Aethomys ineptus

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Aethomys ineptus

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Lebendgebärende Säugetiere (Theria)
Teilklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Nagetiere (Rodentia)
Unterordnung: Mäuseverwandte (Myomorpha)
Teilordnung: Myodonta
Überfamilie: Hamster- und Mäuseartige (Muroidea)
Familie: Langschwanzmäuse (Muridae)
Unterfamilie: Echte Mäuse (Murinae)
Gattung: Afrikanische Buschratten (Aethomys)
Art: Aethomys chrysophilus
Wissenschaftlicher Name
Aethomys chrysophilus
(Thomas & Wroughton, 1908)

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Aethomys ineptus gehört innerhalb der Familie der Langschwanzmäuse (Muridae) zur Gattung der Afrikanischen Buschratten (Aethomys). Im Englischen wird die Art Tete Veld Aethomys genannt. Der Gattungsname Aethomys leitet sich von den griechischen Worten aithos (sonnenverbrannt) und mys (Maus) ab. Aethomys ineptus ist nah mit der Roten Buschratte (Aethomys chrysophilus) verwandt.

Inhaltsverzeichnis

Fossile Funde

Die ältesten fossilen Funde von den Vertretern der Afrikanischen Buschratten (Aethomys) stammen aus dem mittleren Pliozän und weisen ein Alter von etwa 3,7 Millionen Jahren auf. Die Funde stammen aus der südafrikanischen Provinz Limpopo im Nordosten des Landes. Jüngere Funde stammen aus dem späten Pliozän und dem Pleistozän aus dem östlichen und südlichen Afrika (Linzey & Chimimba, 2008).

Beschreibung

Aussehen und Maße

Aethomys ineptus erreicht je nach Geschlecht eine Gesamtlänge von 284 bis 325 (309) mm, eine Schwanzlänge von 144 bis 170 (162) mm, eine Hinterfußlänge von 26 bis 32 (30) mm, eine Ohrlänge von 18 bis 22 (20) mm, eine Schädellänge von 33 bis 37,1 (35) mm, eine Schädelbreite von 13,7 bis 14,3 (14,3) mm sowie ein Gewicht von 62 bis 107 (82) Gramm. Dorsal weist das Fell eine rötlichbraune, zuweilen auch schwarzbraune, orangegelbe oder zimtbraune Färbung auf. Ventral zeigt sich eine weißliche Färbung, lateral ist eine klare Trennlinie zwischen der dunklen und hellen Färbung erkennbar. Das kräftige Gebiss besteht aus 16 Zähnen, die zahnmedizinische Formel lautet i1/1, c0/0, p0/0, m3/3. Die Schneidezähne sind opisthodont, sind also Caudatacaudal gestellt und stehen in Richtung Maul hinein. Die Bezahnung ist eher primitiv und lässt auf eine Ernährungsweise als Allesfresser schließen. Der Blinddarm (Cecum) ist ausgesprochen lang, eine Gallenblase fehlt und der Magen ist einkammrig. Das Gehirn ist im Verhältnis zur Körpergröße ausgesprochen groß. Es weist eine Gewicht von 0,822 Gramm, eine Länge von 19,1 mm, eine Höhe 6,7 mm und eine Breite 10,4 mm auf (Novak, 1999; Linzey & Chimimba, 2008).

Lebensweise

Aethomys ineptus ist eine nachtaktive Afrikanische Buschratte. Die täglichen Aktivitäten beginnen mit einsetzender Dunkelheit und erstrecken sich bis in den frühen Morgen. Die Tiere treten in einer relativ geringe Siedlungsdichte auf. In der Regel liegt die Siedlungsdichte in der Regel bei weniger als 18 Individuen pro Hektar, wobei lokal eine Siedlungsdichte von 37 Tiere pro Hektar nachgewiesen werden konnte. Die Siedlungsdichte ist im Winter während der Trockenzeit meist dreimal so hoch wie im Sommer. Auch jährliche Schwankungen treten häufig auf. Gründe hierfür können Dürren, Überweidung und Buschfeuer sein (Novak, 1999; Linzey & Chimimba, 2008).

Verbreitung und Lebensraum

Aethomys ineptus ist im nordöstlichen Südafrika, im südlichen Mosambik und in Swasiland endemisch. Darüber hinaus sollten kleinere Populationen auch im südöstlichen Botswana vorkommen. Das Verbreitungsgebiet von Aethomys ineptus deckt sich in Randbereichen mit dem der Roten Buschratte, beide Arten leben also weitestgehend parapatrisch miteinander. Parapatrie bedeutet, dass die Verbreitungsgebiete von 2 Arten zwar keine Überschneidungen aufweisen, jedoch aneinandergrenzen, sodass es zu einem Austausch kommen kann. Aethomys ineptus besiedelt Buschland mit ausreichend Deckung in Form von buschiger oder krautiger Vegetation sowie Felsen und Steinen. In Höhenlagen kommt die Art lokal in Höhen von 160 und 1.450 Meter über NN vor. Im Bereich der Küste siedeln die Tiere auch in lichten Küstenwäldern (Novak, 1999; Linzey & Chimimba, 2008).

