Angola-Ginsterkatze

aus Tierdoku, der freien Wissensdatenbank

Angola-Ginsterkatze

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Lebendgebärende Säugetiere (Theria)
Teilklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
Überfamilie: Katzenartige (Feloidea)
Familie: Schleichkatzen (Viverridae)
Unterfamilie: Zibetkatzen (Viverrinae)
Gattung: Ginsterkatzen (Genetta)
Art: Angola-Ginsterkatze
Wissenschaftlicher Name
Genetta angolensis
Bocage, 1882

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Die Angola-Ginsterkatze (Genetta angolensis) zählt innerhalb der Familie der Schleichkatzen (Viverridae) zur Gattung der Ginsterkatzen (Genetta) und hier zur Untergattung Genetta. Im Englischen wird die Art Miombo Genet oder Angolan Genet genannt. Die Angola-Ginsterkatze ist auch unter den Synonymen hintoni Schwarz (1929) und mossambica Matschie (1902) bekannt (Wilson & Reeder, 2005).

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Angola-Ginsterkatzen erreichen ein Gewicht von 1.000 bis 2.000 g. Männchen sind ein wenig schwerer als Weibchen. Die Größe der Tiere ist unbekannt. Der Schwanz ist 1,1 bis 1,4 mal länger als die Körperlänge. Der Kopf ist klein, der Körper lang und schmal. Die Beine sind eher kurz. Die mittelgroßen Ohren sind von dreieckiger Form, die Augen sind ausgesprochen groß. Das Fell der Angola-Ginsterkatzen ist in der Grundfärbung leicht gräulich bis rötlichgrau. Schwarze bis braun-schwarze Flecken überziehen in einem komplexen, symmetrischen Muster das Fell. Auf jeder Körperseite sind 5 Längsreihen mit dunklen Flecken erkennbar. Die Streifen sind meist unterbrochen. Ventral zeigt sich eine insgesamt hellere Färbung ohne jegliche Fleckung. Der Kamm auf der Wirbelsäule ist mit bis zu 6 mm sehr lang und aufstellbar. Der geringelte Schwanz ist dicht behaart, das Fell erreicht hier eine Länge von 40 bis 45 mm. Das Gesichtsfeld ist dunkelgrau gefärbt. Die jeweils 5 Zehen an den hinteren und vorderen Pfoten enden in scharfe, gekrümmte und nur zum Teil einziehbare Krallen. Die Fußsohlen sind zwischen den Zehen dicht behaart. Weibchen verfügen über 2 Paar Zitzen, Männchen über einen gut definierten Penisknochen. Beide Geschlechter verfügen über perineal gelegenen Drüsen. Das Gebiss besteht aus 40 Zähnen, die zahnmedizinische Formel lautet i3/3, c1/1, p4/4, m2/2. Die Backenzähne sind relativ breit (Nowak, 1999).

Lebensweise

Die Lebensweise der Angola-Ginsterkatzen ist weitestgehend unbekannt. Die Tiere sind nachtaktiv und ruhen am Tage in Verstecken in Höhlen unter Steinen oder an ähnlich geschüzten bodennahen Behausungen. Eigene Bauten werden nur selten gegraben. Angola-Ginsterkatzen leben sowohl auf dem Boden als auch in Bäumen, wo sie vorzugsweise auf die Jagd gehen. Die Art gilt als ausgezeichneter Kletterer. Bei der Nahrungssuche ist der hoch entwickelte Geruchssinn das wichtigste Instrument. Der Sehsinn spielt nur eine untergeordnete Rolle. Angola-Ginsterkatzen nutzen zum Stuhlgang und zum urinieren bestimmte Plätze auf. Der Reviermarkierung dient ein Sekret aus perineal gelegenen Drüsen (Nowak, 1999).

Verbreitung und Lebensraum

Die Art ist im zentralen Afrika in Angola, im Kongo, in Malawi, Mosambik, Tansania und in Sambia verbreitet. In Norden reichen die Vorkommen bis ins zentrale Tansania. Besiedelt werden sowohl tropischen Regenwälder als auch Waldsavannen und offene Waldlandschaften, dem sogenannten Miombo, primär mit Hülsenfrüchtlern (Fabaceae) aus der Gattung Brachystegia (IUCN, 2011; Nowak, 1999).

Biozönose

Der Lebensraum der Angola-Ginsterkatzen überschneidet sich mit anderen Arten der Ginsterkatzen (Genetta). Die Tiere leben in Nahrungs- und Lebensraumkonkurrenz mit der Kleinfleck-Ginsterkatze (Genetta genetta) und der Panther-Ginsterkatze (Genetta maculata).

Ernährung

Angola-Ginsterkatzen ernähren sich fast ausschließlich von Fleisch. Als Anschleichjäger machen die Tiere für gewöhnlich Jagd auf kleinere Landwirbeltiere (Tetrapoda), gelegentlich auch auf größere Insekten (Insecta). Aas wird ebenfalls nicht verschmäht. Als gute Kletterer betätigen sie sich nicht selten auch als Nesträuber. Gelegentlich fressen Angola-Ginsterkatzen auch Beeren und reife Früchte (Nowak, 1999).

Fortpflanzung

Das Fortpflanztungsverhalten der Angola-Ginsterkatzen ist weitestgehend unerforscht. Die Paarungszeit erstreckt sich in den meisten Verbreitungsgebieten über die Regenzeit. Die Geschlechter der einzelgängerisch lebenden Schleichkatzen treffen nur zur Paarung aufeinander. Die Tragezeit ist unbekannt, ein Wurf weist 1 bis 4 Jungtiere auf. Die Jungen werden blind und ausgesprochen hilflos in der Höhle der Mutter geboren. Die Entwöhnung erfolgt wahrscheinlich gattungstypisch im Alter von 10 Wochen. Das Alter der Geschlechtsreife, das Erreichen der Selbständigkeit und die Lebenserwartung sind unbekannt (Nowak, 1999).

Ökologie, Gefährdung und Schutz

Die Angola-Ginsterkatze gehört heute noch nicht zu den bedrohten Arten. In der Roten Liste der IUCN wird die Art in der Kategorie LC, Least Concern geführt. Es sind keine aktuellen bedrohungen bekannt. Der Lebensraum ist nur gerinfügig bedroht und die Bejagung der Angola-Ginsterkatzen spielt nur eine untergeordnete Rolle. Schutzmaßnahmen wurden bislang nicht ergriffen (IUCN, 2011).

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World: v. 1 & 2. B&T, Auflage 6, 1999, (engl.) ISBN 0801857899
  • Don E. Wilson & DeeAnn M. Reeder: Mammal Species of the World, a Taxonomic & Geographic Reference. J. Hopkins Uni. Press, 3rd ed., 2005 ISBN 0801882214
  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999
  • Säugetiere. 700 Arten in ihren Lebensräumen. Dorling Kindersley, 2004. ISBN 383100580X

Qualifizierte Weblinks

'Persönliche Werkzeuge