Alpenschneehuhn

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Alpenschneehuhn

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Unterklasse: Neukiefervögel (Neognathae)
Ordnung: Hühnervögel (Galliformes)
Familie: Fasanenartige (Phasianidae)
Gattung: Schneehühner (Lagopus)
Art: Alpenschneehuhn
Wissenschaftlicher Name
Lagopus mutus
Montin, 1776

Das Alpenschneehuhn (Lagopus mutus) zählt zur Familie der Fasanenartigen (Phasianidae) und gehört zur Gattung der Schneehühner (Lagopus).

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Das Alpenschneehuhn erreicht eine Körperlänge von 35 bis 38 cm, eine Flügelspannweite von bis zu 60 cm sowie ein Gewicht von 400 bis 600 Gramm. Die Hähne werden nur unwesentlich größer und schwerer als die Hennen. Aufgrund der notwendigen Tarnung kommt es drei bis vier mal im Jahr zu einer Mauser. Im Winter ist das Gefieder überwiegend weiß gefärbt. Nur der Schwanz des Männchens bleibt schwarz. Über den Augen erstrekt sich vom Schnabelansatz bis hinter die Augen ein rötlicher Fleck, der beim Weibchen fehlt. Im Winter sind auch die Füße bis hinten zu den Zehen dicht befiedert. Die Färbung im Frühjahr ist meist graubraun und wird durch weißliche Flecken unterbrochen. Im Sommer fehlen diese weißen Flecken auf dem Gefieder völlig. Die tagaktiven Hühner halten sich in der Nacht meist in Felsspalten oder in tieferen Mulden auf. Im Winter graben sie für die Nacht tiefe Schneehöhlen. Gerade im Winter sind die Alpenschneehühner gesellig und streifen in kleinen Trupps umher. Während der Paarungszeit sind sie allerdings territorial und verteidigen ihr Revier gegenüber Artgenossen.

Unterarten

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Verbreitung

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Alpenschneehühner sind weltweit in der arktischen und subarktischen Zone verbreitet. Neben Nordasien und Nordamerika kommen sie insbesondere in Europa vor. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich hier über Skandinavien, Island, Schottland und den alpinen Regionen der Alpen und der Pyrenäen. Sie leben meist in Höhen von jenseits der 1.800 Meter und sind im Sommer auch bis in Höhen von deutlich über 3.000 Metern anzutreffen. Im Winter ziehen sie in Tallagen. Je nach Verbreitungsgebiet leben sie in der offenen Tundra oder im Gebirge, meist oberhalb der Baumgrenze. Sie sind Standvögel und bleiben ganzjährig in ihren Lebensräumen.

Nahrung

Die Alpenschneehühner ernähren sich meist von Knospen, Sämereien, jungen Trieben und Beeren. Darüber hinaus fressen sie zu einem großen Teil auch Insekten und Spinnentiere. Schwer verdauliche Stoffe wie der Holzstoff Lignin werden in ihrem bis zu 25 cm langen Blinddarm durch Bakterien aufgespalten. Dadurch ist gewährleistet, das jegliche Energie der Nahrung entzogen und dem Körper zur Verfügung gestellt werden kann.

Fortpflanzung

Die Alpenschneehühner leben in saisonaler Einehe. Die Paarungszeit erstreckt sich über das Frühjahr, meist zwischen den Monaten April bis Juni. Als Nest dient eine einfache Nistmulde, die sich in der Regel zwischen Steinen oder in Büschen befindet und nur spärlich ausgepolstert wird. Das Weibchen legt zwischen fünf und zehn ockerfarbene Eier, die eine braune Sprenkelung aufweisen. Die Eier werden vom Weibchen über einen Zeitraum von 21 bis 23 Tagen ausgebrütet. Die Küken sind Nestflüchter und folgen unmittelbar nach dem Schlupf der Mutter, die die Küken alleine aufzieht. Sie ernähren sich anfangs fast ausschließlich von Insekten und Spinnentieren. Nach bereits zwei Wochen sind sie flügge.

Anhang

Literatur und Quellen

  • David Attenborough: Das geheime Leben der Vögel. Verlag: Scherz (1999) ISBN 3502150303
  • Pierandrea Brichetti: Vögel. In Garten, Park und freier Natur. Neuer Kaiser Verlag , 2002.ISBN 370431322X
  • Rob Hume: Vögel in Europa. Dorling Kindersley; Auflage: 1 (Januar 2003) ISBN 3831004307
  • Gottfried Mauersberger, Wilhelm Meise: Urania Tierreich, 7 Bde., Vögel.Urania, Stuttgart (1995) ISBN 3423032049
  • Dr. Einhard Bezzel: Der zuverlässige Naturführer. BLV Handbuch Vögel. 3. überarbeitete Auflage (2006). BLV Buchverlag GmbH & Co. KG, München.ISBN 3-8354-0022-3; ISBN 3-8354-0022-1
  • Manfred Pforr, Alfred Limbrunner: Ornithologischer Bildatlas der Brutvögel Europas, Band 2. Weltbild Verlag GmbH, Augsburg, 1991 ISBN 3894400072
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