Ailurops melanotis

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Ailurops melanotis
Foto/Zeichnung folgt.

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Beutelsäuger (Metatheria)
Überordnung: Australidelphia
Ordnung: Diprotodontia
Familie: Kletterbeutler (Phalangeridae)
Gattung: Bärenkuskus (Ailurops)
Art: Ailurops melanotis
Wissenschaftlicher Name
Ailurops melanotis
(Thomas, 1898)

IUCN-Status
Critically Endangered (CR)

Ailurops melanotis zählt innerhalb der Familie der Kletterbeutler (Phalangeridae) zur Gattung der Bärenkuskus (Ailurops). Im Englischen lautet die Bezeichnung dieser Art Talaud Bear Cuscus.

Inhaltsverzeichnis

Evolution und Systematik

Ursprünglich wurde Ailurops melanotis als eine Unterart des Bärenkuskus (Ailurops ursinus) angesehen. Bärenkuskuse (Ailurops) gehören wie auch die Bodenkuskuse (Strigocuscus), die Kususe (Trichosurus), die Schuppenschwanzkususe (Wyulda), die Tüpfelkuskuse (Spilocuscus) und die Phalanger zur Familie der Familie Kletterbeutler (Phalangeridae). Die ersten Kletterbeutler (Phalangeridae) tauchten im frühen Miozän den Regenwäldern Australiens auf. Dies belegen fossile Funde aus Tasmanien und Queensland. Neuere Untersuchungen zufolge haben sich die Vertreter der Trichosurini (Strigocuscus, Trichosurus und Wyulda) vor 23 bis 29 Millionen Jahren von den Gattungen und Arten der Phalangerini getrennt. Phalanger und Spilocuscus haben sich nach einhelliger Meinung vor 19 bis 24 Millionen Jahren getrennt. Vor rund 15 bis 17 Millionen Jahren löste sich Sulawesi und die anderen kleineren Inseln von der Landmasse Indonesiens. Die einzelnen Arten der Phalanger bildeten sich vor 8 bis 11 Millionen Jahren (EDGE, 2010).

Beschreibung

Aussehen und Maße

Ailurops melanotis ist kräftig gebaut und erreicht eine Körperlänge von etwa 60 cm und ein Gewicht von bis zu 10 kg. Das wollige und dichte Fell weist eine aschgraue Färbung auf. Die olivgrünen Augen sind durch einen gelblichen Augenring gekennzeichnet. Die Ohren sind klein und liegen überwiegend im Fell verborgen. Der Kopf weist zur Schnauze hin eine kegelförmige Form auf. Der Nasenspiegel ist nackt und leicht gelblich gefärbt. Der Schwanz dient den Tieren als Greiforgan. Das Ende des Schwanzes ist nackt und schuppig. Weibchen verfügen über einen nach vorne geöffneten Beutel (Nowak, 1999).

Lebensweise

Über die Lebensweise, die Ernährung und das Fortpflanzungsverhalten der Art ist nur wenig bekannt. Die Tiere ernähren sich von Blättern verschiedener Baumarten, Sämereien und gelegentlich auch von Früchten. Ob die Tiere auch tierische Kost zu sich nehmen, ist unbekannt. Das generalisierte Gebiss würde dieses zulassen. Ailurops melanotis lebt hauptsächlich in Bäumen. Nur gelegentlich steigen die Tiere auf den Waldboden hinab. Die Art ist nachtaktiv, den Tag über hält sich Ailurops melanotis in Baumhöhlen auf. In ihren Bewegungen sind die Tiere sehr langsam und ähnelt damit den südamerikanischen Faultieren (Nowak, 1999).

Verbreitung

Ailurops melanotis ist in Indonesien auf einigen Inseln der Sangihe-Inseln endemisch. Besiedelt werden nach einhelliger Meinung die Inseln Sangihe und Salibabu. Auf Sangihe sind die Vorkommen jedoch nicht zweifelsfrei bestätigt, zudem liegen die beiden Inseln relativ weit auseinander. Die Art besiedelt primäre Wälder und waldnahe Bereiche (IUCN, 2011).

Gefährdung und Schutz

Ailurops melanotis steht kurz vor der Ausrottung. Das Verbreitungsgebiet ist ausgesprochen eingegrenzt und die Population ist klein. Im Verbreitungsgebiet ist zudem ein zunehmender Schwund an Lebensraum aufgrund der weitreichenden Abholzung festzustellen. In der Vergangenheit wurde die Art von Menschen stark bejagt. Aktuell ist die Gesamtpopulation stark zersplittert. Die Art kann nur erhalten werden, wenn die letzten Primärwälder geschützt werden. Diese Flächen erstrecken sich aktuell über etwa 4.268 ha (Riley, 2002 in IUCN, 2011).

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World: v. 1 & 2. B&T, Auflage 6, 1999, (engl.) ISBN 0801857899
  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999
  • Säugetiere. 700 Arten in ihren Lebensräumen. Dorling Kindersley, 2004. ISBN 383100580X

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