Allfarblori

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Allfarblori

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Unterklasse: Neukiefervögel (Neognathae)
Ordnung: Papageien (Psittaciformes)
Familie: Eigentliche Papageien (Psittacidae)
Unterfamilie: Loris (Loriinae)
Gattung: Allfarbloris (Trichoglossus)
Art: Allfarblori
Wissenschaftlicher Name
Trichoglossus haematodus
Linnaeus, 1771

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Der Allfarblori (Trichoglossus haematodus), auch als Blauwangenlori bekannt, gehört zur Familie der Loris (Loriidae) sowie zur Gattung der Allfarbloris (Trichoglossus).

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Ein Allfarblori erreicht eine Länge von 25 bis 30 cm, eine Flügellänge von gut 15 cm sowie ein Gewicht von 130 bis 140 Gramm. Das Gefieder ist äußerst bunt gefärbt. Der Kopf und der Bauch sind überwiegend blau, der untere Teil des Bauches und der Schwanz weisen eine grüne Färbung auf. Am Hals sind sie rötlich, der Nacken weist ein gelbes Band auf. Flügeldecken sind einheitlich grün gefärbt. Die Pupillen sind dunkel, die Nasenhaut ist grau bis hellgrau. Der kräftige Schnabel weist eine gelbe Färbung auf. Die gräulichen Extremitäten enden in kräftige Zehen, die in schwarzen, kurzen Krallen enden.

Die tagaktiven Vögel sind sehr gesellig und leben in kleinen Gruppen von zehn bis fünfzehn Tieren. Auf der Nahrungssuche oder auf Wanderungen schließen sie sich allgemein oft in großen Schwärmen zusammen. Den Boden betreten sie nur zum Trinken. Allfarbloris sind sehr sozial und pflegen besonders die Paarbeziehung. Paare pflegen sich gegenseitig das Gefieder und benagen sich gegenseitig. Die Nacht verbringen die Vögeln in zum Teil großen Gruppen in ihren Schlafbäumen. Auch während der heißen Tageszeit halten sie sich oft in Bäumen auf. Ihr Flug ist recht schnell und wird durch hektisches Geflatter geprägt. Es kommt täglich bei der Nahrungssuche zu Flugstrecken von bis zu 50 km. Zu den Hauptfeinden zählen insbesondere Greifvögel und Schlangen wie der Diamantpython. Das Washingtoner Artenschutzabkommen stellt sie in Anhang II unter weltweitem Schutz.

Unterarten

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Verbreitung

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In Australien sind Allfarbloris insbesondere im Norden in der Kimberley Region in Kap York zu finden. Im Osten Australiens sind sie an der Ostküste bis zur Eyre Halbinsel im Süden verbreitet. Darüber hinaus sind die Vögel auch auf vielen Inseln im gesamten Ozeanischen Bereich zu finden. Dazu gehören insbesondere Salomonen, die Neuen Hebriden bis nach Neukaledonien. Allfarbloris bewohnen sowohl tropischen Regenwald, offene Wälder, Heide, Mangrovenwälder als auch in Gärten, Parks und Obstgärten. Meist sind sie entlang von Flußläufen anzutreffen. In Hohenlagen sind Allfarbloris bis in Höhen von 2.000 Metern zu Hause.

Ernährung

Allfarbloris ernähren sich hauptsächlich von Früchten, Beeren, Pollen und Nektar. Ihre sehr lange und schmale Zunge ist mit sogenannten Papillen besetzt. Beim Eintauchen der Zunge in eine Blüte richten sich die Papillen auf und saugen den Nektar förmlich auf. Nachdem die Zunge zurückgezogen wurde, wird sie am Gaumen ausgedruckt, um an den Nektar zu kommen. Eher selten stehen auch Sämereien und Insekten auf dem Speiseplan.

Fortpflanzung

Der Allfarblori erreicht die Geschlechtsreife mit rund zwei Jahren. Hat sich ein Paar gefunden, so leben sie in monogamer Einehe, die ein Leben lang hält. Die Brutzeit erstreckt sich für gewöhnlich über die Monate August bis Januar. Sie sind Höhlenbrüter, die in der Regel eine Höhle aussuchen, die sich in Höhen von bis zu 25 Metern über dem Erdboden befindet. Offenes Gelände wird dem Regenwald eindeutig vorgezogen. Ausgepolstert wird eine Bruthöhle mit Holzteilchen wie morsches Holz.

Das Weibchen legt zwischen zwei und drei weiße Eier, die eine ovale Form aufweisen. Das Weibchen brütet sie über einen Zeitraum von runf 25 Tagen alleine aus. Die Nestlingszeit beträgt durchschnittlich 50 bis 55 Tage. Innerhalb der Brutzeit kann es durchaus zu mehreren Bruten kommen. In Freiheit erreicht ein Allfarblori ein Alter von rund 20 Jahren. In Gefangenschaft leben sie auch deutlich länger.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Prof. Dr. Dr. H. C. Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Band 7-9 Vögel. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG München (1993) ISBN 3-423-05970-2
  • Gottfried Mauersberger, Wilhelm Meise: Urania Tierreich, 7 Bde., Vögel.Urania, Stuttgart (1995) ISBN 3423032049
  • Einhard Bezzel, Roland Prinzinger: Ornithologie, Utb, 1990, ISBN 3800125978
  • Hans-Heiner Bergmann: Die Biologie des Vogels. Aula, 1987, ISBN 389104447X

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