Aleutenalk

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Aleutenalk

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Unterklasse: Neukiefervögel (Neornithes)
Ordnung: Regenpfeiferartige (Charadriiformes)
Unterordnung: Charadrii
Familie: Alkenvögel (Alcidae)
Unterfamilie: Alcinae
Gattung: Ptychoramphus
Art: Aleutenalk
Wissenschaftlicher Name
Ptychoramphus aleuticus
Pallas, 1811

IUCN-Status
Least Concern (LC) - IUCN

Der Aleutenalk (Ptychoramphus aleuticus) zählt innerhalb der Familie der Alkenvögel (Alcidae) zur Gattung Ptychoramphus. Im Englischen wird dieser Alk Cassin's Auklet genannt. Die rechtsstehende Systematik erfolgt nach Sibley & Monroe, 1991. Alternativ wird der Aleutenalk auch in der Familie der Alkenvögel (Alcidae) geführt.

Der Aleutenalk kann mit anderen Alken wie dem Nashornalk (Cerorhinca monocerata) verwechselt werden. Markantes Merkmal der Aleutenalke ist die gräuliche Färbung im Bereich des Halses und der Brust. Zudem weisen Aleutenalke im Bereich des Kopfes keine Anhänge oder Verzierungen auf. Der Nashornalk ist zudem ein wenig größer und hat einen gelblichen Schnabel.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der Aleutenalk erreicht je nach Geschlecht und Unterart eine Körperlänge von 23 bis 25 Zentimeter sowie ein Gewicht von 175 bis 200 Gramm. Weibchen bleiben nur unwesentlich kleiner und leichter als Männchen, die Unterart P. a. australis ist kleiner als die Nominatform P. a. aleuticus. Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal zwischen den Geschlechtern ist der dunkelgrau gefärbte Schnabel. Dieser fällt bei den Weibchen ein wenig flacher aus. Das Gefieder beider Geschlechter weist dorsal eine dunkelbraune bis schwarzbraune Färbung auf, die Bauchseite ist cremefarben bis fast weißlich. Juvenile Vögel sind insgesamt ein wenig heller gefärbt als die adulten Tiere und weisen zudem eine weißliche Kehle auf. Die Beine und Füße sind blaugrau gefärbt. Markantes Merkmal ist ein kleiner weißer Fleck, der sich unmittelbar über jedem Auge befindet.

Lebensweise

Aleutenalke sind tag- und nachtaktiv, wobei die Nahrungssuche überwiegend in der Nacht erfolgt. Die Nahrungssuche beginnt meist 30 Minuten nach Einbruch der Dunkelheit. Bei den Aleutenalken handelt es sich um reine Seevögel. Sie kommen lediglich zur Paarung und Jungenaufzucht an Land. Sie leben monogam und sind ausgesprochen standorttreu. Sie kommen jährlich an die angestammten Brutplätze zurück.

Unterarten

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Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Aleutenalke erstreckt sich über die subarktischen Regionen des nordöstlichen Pazifiks. Die Brutgebiete reichen von den Aleuten in Alaska, über die Pazifikküste von British Columbia bis an die Küsten des nördlichen Baja California, Mexiko. Die Brutflächen liegen meist an der Küste vorgelagerter Inseln oder an geschützten Flächen des Festlandes. Die Unterart P. a. aleuticus brütet in den nördlichen Regionen, P. a. australis in den südlichen Regionen, insbesondere in Kalifornien und in Baja California. Außerhalb der Paarungszeit leben die Vögel auf offener See. Hier sind sie im Bereich des kontinentalen Schelfs des nordöstlichen Pazifik und im Beeringmeer anzutreffen.

