Anegadaleguan

aus Tierdoku, der freien Wissensdatenbank

Anegadaleguan

Systematik
Klasse: Reptilien (Reptilia)
Ordnung: Schuppenkriechtiere (Squamata)
Unterordnung: Echsen (Lacertilia)
Familie: Leguane (Iguanidae)
Gattung: Nashornleguane (Cyclura)
Art: Anegadaleguan
Wissenschaftlicher Name
Cyclura pinguis
Barbour, 1917

IUCN-Status
Critically Endangered (CR) - IUCN

Der Anegadaleguan (Cyclura pinguis) gehört innerhalb der Familie der Leguane (Iguanidae) zur Gattung Nashornleguane (Cyclura).

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der Anegadaleguan ist etwas kleiner als der bekannte Nashornleguan. Er erreicht eine Körperlänge von 50 bis 56 Zentimeter, jedoch sind auch größere Exemplare bekannt. Zur Körperlänge addiert sich die Schwanzlänge von etwa 60 bis 70 Zentimeter. Sein stämmiger, muskulöser Körper weist eine graue bis olivgraue oder graubraune Färbung auf. Die Bauchseite ist deutlich heller, meist gräulich gefärbt. Die Flanken und die Seiten des Schwanzes zeigen stellenweise einen türkisfarbenen Schimmer. Jungtiere sind eher grünlich gefärbt. Auf dem Rücken ist ein kleiner Kamm mit gezackten Schuppen gut erkennbar. Dieser Kamm ist bei adulten Tieren besonders ausgeprägt und setzt sich auch auf dem Schwanz fort. Auf dem Oberkopf sind vor allem bei älteren Männchen 2 stark entwickelte Wülste zu erkennen. Unter der Haut bestehen diese Wülste aus Fett und Bindegewebe. Männchen zeichnen sich zudem durch stark ausgeprägte Backenwülste aus. Die Augen weisen eine gelblichbraune Färbung auf. Ältere Tiere verfügen im Kehlbereich über große Hautlappen. Die Extremitäten sind sehr robust gebaut und enden in mächtigen Krallen, die vorzüglich zum Graben von Erdbauten geeignet sind.

Lebensweise

Anegadaleguane leben in Kolonien und ziehen sich nur während der Paarungszeit zurück. In dieser Zeit kann es zwischen den Männchen zu erbitterten Revierkämpfen kommen. Auch unter den Weibchen kann es zu Kämpfen um die besten Ei-Ablageplätze kommen.

Verbreitung

Ursprünglich war der Anegadaleguan in weiten Teilen der Karibik verbreitet. Heute ist er nur noch auf der karibischen Insel Anegada beheimatet. Kleinere Populationen leben zudem auf den nahen Vulkaninseln Necker und Guana. Anegada ist ein Insel der Britischen Jungferninseln und erstreckt sich über 38 km². Der Anegadaleguan bewohnt vorzugsweise trockene Sand- und Kalksandsteinwüsten mit spärlicher Bewachsung wie z.B. Kakteen. Die Gesamtpopulation beläuft sich auf wenige Hundert Tiere.

Ernährung

Adulte Tiere fressen überwiegend pflanzliche Nahrung. Hin und wieder bessern sie ihren Speiseplan mit kleinen Wirbeltieren oder wirbellosen Tieren wie Hundertfüßer, Käfer und Larven auf. Jungtiere fressen überwiegend Insekten, deren Larven und wirbellose Tiere wie z.B. Schnecken. Zur pflanzlichen Nahrung zählen Blätter, Blüten, Sämereien und Früchte.

Fortpflanzung

vergrößern

Die Geschlechtsreife wird in freier Natur mit etwa drei bis vier Jahren erreicht. Die Paarungszeit beginnt im zeitigen Frühjahr. Nach 2-monatiger Trächtigkeit legt das Weibchen in Erdlöchern oder Höhlen etwa 10 bis 18 recht große Eier. Sandige Habitate werden als Eiablageplatz bevorzugt. Die Jungtiere schlüpfen nach etwa 90 bis 120 Tagen. Die Inkubationszeit ist von der Außentemperatur abhängig. Sie haben eine Geburtslänge von 23 bis 27 Zentimeter und wiegen 30 bis 40 Gramm.

Gefährdung und Schutz

Der Anegadaleguan gehört zu den kritisch gefährdeten Leguanarten. In den letzten 40 Jahren ist die Gesamtpopulation um rund 80 Prozent geschrumpft. Heute leben auf Anegada, Necker und Guana kaum mehr als 200 Tiere. Hauptursache ist der Verlust des natürlichen Lebensraumes. Auf allen drei Inseln haben Viehherden das Zepter fest in der Hand und rauben den Leguanen die Nahrungsgrundlage und die Nistplätze. Auch die Bejagung wegen des Fleisches und der Fang für den illegalen Tierhandel haben zu dieser Situation beigetragen. Das Fass zum Überlaufen brachte das Aussetzen und Einschleppen von Neozoa, also nicht heimischer, eingeschleppter Tiere. So fallen vor allem Jungtiere und Schlüpflinge Katzen und anderen Räubern zum Opfer. Seit einigen Jahren versucht man Schlüpflinge in Aufzuchtstationen groß zu ziehen, die dann später wieder ausgewildert werden können. Dies konnte aber noch nicht zur Stabilisierung der Gesamtpopulation beitragen. Ein Nationalpark ist geplant, scheitert aber bislang an den Eigentumsverhältnissen.

Links

'Persönliche Werkzeuge