Alexandrasittich

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Alexandrasittich

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Unterklasse Neukiefervögel (Neornithes)
Überordnung: Psittacimorphae
Ordnung: Papageien (Psittaciformes)
Familie: Eigentliche Papageien (Psittacidae)
Unterfamilie: Edelpapageien (Psittaculinae)
Gattung: Prachtsittiche (Polytelis)
Art: Alexandrasittich
Wissenschaftlicher Name
Polytelis alexandrae
Gould, 1863

IUCN-Status
Near Threatened (NT)

Der Alexandrasittich (Polytelis alexandrae), auch unter dem Synonym Platycercus alexandrae und unter den Bezeichnungen Blaukappensittich, Blaukappe, Princess-of-Wales-Sittich oder Alexandra's Plattschweifsittich bekannt, zählt innerhalb der Familie der Eigentlichen Papageien (Psittacidae) zur Gattung der Prachtsittiche (Polytelis). Im Englischen wird der Alexandrasittich princess parrot, queen alexandra parrot, queen alexandra parakeet, alexandra's parrot, rose-throated parakeet, spinifex parrot oder princess of wales parakeet genannt. Die Art ist monotypisch, Unterarten sind demnach keine bekannt. Die Benennung alexandrae geschah zu Ehren der Prinzessin von Wales.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der Alexandrasittich erreicht eine Körperlänge von etwa 34,0 bis 46,0 Zentimeter und ein Gewicht von etwa 120 Gramm. Im Allgemeinen ist das Gefieder olivgrün, die Stirn hellblau, der Unterrücken blau und die Wangen, das Kinn sowie der Kropf rosafarben. Die Stirn weist eine hellblaue Färbung auf. Der obere Teil der Wangen, das Kinn und der Kropf sind rosafarben. Der übrige Kopf, der Nacken sowie der Mantel, der Oberrücken und die Schultern sind von einer olivgrünen Färbung. Der untere Teil des Rückens und der Bürzel weisen eine blaue Tönung auf, etwas dunkler als auf dem Kopf. Die Schultern und die Flügeldecken sind blass gelbgrün. Die Eckflügel sind von einer blaugrünen Tönung. Die Außenfahne der ersten Schwinge ist düster blau und schmal gelbgrün gerandet. Die übrigen Schwingen erster Ordnung sind olivgrün und etwas weinfarben tingiert. Der Schenkel ist rosarot gefärbt. Die oberen Schwanzdecken sind ebenfalls olivgrün und etwas blau tingiert. Die zwei mittelsten Schwanzfedern sind bläulich-oliv-grün gefärbt. Die zwei nächsten an jeder Seite olivgrün an der Außenfahne und dunkelbraun auf der Innenfahne. Die übrigen Schwanzfedern dreifarbig und der Mittelteil ist schwarz. Die äußere Mittelteil ist olivgrün, der innere Teil tief rosenrot. Die Unteren Schwanzdecken weisen eine olivgrüne Färbung auf. Der Schnabel ist korallenrot und die Füße sind mehlbraun geschönt.

Lebensweise

Laut der Roten Liste der IUCN ist der Alexandrasittich in den zentralen und westlichen ariden Zonen Australiens zu Hause. In den 1990er Jahren wurde der Alexandrasitich regelmäßig um den See Tobin in West-Australien regelmäßig gesehen, obwohl es nur wenige Aufzeichnungen seit 2000 gibt. Dies kann darauf hindeuten, dass die Vögel während der Dürreperioden vom zentralen Hochland in die westliche Wüste zíehen. Die Great Victoria Wüste enthält möglicherweise einen zweiten Kernbereich. Die großräumigen Bewegungen treten sporadisch außerhalb der westlichen Wüste auf und machen es schwierig, festzustellen, ob es irgendwelche Änderungen in der Distribution oder Zahlen gibt. Alle bisherigen Aufzeichnungen, außer aus der Nähe von Lake Tobin, zeigten nur unzureichende Informationen über diese Art.
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Die Art kann durch eine breite Palette von Lebensraum-Veränderungen, einschließlich erhöhte Verfügbarkeit von Wasser an der Peripherie seiner Bereiche, Brandrodungen, Einführung von Prädatoren wie Katzen und Füchse, sowie die Einführung von nicht-endemischen Nahrungskonkurrenten wie Schafe, Kaninchen und Kamele, betroffen sein. Die Zahl der Population liegt schätzungsweise bei 5.000 Individuen.

Die Art lebt nomadisch und brütet in kleinen Gruppen, manchmal auch kombiniert in größeren Kolonien. Nach der Brut verläßt er dann wieder die Brutplätze. Man weiß sehr wenig über diese Art, obwohl der Alexandrasittich im Innern Australiens weit verbreitet ist. Er bewohnt die Wälder und das Buschland mit Spinifex, Eukalyptus-Bäumen und Akazien-Bäumen. Er gehört zu den ungewöhnlichen Papageien, der ein Mobbing-Verhalten gegenüber Prädatoren zeigt.

Verbreitung

Laut der Roten Liste der IUCN kommt der Alexandrasittich nur in Australien vor. Der Alexandrasittich hält sich in folgenden Lebensräumen auf: Subtropische und tropische trockene Heideflächen, subtropisches und tropisches trockenes Grünland sowie heiße Wüsten.

Ernährung

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Der Alexandrasittich ernährt sich von Früchten, Blumen, Beeren, Samen, Gräsern, Grünpflanzen und Samen von Akazien. Des Weiteren verzehrt der Alexandrasittich auch Insekten (Insecta), insbesondere während der Brutzeit.

Fortpflanzung

Die Paarungs- und Brutzeit findet in den Monaten zwischen September und Dezember statt. Das Paarungsverhalten ist das gleiche Verhalten wie bei den anderen Arten aus der Gattung der Prachtsittiche (Polytelis). Das Balzverhalten des Männchens äußert sich in einem Kopfnicken auf und ab. In der Brutzeit ist das Männchen gegenüber seinen Artgenossen sehr aggressiv. Sie bauen keinen besonderen Nester, sondern legen die Eier in ein weiches Totholz, oft in kleinen Gruppen oder paarweise, kombiniert in größeren Kolonien und nisten zusammen im selben Baum. Sie nisten in einem hohlen Eukalyptus-Baum oder in einer Schirmakazie. Das Weibchen legt vier bis sechs weiße Eier, die 19 bis 21 Tage lang bebrütet werden. Die Eier sind so gut versteckt, dass sie keine Schutzfarbe brauchen. Die Küken verlassen das Nest nach etwa 35 Tagen.

Gefährdung und Schutz

Laut der Roten Liste der IUCN wird diese Art als gering gefährdet geführt, weil der Alexandersittich eine kleine Population aufweist. Obwohl alle geschlechtsreifen Individuen als eine einzige verbreitete Subpopulation auftreten und gegenwärtig moderaten Schwankungen ausgesetzt sind, ist noch kein genereller Rückgang zu beobachten und somit ist eine höhere Stufe der Bedrohungs-Kategorie noch nicht gerechtfertigt. Ferner wird die Art in CITES, Anhang II geführt.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Prof. Dr. Dr. H. C. Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Band 7-9 Vögel. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG München (1993) ISBN 3-423-05970-2
  • Gottfried Mauersberger, Wilhelm Meise: Urania Tierreich, 7 Bde., Vögel.Urania, Stuttgart (1995) ISBN 3423032049
  • Einhard Bezzel, Roland Prinzinger: Ornithologie, Utb, 1990, ISBN 3800125978
  • Hans-Heiner Bergmann: Die Biologie des Vogels. Aula, 1987, ISBN 389104447X

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