinie weisen eine kurze dunkelbraune Mähne auf. Auffälligstes Merkmal ist der sehr lange Hals der Giraffe. Trotz der Länge verfügt die Giraffe über die für Säugetiere typischen sieben Halswirbel, die allerdings stark verlängert sind. Um Blut in ausreichendem Maße bis ins Gehirn zu pumpen, weist das Herz mit fast 12 Kg gewaltige Ausmaße auf. Das Herz kann 50 bis 60 Liter Blut pro Minuten durch den Körper pumpen. Auch der Blutdruck ist deutlich höher als bei Tieren vergleichbarer Größe.

Die Vorderbeine sind länger als die Hinterbeine, so daß die Rückenlinie nach hinten deutlich abfällt. Ebenso markant ist die extrem lange bläuliche Zunge, mit der sie ihre Nahrung von Ästen abstreifen. Sie kann durchaus eine Länge von bis zu 40 cm aufweisen. Auf dem Oberkopf verfügen Angola-Giraffen über kleine zapfenartige Hörner, die bei beiden Geschlechtern vorhanden sind und an den Spitzen schwärzlich gefärbt sind. Männchen nutzen sie bei Kämpfen mit Artgenossen. Das Gebiss verfügt über 32 Zähne. Trotz ihrer plump wirkenden Gestalt können Giraffen im Galopp Geschwindigkeiten von deutlich über 50 km/h erreichen.

Angola-Giraffen haben keine festen Reviere, sie durchstreifen aber sogenannte Streifreviere, die eine durchschnittliche Größe von bis zu 100 Quadratkilometer und mehr haben können. Die Tiere sind sowohl tag- als auch nachtaktiv. Sie leben in kleinen Herden mit loser Zusammensetzung. Die Gruppen können bis zu 30 Tiere umfassen. Erwachsene Bullen leben oft auch einzelgängerisch und suchen Weibchen nur zur Paarungszeit auf. Zu den Hauptfeinden gehören hauptsächlich Löwen. Gesunde Tiere sind aber in der Lage Löwen durch gezielte Fußtritte zu vertreiben oder sogar zu töten.

Verbreitung

Das Natürliche Verbreitungsgebiet erstreckt sich in der Vergangenheit über weite Teile Südwestafrikas. In ihrem Kernland, in Angola, gilt die Angola-Giraffe heute als ausgestorben. Kleinere Restpopulationen leben nur noch in Sambia, Nabibia, Botswana und Simbabwe. Sie leben meist in geschützten Reservaten wie dem Etosha-Nationalpark in Namibia. Trockene Gras- und Baumsteppen bilden ihre natürlichen Habiate.

Nahrung

Die Tiere ernähren sich von Gräsern, Knospen, jungen Trieben und Blättern. Dabei umgreift die Angola-Giraffe einen Zweig oder ähnliches mit der langen Zunge und streift die Nahrung ab. Eine Giraffe braucht, abhängig von der Größe, zwischen 40 und 55 Kilogramm Nahrung am Tag. Der Zeitaufwand für die Nahrungsaufnahme kann bis zu 18 Stunden am Tag betragen. Trinkwasser nehmen sie sehr selten zu sich, da sie den Wasserbedarf hauptsächlich über die Nahrung stillen.

Fortpflanzung

Die Geschlechtsreife erreichen Angola-Giraffen mit drei bis vier Jahren, wobei Bullen die Geschlechtsreife ein Jahr später als Weibchen erreichen. Eine Paarung kann ganzjährig erfolgen. Während der Werbung um ein Weibchen kann es zwischen den Bullen zu heftigen Kommentkämpfen kommen. Dabei fügen sich sich mit Kopf und Hörner zum Teil harte Stöße zu. Nach einer Tragezeit von gut 15 Monaten bringt das Weibchen ein, manchmal zwei Jungtiere zur Welt, wobei die Geburt im Stehen erfolgt. Das Jungtier fällt unsanft aus einer Höhe von gut zwei Metern auf den Boden. Es kann bis zu zwei oder mehr Stunden dauern, bis das Jungtier es schafft aufzustehen. Das Jungtier weist ein Geburtsgewicht von 50 bis 60 Kg sowie eine Höhe von rund 160 bis 180 cm auf. Erst etwa nach zwanzig Tagen führt die Mutter das Jungtier zur Herde. Die Entwöhung findet nach neun bis zwölf Monaten statt, dennoch bleibt das Jungtier für bis zu achtzehn Monaten bei der Mutter. Mit rund sechs Jahren sind die Junggiraffen ausgewachsen. In Gefangenschaft können die Tiere ein Alter von bis zu 35 Jahren erreichen, in Freiheit bis zu 25 Jahren.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999

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