Amerikanische Trauerente

aus Tierdoku, der freien Wissensdatenbank

Amerikanische Trauerente

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Unterklasse: Neukiefervögel (Neognathae)
Ordnung: Gänsevögel (Anseriformes)
Familie: Entenvögel (Anatidae)
Unterfamilie: Enten (Anatinae)
Tribus: Meerenten (Mergini)
Gattung: Meerenten (Melanitta)
Art: Amerikanische Trauerente
Wissenschaftlicher Name
Melanitta americana
(Swainson, 1832)

Die Amerikanische Trauerente (Melanitta americana) zählt innerhalb der Familie der Entenvögel (Anatidae) zur Gattung der Meerenten (Melanitta). Im Englischen wird die Art black scoter oder american scoter genannt. Einige Autoren betrachten die Amerikanische Trauerente als Unterart von Melanitta nigra im weiteren Sinne (sensu-lato). Die Art ist monotypisch, Unterarten sind demnach keine bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Das adulte Weichen erreicht eine Körperlänge von etwa 45,0 Zentimeter und ein Gewicht von etwa 980,0 Gramm, während das adulte Männchen eine Körperlänge von etwa 49,0 Zentimeter und ein Gewicht von etwa 1.100 Gramm erreicht. Die Amerikanische Trauerente zeichnet sich durch den großen Schnabel aus. Das Männchen ist überwiegend schwarz gefärbt und weist einen sehr bauchigen Schnabel auf, der meist gelb gefärbt ist. Das Weibchen hat ein braunes Gefieder und im Gesicht zeige sich bleich gezeichnete Wangen, ähnlich wie bei der weiblichen Trauerente (Melanitta nigra). Dies ist einzig in Amerika lebende schwarz gefärbte Ente, obwohl einige Weibchen manchmal rund um die Nasenöffnung eine gelbe Färbung haben können. Im Flug weist die Unterseite ein silbernes Aussehen auf.

Lebensweise

San Francisco Bucht
vergrößern
San Francisco Bucht

Amerikanische Trauerenten leben wie alle Tauchenten überwiegend auf dem Wasser. Sie gelten als sehr gute Taucher und suchen ihre Nahrung fast ausschließlich unter Wasser. Die mit Schwimmhäuten versehenen Füße dienen auf und unter Wasser als Antriebsorgan. Der Tauchvorgang wird durch einen kleinen Sprung eingeleitet. Beim Tauchen bleiben die Flügel in der Regel am Körper. Amerikanische Trauerenten sind auch gute Flieger, was sich auf den Flügen in die Winterquartiere bezahlt macht. Amerikanische Trauerenten leben überwiegend in geselligen Gruppen, die jedoch relativ klein sind.

Verbreitung

Die Amerikanische Trauerente brütet im Norden von Nordamerika in Labrador und auf Neufundland im Südosten der Hudson Bay in Alsaka. Gelegentlich tritt die Amerikanische Trauerente auch auf der sibirischen Seite der Beringstraße östlich des Flusses Yana auf. Im Winter hält sich die Trauerente weiter südlich in gemäßigten Zonen, an den Küsten der nördlichen USA und Kanda sowie an der Pazifikküste nach Süden bis zur Bucht von San Francisco und auf dem Atlantik sowie an der Küste vom Golf von Mexiko auf. Ferner kommt die Amerikanische Trauerente in Asien weit südlich bis nach China vor. Einige Individuen überwintern auf den Großen Seen (Great Lakes). Diese Seen sind eine Gruppe von fünf zusammenhängenden Süßwasserseen in Nordamerika. Selten migriert die Amerikanische Trauerente bis nach Westeuropa. Nur die Erpel sind außerhalb ihres Bereiches sicher zu identifizieren, die Weibchen bleiben meist unentdeckt.

Ernährung

Amerikanische Trauerenten suchen ihre Nahrung tauchend im Flachwasserbereich auf dem Grund ihres Gewässers. Dabei drehen sie auch kleinere Steine um und nehmen die darunter liegenden Beutetiere auf. Zu ihrer bevorzugten Nahrung gehören Muscheln (Bivalvia), kleine Weichtiere (Mollusca), Krebstiere (Crustacea) sowie Schnecken (Gastropoda) und Insekten (Insecta) sowie deren Larven. Hier und da nehmen sie auch Wasserpflanzen und Sämereien zu sich.

Fortpflanzung

Amerikanische Trauerente
vergrößern
Amerikanische Trauerente

Die Amerikanische Trauerenten erreichen die Geschlechtsreife im Laufe des zweiten Lebensjahres, spätestens jedoch gegen Ende des zweiten Lebensjahres. Die Brutgebiete liegen in der Taiga zumeist an mit Nadelwäldern gesäumten Süßwasserseen oder an größeren Teichen, selten auch in Sumpfgebieten oder entlang von Flussläufen. Die Brutgebiete zeichnen sich grundsätzlich durch einen Waldreichtum aus. Die Paarungs- und Balzzeit beginnt im zeitigen Frühjahr, spätestens jedoch im Mai. Während einer Saison kommt es nur zu einem Gelege. Amerikanische Trauerenten leben in einer monogamen Einehe und ziehen sich zur Brutzeit in ein kleines Revier zurück, das gegenüber Artgenossen vehement verteidigt wird. Das Männchen ist dabei deutlich territorialer als das Weibchen. Die Nester entstehen zumeist auf dem Boden nahe eines Gewässers, eines Sees oder in der Nähe von Flüssen, in Wäldern oder in der Tundra. Das eigentliche Nest besteht aus Pflanzenteilen und wird mit Federn und ähnlichen weichen Materialien ausgepolstert. Das Weibchen legt meist zwischen fünf und elf, durchschnittlich sechs bis sieben rosafarbene Eier, die etwa 46,9 Millimeter breit und etwa 68,2 Millimeter lang sind. Das Gewicht der Eier beträgt etwa 82,4 Gramm. Die Eier werden über einen Zeitraum von 25 bis 30 Tagen vom Weibchen bebrütet. Nach etwa 21 Tagen verhält sich das brütende Weibchen gegenüber anderen brütenden Weibchen sehr aggressiv, was zu Verwirrungen und Vermischungen der Brut kommen kann. Infolge der Vermischungen dieser Konflikte kann es passieren, dass das Weibchen dann etwa 40 Nachkommen hat. Die Küken schlüpfen gut entwickelt und verfügen über ein dichtes Dunenkleid. Auch ihre Augen sind bereits geöffnet. Ab dem zweiten Lebenstag verlassen die Küken das Nest und folgen den Eltern zum Gewässer. Die Küken ernähren sich unter Anleitung der Eltern im Gewässer selbständig. Das Erstgefieder der jugendlichen Enten ähnelt dem der Mutter. Sie erreichen nach rund 63 bis 77 Tagen die Flugfähigkeit.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Prof. Dr. Dr. H. C. Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Band 7-9 Vögel. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG München (1993) ISBN 3-423-05970-2
  • Gottfried Mauersberger, Wilhelm Meise: Urania Tierreich, 7 Bde., Vögel.Urania, Stuttgart (1995) ISBN 3423032049
  • Einhard Bezzel, Roland Prinzinger: Ornithologie, Utb, 1990, ISBN 3800125978
  • Hans-Heiner Bergmann: Die Biologie des Vogels. Aula, 1987, ISBN 389104447X
'Persönliche Werkzeuge