Altai-Luchs

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Altai-Luchs

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
Familie: Katzen (Felidae)
Unterfamilie: Kleinkatzen (Felinae)
Gattung: Luchse (Lynx)
Art: Europäischer Luchs (Lynx lynx)
Unterart: Altai-Luchs
Wissenschaftlicher Name
Lynx lynx wardi
Heptner & Sludskii, 1972

Der Altai-Luchs (Lynx lynx wardi) ist eine Unterart des Europäischen Luchs (Lynx lynx) und zählt innerhalb der Familie der Katzen (Felidae) zur Gattung der Luchse (Lynx).

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen, Maße

Der Altai-Luchs gehört zu den mittelgroßen Raubkatzenarten. Er erreicht eine Körperlänge von bis zu 110 cm, eine Schulterhöhe von rund 65 cm sowie ein Gewicht von 20 bis 22 Kg. Männchen werden etwas größer als Weibchen. Das Fell ist überwiegend hellbraun. Dadurch ist der Altai-Luchs in seinem Lebensraum sehr gut getarnt. Das Fell ist sehr dicht und schützt den Altai-Luchs auch bei extremer Kälte. Die Bauchseite, Brust und der Kehlbereich sind deutlich heller, fast weißlich gefärbt. Der für Katzen untypisch kurze Schwanz erreicht eine durchschnittliche Länge von lediglich 15 cm und ist mit einer schwarzen Spitze versehen.

Die Beine sind insgesamt recht lang, wobei die Hinterbeine leicht länger sind als die Vorderbeine. Das ist ein Indiz für eine hohe Sprungkraft und hohe Sprintgeschwindigkeit. Die breiten Pfoten sind mit Haarpolstern versehen, mit denen er auf Schnee nicht so leicht einsinken kann. Markantes Merkmal sind seine Ohren mit den langen Pinseln, die eine Länge von rund vier Zentimeter aufweisen. Die Ohren sind insgesamt mittellang und spitz zulaufend. Welchen Sinn die Pinsel an den Ohren machen, ist wissenschaftlich abschließend nocht nicht geklärt. Rund um sein Kinn hat der Altai-Luchs einen Backenbart, der deutlich länger ist als das restliche Fell. Der Backenbart wirkt wie ein Trichter, der Schallwellen in Richtung der Ohren umlenkt.

Der Altai-Luchs ist ein Einzelgänger, der ein recht großes Revier beansprucht. Reviergrößen von bis zu 300 qkm sind dabei keine Seltenheit. Markiert wird das eigene Revier mit Harn, der an markanten Punkten abgelassen wird. Die Reviergröße richtet sich vor allem an die Beutetierdichte. Ist sie hoch, so kommt ein Altai-Luchs auch mit einem Revier von unter 100 qkm aus. Die Reviere überschneiden sich mit denen der Weibchen, niemals aber mit Revieren von Rivalen. Der Altai-Luchs ist ein dämmerungs- und nachtaktiver Räuber. Zudem ist er auch ein guter Kletterer, der mühelos Bäume oder ähnliches erklimmen kann.

Verbreitung

Der Altai-Luchs ist vor allem im Altai anzutreffen. Der Altai ist ein mittelasiatisches Hochgebirge im Grenzgebiet von Kasachstan, Russland, der Mongolei und der Chinesischen Provinz Sinkiang. In Russland ist er insbesondere in der russischen Republik Chakassien verbreitet. Der Altai-Luchs bevorzugt neben dichten Gebirgswäldern auch offene und halboffene Busch- und Heidelandschaften und die Tundra.

Bedrohung, Schutz

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Der Altai-Luchs steht heute nicht akut vor der Ausrottung. Die weitreichenden Schutzmaßnahmen haben mittlerweile gegriffen. In Teilen seines natürlichen Lebensraumes haben Auswilderungsprogramme die ersten Erfolge aufzeigen lassen. Verfolgt wurde der Altai-Luchs in der Vergangenheit vor allem wegen seines sehr schönes Felles und weil er hier und da bäuerliche Tiere gerissen hat.

Ernährung

Der Altai-Luchs ist ein reiner Fleischfresser, der pro Tag einen Fleischbedarf von bis zu vier Kg hat. Er jagt bevorzugt Tiere in der Größe eines Rehes. In Mangelzeiten werden aber auch Kleinsäuger wie Nagetiere, andere Raubtiere wie Füchse oder Marder gejagt. Auch vor Vögeln macht er nicht halt. Das Beutetier wird durch einen Biss in die Kehle getötet. Der Altai-Luchs ist ein geschickter Jäger, der sich durch Anpirschen bzw. Anschleichen unbemerkt der potentiellen Beute nähert und dann blitzschnell zustößt. Die Technik ist auf der nebenstehenden Aufnahme sehr gut zu sehen.

Fortpflanzung

Weibliche Altai-Luchse erreichen die Geschlechtsreife mit rund 18 Monaten, männliche Tiere mit etwa 28 bis 30 Monaten. Der reine Paarungsakt entspricht in etwa dem unserer Hauskatzen. Während der Kopulation kommt es zu den typischen Genickbissen. Nach einer durchschnittlichen Tragezeit von 70 bis 80 Tagen bringt das Weibchen zwischen zwei und drei Jungtiere zur Welt, die anfangs noch blind sind. Die Geburt findet in einer Geburtshöhle statt, die von anderen Tieren in Beschlag genommen wurde. Die Jungtiere sind wie die adulten Katzen getupft und öffnen mit siebzehn Tagen zum ersten Mal ihre Augen. Nach rund zehn Wochen werden die Jungtiere entwöhnt und fangen an spielerisch Beute zu jagen. Sie bleiben noch einige Monate bei der Mutter, bis sie sich zu Beginn des Winters ein eigenes Revier suchen. In Freiheit kann ein Altai-Luchs ein Alter von bis zu 15 Jahren erreichen. Dieses Alter wird allerdings selten erreicht. In Gefangenschaft ist ein Alter von über 20 Jahren keine Seltenheit.

Anhang

Literatur und Quellen

'Persönliche Werkzeuge