Ernährung

Aleutenalke ernähren sich im Wesentlichen von kleinen Krebstieren (Crustacea), Kalmaren (Teuthida) und Fischen (Osteichthyes) in passender Größe. Die Hauptnahrung besteht aus Krill (Euphausiacea) und Ruderfußkrebse (Copepoda), insbesondere Schwebegarnelen (Mysida), Neocalanus cristatus, Thysanoessa spinifera, Thysanoessa longipes, Nyctiphanes simplex und Euphausia Pacifica. Unter den Fischen stehen beispielsweise verschiedene Arten der Butte (Bothidae), Stachelköpfe (Sebastinae), Groppen (Cottidae) oder Schollen (Pleuronectidae) auf der Speisekarte. Die Nahrungssuche erfolgt tauchend auf offener See. Unter Wasser dienen die kurzen Flügel als Vortriebsorgan. Aleutenalke tauchen meist bis in Tiefen von etwa 30 Metern, wobei auch schon Tauchtiefen von bis zu 50 oder gar 80 Metern nachgewiesen wurden. In der Regel erfolgt die Nahrungssuche in der Nacht. Zu dieser Zeit sind sie in Sicherheit vor den meisten Fleischfresser wie ihren ärgsten Feinen die größeren Arten der Möwen (Laridae).

Fortpflanzung

Aleutenalke erreichen die Geschlechtsreife mit rund 3 Jahren. Die Paarbindung erfolgt meist für ein Leben lang. Sie leben demnach in einer monogamen Einehe. Die Brutkolonien befinden sich an Küsten oder Offshore an den Küsten kleiner Inseln. Grasige und felsige Hänge oder Steilhänge mit entsprechender Vegetation und Versteckmöglichkeiten in unmittelbarer Nähe zur Küste dienen den Vögeln als Nistfläche. Mitunter werden auch küstennahe Wälder von den Kolonien genutzt. Innerhalb der Kolonien ergibt sich nicht selten eine Vergesellschaftung mit anderen Seevögeln wie dem Papageitaucher (Fratercula arctica) oder dem Zwergalk (Aethia pusilla). Die Paarungszeit beginnt für gewöhnlich im April, in nördlichen Regionen meist erst im Mai. Die Eiablage erfolgt je nach Verbreitungsgebiet Ende April bis Ende Mai. Als Nistplatz innerhalb einer Kolonie dient eine tiefere Erdmulde, Felsspalten oder kleine Erdröhre, in die ein Weibchen ein einzelnes Ei legt, das über einen Zeitraum von 37 bis 42 (37,8) Tagen gewärmt wird. Eine Erdmulde oder eine Erdröhre graben die Vögel mit ihren mit Krallen bewehrten Zehen unter Zuhilfenahme des Schnabels. Das Graben des Nistplatzes geht mit einer ausgedehnten Balz einher. Am Bau des Nistplatzes sind beide Geschlechter beteiligt. In den Fällen, wo eine Erdröhre gegraben wird, kann diese eine Länge von 75 bis 100 Zentimeter erreichen. In Felduntersuchungen hat man festgestellt, dass je nach Verbreitungsgebiet und Nestart die Temperatur im Nest selbst zwischen 11,3 und 17°C liegt (gemessen im April). Ein Ei weist ein durchschnittliches Gewicht von 27,4 Gramm sowie eine Länge und Breite von 46,2 x 33,5 Millimeter auf. Das Schlupfgewicht eines Kükens liegt bei 20 bis 21 Gramm. Um die Fütterung des Nachwuchses kümmern sich beide Elternteile. Die Nestlingszeit erstreckt sich über 35 bis 46 (44,7) Tage. Gegen Ende Juni bis Mitte Juli verlassen die adulten und die juvenilen Vögel die Brutkolonie und ziehen hinaus auf die offene See.

Ökologie, Gefährdung und Schutz

Der Aleutenalk zählt heute noch nicht zu den bedrohten Vogelarten. Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich laut der IUCN über rund 390.000 km². In diesem relativ großen Areal soll sich der Gesamtbestand zwischen 2,5 und 5,0 Millionen Individuen bewegen. Zu den größten Bedrohungen zählen heute der Beifang in der Fischerei, die Wasserverschmutzung durch Verklappung von Öl sowie die Verschmutzung durch Plastikabfälle. In der Roten Liste der IUCN wird die Art als nicht gefährdet (LC, Least Concern) geführt.

Anhang

Siehe auch

  • Hauptartikel: die Klasse der Vögel (Aves)

Literatur und Quellen

Links

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