Afrikanischer Fransenfinger

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Afrikanischer Fransenfinger

Systematik
Reich: Tiere (Animalia)
Stamm: Chordatiere (Chordata)
Unterstamm: Wirbeltiere (Vertebrata)
Klasse: Kriechtiere (Reptilia)
Ordnung: Eigentliche Schuppenkriechtiere (Squamata)
Unterordnung: Autarchoglossa
Familie: Echte Eidechsen (Lacertidae)
Gattung: Fransenfingereidechsen (Acanthodactylus)
Art: Afrikanischer Fransenfinger
Wissenschaftlicher Name
Acanthodactylus boskianus
Daudin, 1802

Der Afrikanische Fransenfinger (Acanthodactylus boskianus) gehört innerhalb der Familie der Echten Eidechsen (Lacertidae) zur Gattung der Fransenfinger (Acanthodactylus).

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der Afrikanische Fransenfinger ist eine große und robuste Fransenfingereidechse. Die maximale Gesamtlänge variiert je nach Herkunft und kann durchaus 27,1 cm betragen. Bei den Tieren, die auf der Arabischen Halbinsel leben, beträgt die Kopf-Rumpf-Länge etwa 9,3 cm. Bei den Tieren, die in Nordafrika leben, beträgt die Kopf-Rumpf-Länge 7,9 cm. Charakteristisch für diese Art sind die deutlich vergrößerten dachziegelartig angeordneten und strak gekielten Doralschuppen, deren Größe in Richtung des Schwanzes zunimmt. Die Anzahl der Dorsalia beträgt in der Körpermitte zwischen 19 und 55. Zumeist sind vier große Supraocularia vorhanden, von denen das erste geteilt sein kann. Die Anzahl der Supercilliarschuppen beträgt fünf bis acht, meistens jedoch eher sechs bis sieben. Am vorderen Rand der Ohröffnungen befinden sich vier bis fünf vergrößerte Schuppen. Hinzu kommen noch 10 bis 23 Subdigitallamellen unter der vierten Zehe und 16 bis 27 Fermoralsporen auf jeder Seite. Die Grundfärbung der Tiere ist kryptisch und ähnelt der Färbung des Bodengrundes im jeweiligen Lebensraum. Die Rückenzeichnung besteht aus sieben bis acht dunklen Streifen, die vor allem bei adulten Männchen, auch undeutlich oder reduziert sein können.

Die Afrikanischen Fransenfinger sind tagaktive Tiere, sie erscheinen im Regelfall erst am späten Vormittag aus ihren Nachtquartieren und ziehen sich bereits bei Dämmerung in ihre Verstecke zurück. Als Versteckplätze werden meist selbst gegrabene Höhlen genutzt die im grabfähigen Bodengrund angelegt werden. Ist diese Möglichkeit nicht vorhanden, werden Felsplatten oder größere Steine als Versteckplätze akzeptiert.

Unterarten

Verbreitung

Der Afrikanische Fransenfinger verfügt über ein sehr großes Verbreitungsgebiet. Folgende Gebiete gehören dazu: Marokko, Algerien, Tunesien, Libyn, Westsahara, Mali, Ägypten, Mauretanien, Tschad, Sudan, Niger, Nigeria, Saudi Arabien, Vereinigte Arabische Emirate, Oman, Yemen, Israel, Syrien, Jordanien, Irak, Türkei. Es werden sowohl Geröllwüsten mit sandigen Bereichen und Trockenflusstäler durchzogen als auch sehr trockene Steppengebiete besiedelt. Die Tiere besiedeln Gebiete, die von fast vegetationslos bis zu einem mehr oder weniger dichten Bewuchs mit niedrigen Büschen reichen.

Ernährung

Die Nahrung besteht überwiegend aus Gliederfüßern und Insekten, aber man kann sagen, es wird alles gefressen was überwältigt werden kann.

Fortpflanzung

Weibchen
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Weibchen

Im Frühjahr wird bei allmählicher Erhöhung der Temperatur die Fortpflanzungsaktivität bei den Afrikanischen Fransenfingern ausgelöst. Die Trächtigkeit beträgt etwa vierzehn bis zwanzig Tage. Gegen Ende der Trächtigkeit werden die Weibchen unruhig und beginnen einen geeigneten Eiablageplatz für ihre zwei bis sieben Eier zu suchen. Es kann bis zu drei Tage dauern bis sie einen geeigneten Platz gefunden haben. Einige trächtige Weibchen verweigern bis zu einer Woche vor der Eiablage die Nahrung, andere jedoch fressen bis zum Tag der Ablage. Die Eier werden dann in einer sechs bis acht cm tiefen Grube im feuchten Sand abgelegt. Die Inkubationsdauer beträgt je nach Temperatur bis zu 100 Tage (bei 28 Grad 89 bis 100 Tage; bei 30 Grad 55 bis 72 Tage). Während dieser Zeit nehmen die Eier beträchtlich an Masse und Größe zu. Die Jungtiere schlüpfen mit einer Gesamtlänge von etwa 8,5 bis 9,2 cm. Die Jungtiere verfügen über eine ausgeprägte Streifenzeichung auf dem Rücken und auf der Oberseite des Schwanzansatzes. Besonders auffällig ist jedoch die Färbung des Schwanzes, das bei den Schlüpflingen im Gegensatz zu den adulten Tieren intensiver blau gefärbt ist.

Anhang

Literatur und Quellen

  • Manfred Rogner: Echsen, Bd.2, Warane, Skinke und andere Echsen sowie Brückenechsen und Krokodile. Ulmer (Eugen) (1994). ISBN 3800172534
  • Claus-Peter Hutter: Schützt die Reptilien. Das Standardwerk zum Schutz der Schlangen, Eidechsen und anderer Reptilien. Weitbrecht-Verlag in K. Thienemanns Verlag, Stuttgart und Wien, 1994 ISBN 3522304608
  • Dr. Wolf-Eberhard Engelmann, Jürgen Fritzsche, Dr. sc. Rainer Günther, Dipl.-Biol. Fritz Jürgen Obst: Lurche und Kriechtiere Europas (Beobachten und Bestimmen). Neumann Verlag GmbH, Radebeul, 1993 ISBN 3-7402-0094-4
  • Dr. Josef Blab, Hannelore Vogel: Amphibien und Reptilien erkennen und schützen. Alle mitteleuropäischen Arten. Biologie, Bestand, Schutzmaßnahmen. BLV Verlagsgesellschaft mbH, München Wien Zürich, 1996 ISBN 3-405-14936-3
  • Ralf Blauscheck: Amphibien und Reptilien Deutschlands. Landbuch-Verlag GmbH, Hannover, 1985 ISBN 3784203175


(Der Text wurde von Crissi, einer Memberin von www.Tiermotive erstellt)
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