Biozönose

Sympatrie

Aethomys ineptus lebt in Lebensraum- und Nahrungskonkurrenz zu zahlreichen anderen Nagetieren (Rodentia) und kleinen Säugetieren (Mammalia). Hierzu gehören insbesondere Kurzschwanz-Hamsterratten (Saccostomus) wie Saccostomus campestris, Natal-Vielzitzenmäuse (Mastomys natalensis), Rote Buschratten (Aethomys chrysophilus), Dickschwanzspitzmäuse (Suncus) wie Suncus lixus, Wimperspitzmäuse (Crocidura) wie Crocidura hirta und Crocidura cyanea, Kurznasen-Elefantenspitzmäuse (Elephantulus brachyrhynchus), Afrikanische Waldbilche (Graphiurus murinus), Nacktsohlen-Rennmäuse (Tatera) wie Tatera leucogaster, Fettmäuse (Steatomys) wie Steatomys pratensis und Steatomys campestris, Afrikanische Sumpfratten (Otomys) wie Otomys irroratus, Einstreifengrasmäuse (Lemniscomys rosalia), Mäuse (Mus) wie Mus minutoides und Mus natalensis sowie StriemengrasmausStriemengrasmäuse (Rhabdomys pumilio) (Ellison, 1990 in Linzey & Chimimba, 2008).

Prädatoren

Detaillierte Informationen über natürliche Feinde liegen nicht vor. Man geht davon aus, dass zu den potentiellen Feinden insbesondere kleinere Raubtiere (Carnivora), Schlangen (Serpentes) und Greifvögel (Falconiformes) gehören. Wissenschaftlich nachgewiesen werden konnte jedoch nur die Östliche Gabunviper (Bitis gabonica gabonica), eine Unterart der Gabunviper (Bitis gabonica) (vgl. Linzey & Chimimba, 2007, 2008).

Parasiten

In umfangreichen Felduntersuchungen, insbesondere im Kruger-Nationalpark, konnten zahlreiche Ekto- und Endoparasiten nachgewiesen werden. Hier sind Flöhe (Siphonaptera) wie Xenopsylla brasiliensis, Tierläuse (Phthiraptera) wie Hoplopleura petersoni sowie Zecken (Ixodida) der Gattungen Haemaphysalis und Rhipicephalus zu nennen. Weitere Parasiten können den Milben (Acari, Acarida), insbesondere Laelaps vansomereni, Odontacarus sp. und Schoutedenichia sp. zugeordnet werden (Linzey & Chimimba, 2008).

Ernährung

Aethomys ineptus ist ein typischer Allesfresser (Omnivora, Polyphage). Der Hauptteil der Nahrung entfällt je nach Jahreszeit mit 91 bis 100% aus pflanzlicher Kost wie Früchte, Nüsse, Blätter und andere grüne Pflanzenteile, vor allem aber Samen. An tierischer Nahrung werden beispielsweise Insekten (Insecta)gefressen - dies jedoch nur zu 0 bis 9%. Wie die Nahrungsverteilung ist, divergiert dabei je nach Region und Jahreszeit. Das Nahrungshabitat erstreckt sich beispielsweise im Jruger-Nationalpark über 1.500 und 3.000 m² (Nowak, 1999; Linzey & Chimimba, 2008).

Fortpflanzung

Die Paarungszeit erstreckt sich in weiten Teilen des Verbreitungsgebietes im Wesentlichen über die Regenzeit. Die meisten trächtigen Weibchen konnten dabei im Sommer zwischen Dezember und Februar sowie im Herbst von März bis Mai nachgewiesen werden. Nach einer Tragezeit von durchschnittlich 28 bis 29 Tagen bringt ein Weibchen in ihrem geschützten und mit weichen Pflanzenteilen ausgelegten Nest 1 bis 3 (2,7; n=6) Jungtiere zur Welt. Die Jungen sind ausgesprochene Nesthocker. Die Haut der Jungen ist schwarz pigmentiert und weist dorsal ein rund 1 mm langes und feines Fell auf. Das Fell ist ebenfalls dunkel gefärbt. Die Geschlechtsreife wird bei beiden Geschlechtern gegen Ende des dritten Lebensmonats erreicht. Die Säugezeit und die Lebenserwartung sind nicht bekannt (Novak, 1999; Linzey & Chimimba, 2008).

Ökologie, Gefährdung und Schutz

Aethomys ineptus gehört heute noch nicht zu den bedrohten Langschwanzmäusen (Muridae). In der Roten Liste der IUCN wird die Art daher als nicht gefährdet (LC, Least Concern) geführt. In den meisten Regionen, insbesondere in den Nationalparks wie dem Kruger-Nationalpark, kommen die Tiere in stabilen Populationen vor. Größere Gefährdungsfaktoren gibt es nach Angaben der IUCN offensichtlich nicht.

Synonyme

Nach Wilson & Reeder (2005) ist die Aethomys ineptus unter zahlreichen Synonymen bekannt. Dies sind capricornis Roberts, 1926, fouriei Roberts, 1946, harei Roberts, 1946, magalakuini Roberts, 1926, pretoriae (Roberts, 1913), tongensis Roberts, 1931 und tzaneenensis Jameson, 1909. Die genannten Synonyme sind ungültig.

Anhang

Fotos

Literatur und Quellen

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