Afrikanische Goldkatze

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Afrikanische Goldkatze

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Lebendgebärende Säugetiere (Theria)
Teilklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
Familie: Katzen (Felidae)
Gattung: Profelis
Art: Afrikanische Goldkatze
Wissenschaftlicher Name
Profelis aurata
(Temminck, 1827)

IUCN-Status
Near Threatened (NT)

Die Afrikanische Goldkatze (Profelis aurata) gehört innerhalb der Familie der Katzen (Felidae) zur Gattung Profelis. Im Englischen wird die Art African Golden Cat oder Golden Cat genannt. Es sind 2 Unterarten bekannt (Wilson & Reeder, 2005).

Inhaltsverzeichnis

Taxonomie

Traditionell wird die Art in der Gattung Felis (Kral & Zima in IUCN, 1980) oder Profelis (Pocock, 1917, Wozencraft in IUCN, 2005) geführt. Neuere molekulargenetische Analysen legen eine Zuordnung zur Gattung Caracal oder Leptailurus (Johnson et al. in IUCN, 2006) nahe.

Beschreibung

Aussehen und Maße

Die Afrikanische Goldkatze zeichnet sich durch einen massigen Körper und kurze aber kräftige Extremitäten aus. Weibchen bleiben ein wenig kleiner und leichter als Männchen. Die Art erreicht je nach Unterart und Geschlecht eine Körperlänge von 61 bis 102 (75) cm, eine Schulterhöhe von 40 bis 50 (45) cm, eine Schwanzlänge von 16 bis 46 (30) cm sowie ein Gewicht von 5 bis 18 (14) kg. Das Fell ist variabel von orangebraun bis rötlichbraun oder graubraun gefärbt. Je nach Unterart und Population zeigt sich im Fell eine dunkle Fleckung, wobei die Flecken innen wie das Fell gefärbt sind. Melanistische Formen sind ebenfalls bekannt. Helle Streifen zeigen sich mitunter über den Augen. Der Hals und Brustbereich sind insgesamt heller gefärbt als das restliche Fell. Der Schwanz ist ähnlich wie das Fell gefärbt und endet in einer dunklen Spitze (Novak, 1999).

Lebensweise

Afrikanische Goldkatzen führen eine heimliche Lebensweise. Sie sind zudem reine Einzelgänger. Die Geschlechter treffen nur zur Paarungszeit aufeinander. Bei Gruppen handelt es sich zumeist um Mütter mit ihrem Nachwuchs. Die Art ist meist nachtaktiv, selten geht sie auch in der Dämmerung auf Nahrungssuche. Die Größe der Streifreviere ist unbekannt. Auch die sonstige Lebensweise ist nur wenig belegt (Novak, 1999).

Unterarten

Unterarten nach Wilson & Reeder, 2005.

  • Profelis aurata aurata - Temminck, 1827
  • Profelis aurata cottoni - Lydekker, 1907

Verbreitung

Die Afrikanische Goldkatze kommt in den tropischen Regenwäldern von Äquatorialafrika vor. Die Vorkommen erstrecken sich über Angola, Burundi, Kamerun, der Zentralafrikanischen Republik, dem Kongo, der Demokratischen Republik Kongo, der Elfenbeinküste, Äquatorialguinea, Gabun, Ghana, Guinea, Kenia, Liberia, Nigeria, Ruanda, Senegal, Sierra Leone und Uganda. Die Art ist im Flachland und in Höhenlagen bis in Höhen von mehr als 3.000 m über NN anzutreffen. Besiedelt werden überwiegend feuchte Regenwälder sowie deren Grenzen, angrenzende Savannengebiete, Auwälder, Moorlandschaften und Bergwälder (Nowell und Jackson in IUCN, 1996; Novak, 1999).

Biozönose

Zu den natürlichen Feinden der Afrikanischen Goldkatze gehört in weiten Teilen des Verbreitungsgebietes traditionell der Leopard (Panthera pardus) (Novak, 1999).

Ernährung

Afrikanische Goldkatzen ernähren sich als Fleischfresser hauptsächlich von Nagetieren (Rodentia) wie Hörnchen (Sciuridae) und kleinen Hornträgern (Bovidae) wie Ducker (Cephalophinae). Aber auch kleine Primaten (Primates), Vögel (Aves) sowie Weißbauchschuppentiere (Manis tricuspis) oder Schwarzbauchschuppentiere (Manis tetradactyla) werden nicht verschmäht (Hart et al. 1996; Ray & Sunquist 2001; Nowell & Jackson in IUCN, 1996; Novak, 1999).

Fortpflanzung

Die Geschlechtsreife wird im Alter von 12 bis 18 Monaten erreicht. Der Zeitraum der Paarung der Afrikanischen Goldkatzen ist nicht bekannt. Daten über das Fortpflanzungsverhalten im Allgemeinen stammen ausschließlich aus Beobachtungen von Tieren in Gefangenschaft. Nach einer Tragezeit von 75 bis 78 Tagen bringt ein Weibchen 1 bis 3 (2) Jungtiere zur Welt. Die Jungtiere wiegen bei der Geburt zwischen 200 und 230 g. Sie sind blinf, die Augen öffnen sich nach etwa 7 Tagen. Mit 2 Wochen werden sie agil und können auf kurzen Ausflügen der Mutter folgen. Die Entwöhnung erfolgt im Alter von etes 35 bis 40 Tagen. Aufgrund der einzelgängerischen Lebensweise wird der Nachwuchs ausschließlich von der Mutter betreut und versorgt. Die Lebenserwartung liegt in freier Wildbahn bei etwa 15 Jahren (Novak, 1999).

Ökologie, Gefährdung und Schutz

In der Roten Liste der IUCN wird die Art als gering gefährdet geführt. Zu den Hauptbedrohungen gehört heute die Vernichtung der natürlichen Lebensräume. Damit einher geht der Rückgang an Beutetieren. Die Entwaldung schreitet vor allem im westlichen Afrika in großen Schritten voran. Vom Menschen aufgestellte Fallen in Form von Drahtschlingen dezimieren die Bestände zusätzlich. Begehrt sind beim Menschen besonder die Felle der Tiere. Andere Körperteile werden in Heilkräutern und für Fetische weiter verarbeitet. Die Afrikanische Goldkatze wird im Washingtoner Artenschutzabkommen in Anhang II gelistet. Damit ist der Verkauf und Handel der Tiere sowie aus Produkten aus den Tieren stark eingeschränkt (Jackson, 1996; Nowell & Jackson, 1996 in IUCN, 2014).

Anhang

Literatur und Quellen

  • Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World: v. 1 & 2. B&T, Auflage 6, 1999, (engl.) ISBN 0801857899
  • Don E. Wilson & DeeAnn M. Reeder: Mammal Species of the World, a Taxonomic & Geographic Reference. J. Hopkins Uni. Press, 3rd ed., 2005 ISBN 0801882214
  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999
  • Säugetiere. 700 Arten in ihren Lebensräumen. Dorling Kindersley, 2004. ISBN 383100580X

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